Nachdem ein Magen-Darmvirus meine halbe Familie (inklusive mir) über die Weihnachtsfeiertage außer Gefecht gesetzt hat, kommt jetzt zumindest zum neuen Jahr ein kurzes Update :-)
Ich hoffe, ihr seid alle gut rein gekommen und wünsche euch allen ein supertolles, erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr!
Nach Südafrika gab es dann erst einmal ne Zwangspause, weil sich meine Achillessehne ziemlich schmerzhaft bemerkbar machte. Und das bei dem Novemberwetter 2011! Naja, die Zeit ging dann auch rum und so langsam bin ich auch wieder ins Training eingestiegen. Nur das Wetter mag nicht ganz so wie ich: kaum hat es wieder etwas Neuschnee gegeben, schon wird es wieder warm und der Regen frisst mehr auf als dazu gekommen ist :-( Dabei wollt ich in diesem Jahr so richtig auf Skitouren umstellen, nur sind die Ski noch so neu, dass mir jeder Kratzer weh tut ;-) Naja, das wird schon noch...

2011 war wirklich ein Wahnsinnsjahr: so wie es begonnen hatte, wollte ich schon komplett mit dem Rennenfahren aufhören. Dann zuerst der Erfolg bei der Transalp, den ich mir vorher wirklich nicht hätte erträumen lassen und schließlich die Einladung zum Cape Pioneer nach Südafrika... so ganz wirklich kommt mir das immer noch nicht vor.
Das waren dann in jedem Fall die Highlights in diesem Jahr an denen meine Teampartnerin Martina einen Bärenanteil hat und ich ihr total dankbar für die ganzen Erlebnisse und Qualen bin ;-)
Vielleicht sollte ich ja komplett auf Etappenrennen umstellen, aber das ist so anstrengend ;)

Außerdem möchte ich mich bei Karlheinz, den Sponsoren, besonders Timezone und Mountain Heroes und meiner Familie bedanken, ohne deren Unterstützung wäre es mit Sicherheit nicht ganz so verlaufen! Ich freue mich auf eine weitere tolle Saison mit euch :-)


Bevor es nach Südafrika ging, gab es von Timezone mal wieder ein vorgezogenes Weihnachten: so viele schöne Sachen, so langsam quillt mein Schrank echt über... Und pünktlich zum Weihnachtsfest gab es auch noch ein Überraschungspaket von Sebamed - jetzt bin ich in jedem Fall gut gerüstet für das Wintertraining. Jetzt gerade im Winter merk ich, dass meine Haut extrem trocken ist und werd mich nun durch die komplette "trockene Haut"-Palette durchtesten können :-))
Ansonsten gibt es bei mir nicht allzuviele Veränderungen von denen ich hier berichten könnte. Nur eins, das steht noch aus. Davon gibt es aber erst im Februar ein Update, wenn alles ganz sicher ist. Wenn es aber so klappt wie ich mir das vorstelle, freue ich mich schon jetzt darauf. Bis dahin hört ihr aber sicherlich nochmal von mir...



Cape Pioneer Trek

1. Etappe Oudtshoorn – Calitzdorp 107km 2161hm
Start um 7:30 Uhr und Frühstück gab es erst ab 6:00 Uhr, na das konnte ja was werden. Normalerweise kommt mir das dann gleich wieder hoch. Der Organisator verabschiedete uns mit den Worten: „wir erwarten euch gegen 12 Uhr als erstes Damenteam“, das machte die Sache nicht viel besser.
Der Start erfolgte pünktlich, was nicht unbedingt zur südafrikanischen Mentalität gehört. Ich fragte mich nur, warum wir schon so früh starten mussten, wenn wir die Etappe doch recht schnell sein sollte.
Nach dem Start ging es erstmal gemütlich los, so kannte ich das gar nicht. Es war neutralisiert bis zum ersten Schotterweg, aber auch danach blieb das Tempo im Feld eher verhalten. Das einzige was sich veränderte war der Staub, den wir aufwirbelten. Erst nach ca. 20km, am ersten Anstieg, zog sich das Feld etwas auseinander. Leider verpassten wir den Anschluss an gute eine Gruppe und so fanden wir uns hinter quatschenden Männern wieder. Ich fühlte mich gut, also ging ich nach vorne, leider blieb das dann auch so, nur der Rattenschwanz hinter uns wurde immer länger. Am ersten Wasserpunkt dachte ich, ich träume: lauter Helfer, die in ihren quergestreiften Shirts aussahen wie Sträflinge und die mit Dichtmilch, Wasser und Öl bewaffnet waren um den Fahrern möglichst schnell zu helfen – Wahnsinn! Öl lehnte ich ab, merkte aber ziemlich bald, dass das nicht die klügste Entscheidung war, da die Kette bald anfing leicht zu quietschen. Und dann wurde es richtig heiß. Am zweiten längeren Anstieg stand die Hitze und es war irre steil und geröllig. Einige Mädels im Mixedteam pressten an uns vorbei und ich fragte mich, wie die das machten, die waren wohl den Untergrund gewohnt. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit fingen die Abfahrten an mir richtig Spaß zu machen, viele lose Steine und Staub. Bei km 80 kam Martina lachend hinter mir her und meinte: „du im Gebüsch hat grad was ganz komisch gezischt“. Es stellte sich bald heraus, dass es ihr Hinterrad war, das sie sich an einem Stein aufgeschlitzt hatte. Wir standen noch nicht mal 2 Minuten und schon hatten wir 6 Helfer um uns herum. Auch Thomas Holtkamp wollte uns helfen, aber es war kein Platz mehr am Hinterrad ;) Andrea Kuster hatte leider ihr Schaltauge abgerissen und so fuhr Thomas die Etappe alleine zu Ende.
Durch den Platten verloren wir eine Position, die wir aber bis zum Ziel wieder gut machen konnten. Wir konnten den Erwartungen des Veranstalters leider nicht entsprechen und kamen als Drittplatzierte ins Ziel.


2. Etappe Calitzdoorp – Riversdale 128km 2756hm
Das Höhenprofil sah gar nicht so schlimm aus: der schlimmste Berg gleich am Anfang und dann ging es ab km 65 fast 50km leicht gezackt bergauf. Man warnte uns bereits bei der Startaufstellung, dass es leichter aussieht als es ist. Im internen Ranking sollte das die zweitschwerste Etappe sein. Mittlerweile war ich froh, dass wir so früh starteten, denn es wurde schnell sehr warm. Zuerst gab es wieder Bummeltempo und dann ging es bergauf. Bergauf hatten wir die Zweitplatzierten immer in Sichtweite, bergab entschwanden sie aber unseren Blicken, da sie eine gute Gruppe erwischt hatten. Nach und nach lockerten sich durch das Gerüttel unsere Steuersätze und wir mussten kurz anhalten um sie wieder anzuziehen. Nach dem dritten Wasserpunkt ging es steil bergauf und das Geröll wurde immer tiefer, bis es schließlich unfahrbar wurde. Auch bergab war es nicht ganz einfach zu fahren und Martina musste dafür büßen, dass sie in der Anfangsphase zu wenig getrunken und gegessen hatte. Sie wurde zunehmend unkonzentriert und die nächsten 20km wurden für sie zur Qual. Aber sie kämpfte tapfer weiter und schließlich kamen wir sturzfrei durch dieses ewige Auf und Ab im Geröll. Ich konnte ihr leider kaum helfen, da der Weg bergauf nur das Rad schieben zuließ, die Spur aber lediglich 40cm breit war. So versuchte ich sie die ganze Zeit aufzumuntern, aber ich glaube, ich ging ihr irgendwann damit auf den Keks ;) Nach dem letzten Wasserpunkt ging es Martina wieder besser und sie gab bergauf richtig Gas. Karlheinz und Sebastian gaben uns den Zeitrückstand auf die Zweiten: 2 Minuten. Das hieß Gas geben, aber wir hatten auf der 20km langen Asphaltabfahrt keine Gruppe und wir versuchten das Tempo immer wieder hoch zu halten. Den Abstand konnten wir dann leider nicht mehr verkürzen, aber 2min Rückstand hätten wir bei km 100 nicht für möglich gehalten.

3. Etappe Riversdale - Albertinia 107 km 2380hm
Die dritte Etappe sollte eher eine Erholungsetappe sein, soweit man über 100km als Erholung bezeichnen kann. Bei der Fahrerbesprechung hieß es, dass viel auf Straßen gefahren würde, also ließ ich den Dämpfer ein wenig härter aufpumpen und los gings. Es war eher europäisches Wetter als südafrikanisches: bis kurz vor den Start regnete es und den Wind konnte man schon fast als Sturm bezeichnen. Dazu Temperaturen um 18°C. Nach der obligatorischen Einrollphase nach dem Start ging es dann aber doch ins Gelände – über Wiese bergauf und Geröll bergab, hat richtig Spaß gemacht ;-) Unten angekommen kämpften wir uns an die vor uns fahrende Gruppe heran, was bei dem Wind nicht so einfach war. Aber es sollte erst bei ca. 45km in die Berge gehen. Zu unserem Glück waren auch die beiden Zweitplatzierten in dieser Gruppe, außerdem noch Thomas und Andrea. Als es dann in die Berge ging, konnten wir die Südafrikanerinnen abschütteln und bauten in dem ständigen Auf und Ab im Gelände den Vorsprung langsam aus. Glücklicherweise hatten wir gehörigen Rücken- oder Seitenwind, sonst wäre der erste Teil schon ziemlich hart geworden. Martina hatte sich nach dem gestrigen Tag wieder relativ gut erholt und so bekamen wir anfangs auch noch eine Gruppe zum Mitfahren, mussten diese aber an einem der vielen kleinen Schnapper dann doch ziehen lassen. So richtig viel Straße war jedoch nicht dabei auf dieser Etappe, zumindest nicht etwas, was wir Euroäer unter Straße verstehen. Das war die Lektion, die ich an diesem Tag lernte: Straßen können auch mehr oder weniger gute Schotterpisten sein, mich hatte es ganz schön durchgeschüttelt. Zu allem Überfluss wechselte auf den letzten 10km auch noch die Richtung, so dass wir vollgas Gegenwind hatten. Jetzt wollten wir unseren zweiten Platz auch nicht mehr hergeben und wechselten uns mit der Führungsarbeit so gut es ging ab. Es reichte! :-)

4. Etappe Albertintina – Mossel Bay 98km 1580hm
Heute gab es wieder einige Flussdurchquerungen, bei denen man zum Teil bis fast zur Hüfte durchs Wasser watete und es sollte landschaftlich die schönste Etappe werden. Nach der ersten Flussdurchquerung sammelten wir mit den Reifen alle möglichen Dornen auf. Nach einem kurzen Check, ob die Dichtmilch auch wirklich dicht hält, ging es weiter. Wir erwischten leider keine gute Gruppe, sondern eher nen Bummelzug, aber egal. Wir reihten uns wieder auf der dritten Position ein, keine Ahnung wie, aber die Zweiten starteten immer recht schnell. Im weiteren Verlauf ging es durch ein Tierschutzreservat in dem es Löwen geben sollte. Glücklicherweise hatte man diese für das Rennen in die andere Ecke des Reservats gescheucht, in der Hoffnung, dass diese dann auch so lange da blieben. Wir bekamen keine zu Gesicht, dafür eine Herde von Antilopen, die unseren Weg kreuzte. Etwas mulmig wurde mir da schon als drei davon 10m vor mir den Weg querte. Kurz darauf kamen noch mehr, die es sich dann doch anders überlegten und den Hang wieder hinauf sprangen. Irgendwann trafen wir auf die beiden Schweizer Urs und Marcel und holten mit ihnen die Südafrikanerinnen wieder ein. Kurz vor Mossel Bay ging es auf einen superschönen Singletrail mit atemberaubenden Ausblicken auf das Meer. Wir konnten unseren zweiten Platz halten und kamen nur knapp zwei Minuten hinter dem ersten Damenteam ins Ziel. Das Mixedteam von Kathrin und Sandro hatte ein Erlebnis der besonderen Art: kurz vor ihnen passierte eine ganze Zebraherde die Straße, es fehlte nicht viel, dann hätte es eine Kollision gegeben. Zufälligerweise stand auch noch ein Fotograf bereit.

5. Etappe Mossel Bay – George 127 km 3000hm
Heute erfolgte der Start bereits um 7:00 Uhr, da dies die härteste Etappe werden sollte. Das Höhenprofil täuschte gewaltig: ich hatte mich auf relativ einfache und flache erste 30km eingestellt. Leider ging es ziemlich bald an den Strand hinunter und ich hatte das Gefühl metertief im Sand einzusinken, obwohl wir an der Wasserkante fuhren. Immer wieder kamen Wellen und kurz darauf schleifte alles, was man sich vorstellen konnte. Ich hatte schon Angst, dass es mir am Strand die Bremsbeläge komplett runter schrubbt, aber ändern konnte ich ja auch nichts. Wir fuhren sehr lange mit den beiden schweizer Mixedteams mit Kathrin&Sandro und Andrea&Thomas zusammen. Mit Kathrin und Sandro erlebt man offensichtlich täglich ne Minisafari. Kurz vor ihnen passierte ein Pavian im Höllentempo den Weg. Nicht schlecht :) Leider mussten wir sie nach 60km ziehen lassen, weil der Mann von Ischen Stopforth (führendes Mädelsteam) Martina und mich in einer technischeren Abfahrt etwas von der Gruppe separierte. Und das, nachdem Martina vorher schon dreimal von einem anderen Fahrer bewusst abgedrängt wurde. So ganz fair fahren die Südafrikaner leider nicht alle, sobald sie merken, dass andere „ihren“ Fahrerinnen nahe kommen. Die nächsten 60km waren eher einsam. Die letzten Kilometer unterschätzte ich jedoch ziemlich. Nachdem wir fast 80km auf Schotterwegen fuhren, verliefen die letzten 20km auf einem ziemlich anspruchsvollen, aber genialen Singletrail – Feeling wie zuhause! Wir finishten wieder als Zweite, nicht weit von den Führenden entfernt.

6. Etappe George – Oudtshoorn 93km 1600hm
Ich wollte gerne noch einen Etappensieg einfahren, deswegen gaben wir am Anfang richtig Gas. Ich hatte am ersten Berg Mühe an Martinas Hinterrad zu bleiben und das waren immerhin 500hm am Stück. Wir kamen oben wieder als Dritte an, die Zweiten nur knapp vor uns. Dann wurde es etwas holpriger und am nächsten Anstieg sah ich die Leadertrikots. Ich feuerte Martina an und hoffte, dass es ihr neue Kräfte verliehe. Gleichzeitig versuchte ich die Zweiten zu motivieren mit uns zusammen zu arbeiten. Leider passierte das Gegenteil: In der Abfahrt fuhren sie ein Loch heraus und kooperierten mit dem ersten Damenteam. Wir kämpften wahnsinnig, aber den Anschluss schafften wir nicht. Schließlich kam uns eine Fahrerin aus einem Mixed-Team zu Hilfe. Sie versuchte uns so viel Windschatten wie möglich zu geben, aber es reichte leider nicht. An der letzten Verpflegungsstation hatten die beiden Teams nen ziemlichen Vorsprung heraus gefahren, so dass unser zweiter Platz in der Gesamtwertung auch noch gefährdet war. Wir gaben nochmal Gas und hofften, dass es reicht. Banges Warten im Ziel bis die Ergebnisse endlich aushingen: Geschafft!! Wir blieben Zweite in der Gesamtwertung, die ganze Schinderei auf den letzten Kilometern hatte sich gelohnt :-))

Alles in allem war es ein superschönes und absolut empfehlenswertes Erlebnis. Auch wenn man im Rennen nicht immer einen Blick für die tolle Landschaft hat, es hat sich wirklich gelohnt. Und eine Safari während eines Bikerennens kann auch nicht jeder nachweisen: Riesenschildkröten, Schlangen, Springböcke, Strauße, Kraniche, Paviane, Zebras, Antilopen... wir haben schon einiges gesehen. Abgesehen davon war das Rennen top organisiert. Betreuer auf der Strecke braucht man höchstens für Zeitrückstände, da die Verpflegungsstationen nicht besser sein könnten. Fürs Kette ölen muss man eh kurz anhalten und das wird einem sogar abgenommen. Direkt im Ziel gab es Pasta oder Pizza von Scooters und das Abendessen und Frühstück bereitete die jeweilige Schule hervorragend und abwechslungsreich zu. Dadurch, dass das Rennen auf nur 200 Teams begrenzt ist, ist es eine sehr familiäre Veranstaltung. Jeder kennt jeden und man kommt sehr schnell mit anderen Fahrern in Kontakt, da das Abendessen immer gemeinsam eingenommen wird. Dort gibt es dann auch die Bilder des Tages und einen kurzen Film dazu. Ein top Mechanikerservice rundete das alles ab. Was auf jeden Fall noch zu erwähnen ist, ist dass die Veranstalter die kompletten Einnahmen den Schulen in den Etappenorten zukommen lassen. Am Ende wurden noch Trikots versteigert, deren Einnahmen nochmal zusätzlich an die Schule in Albertinia gingen.
Südafrika ist schon anders als Mitteleuropa, aber jeder ist super hilfsbereit und kümmert sich darum, dass es einem an nichts fehlt. Man sollte jedoch ein wenig mehr Zeit einplanen, damit sich der lange Flug auch lohnt. So kann man die Regeneration gut zum Sightseeing nutzen.



Unterstützung durch P.Jentschura

P.Jentschura war in diesem Jahr offizieller Ausrüster der Transalp Challenge. Als wir das hörten, freuten wir uns, weil wir schon einige sehr gute Erfahrungen mit den basischen Produkten von P.Jentschura gemacht hatten. Als wir Roland dann im August vond er Einladung nach Südafrika erzählten, war auch er begeistert und so werden Martina und ich für Südafrika mit basischen Produkten von P.Jentschura versorgt.
Ich habe dann gleich mit Basenbädern losgelegt und bin jedes Mal verblüfft, warum man danach keine Schrumpelhaut hat, egal wie lange man drin bleibt. Und auch Morgenstund' ist super: einfach kochendes Wasser drüber, 5min quellen lassen und nach Belieben Rosinen, Honig oder Ahornsirup und frisches Obst dazu - fertig. Am liebsten kommt bei mir ne Banane und ein Apfel (oder Nektarine) rein, eine Hand voll Rosinen, gehackte Mandeln, 3-4 EL Kaba, evtl etwas Zimt und noch ein Schuss Sahne, echt lecker. Aber ich muss auch unbedingt die Variante mit Apfelmus ausprobieren, ich halte euch auf dem Laufenden ;)


Cape Pioneer, Südafrika

Nach der Transalp erhielten Martina und ich eine Nachricht von Carel Heroldt mit einer Einladung zum Cape Pioneer nach Südafrika. Ziemlich schnell war für uns klar, dass wir uns so etwas nicht entgehen lassen können. Jetzt sind wir beide natürlich hochmotiviert und geben im Training nochmal richtig Gas.
Das Cape Pioneer ist ein, so wie wir das bis jetzt noch beurteilen können, noch eher familiäres Rennen, aber keinesfalls leicht. Die reinen Streckendaten hören sich eigentlich gar nicht so schlimm an: ca. 100km am Tag mit maximal 2000hm und nur 6 Etappen. Aber der Schein trügt offensichtlich: die Gesamtfahrzeit ist ähnlich wie die der Transalp Challenge und dort sind es immerhin 2 Etappen mehr. Leicht wird es mit Sicherheit nicht, aber dafür entschädigen bestimmt die vielen angekündigten Trails. Und dass namhafte Sportler wie Christoph Sauser o.ä. bereits zum wiederholten Male dort starten, zeigt dass die Organisation sowie die Streckenführung sehr gut sein müssen.
Die Tickets sind jetzt gebucht, nur etwas Sorge macht uns noch das Gepäck nachdem die Airlines das Freigepäck von 2x23kg auf 1x23kg begrenzt haben und für's Rad gibt es auch keinen Pauschalpreis mehr, dort wird pro Kilo abgerechnet. Hoffentlich bekommen wir alles unter. Auf jeden Fall freu ich mich schon drauf :)




Eurobike, Doren, Fotoshooting, Sebamed Bikeday

In den letzten zwei Wochen konnte ich mich über Langeweile nicht wirklich beklagen. 2 Tage Eurobike können ganz schön anstrengend sein, hab ich festgestellt. Danach haben sich meine Beine angefühlt wie Elefantenfüße, sicherlich nicht die beste Vorbereitung für ein 10h Rennen, aber egal – 10 Stunden geteilt durch 3 ist ja schon gar nicht mehr so viel. Hmm....
Ich übernahm die Rolle als Startfahrerin, was wahrscheinlich nicht unbedingt die beste Wahl war. Meine Beine waren immer noch schwer wie Blei und so richtig warm war ich auch noch nicht. Als ich dann endlich auf Martina wechseln konnte, hieß es gleich, dass ich direkt nochmal dran bin, weil Krissis Rad noch nicht ganz fertig sei. Puh, also direkt nochmal – ich war schon kaputt, dabei war noch nicht einmal eine Stunde rum. Erst nach der vierten Runde wurde es langsam besser und der Körper gewöhnte sich an die kurze Belastung. Ziemlich schnell fuhren wir einen komfortablen Vorsprung heraus und so wechselten wir vormittags den Rhythmus, damit jede von uns auch einmal was „richtiges“ essen konnte. Aber bald wurde es so heiß, dass die zweite Runde richtig zäh war: also wieder Einerrhythmus und langsam war das Ende auch absehbar. Krissi legte aber immer noch Rundenzeiten hin, die deutlich schneller waren als die von Martina und mir. Dafür waren wir zwei nie weit voneinander entfernt, wir passen halt einfach zueinander ;)
Am nächsten Morgen ging es dann mit Sarah gleich weiter nach Sölden zum großen BIKE-Shooting mit sämtlichen 2012er-Modellen. Es ist schon ganz schön beeindruckend, wenn eine ganze Garage vollgestopft ist mit so vielen teuren Bikes. Wettertechnisch hatten wir nicht unbedingt Glück, so dass wir den verregneten Montag zu ner kleinen Tour nutzen und es uns sonst im 4*-Hotel gut gehen lassen konnten. Dienstag nutzten wir die kurzfristige Wetterbesserung um so viel zu fotografieren, wie nur möglich. Am Mittwoch war es dann, entgegen aller Prognosen, wieder relativ schön. Da wir dann schon gegen 14.30 Uhr fertig waren, nutzten wir die Söldener Gondeltickets für ne kleine Abfahrtsrunde. Ich merke den Transalpsturz immer noch recht deutlich, wenn auch der Ellbogen nicht mehr oft weh tut. Aber ich hatte ganz schön Probleme bergab einigermaßen an den Jungs dran zu bleiben. Die Finger bremsten automatisch mehr als ich eigentlich wollte.
Am Samstag morgen ging es dann ganz früh in Richtung Bad Salzig/Boppard zum 2. Sebamed Bikeday. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, schaute ich mir noch die letzten Kilometer des Rennens an und schon da war ich von der Strecke begeistert: schöne Trails, tolle Ausblicke und nicht zu lange, abwechslungsreiche Anstiege. Am Sonntag nahm ich die 62km-Runde in Angriff. Vor dem Start traf ich Heike Hundertmark und wir fuhren uns gemeinsam ein, auch sie fuhr die lange Runde. War echt schön sie mal wieder zu sehen. Nach dem Start ging es erstmal 2 km neutralisiert vor bis zum Anstieg und dann ging es fast 14 km bergauf, bei denen es aber immer wieder kurze Abfahrten zum Verschnaufen gab. Oben angekommen fuhr ich viel mit Serge.... zusammen und profitierte häufig von seinem Windschatten. Da ich keinen Tacho hatte, fragte ich ihn glaube 10x, wie viel km wir schon haben. Mittelgebirgshöhenprofile sind nicht so leicht einzuschätzen. Erst als wir die letzten 10 km erreichten, kannte ich mich aus und wusste, dass es nur noch einen längeren Berg gab und einige kürzere. Und die 10 km vergingen wie im Flug. Aber grundsätzlich war die Strecke wirklich kurzweilig mit vielen Richtungswechseln und noch mehr freundlichen Streckenposten. Ab und zu warf ich einen kurzen Blick zum Himmel in der Hoffnung, noch trocken ins Ziel zu kommen, es waren starke Gewitter angekündigt. Es reichte: ich gewann das Rennen mit neuem Streckenrekord  Zweite wurde Gwenda Rüsing dicht gefolgt von Heike. Der Wolkenbruch setzte pünktlich zur Siegerehrung ein, so dass diese zwischenzeitlich unterbrochen werden musste.
Alles in allem bin ich noch nicht wieder so spritzig wie vor der Transalp, aber ich hab ja noch ein bißchen Zeit bis Südafrika :)




Nordenau

Samstag sind wir dann kurzfristig nach Nordenau gefahren, weil wir eh grad in Dortmund waren. Meine 4-stündige von Münster Rückradelaktion am Freitag nachmittag war vielleicht nicht unbedingt die beste Vorbereitung für eine 68km-Distanz, aber die Startgebühr war nicht so hoch und motiviert war ich auch, also warum nicht. Nachdem ich die Startnummer geholt hatte, fing es an wie aus Eimern zu schütten und ich war kurz davor zu sagen „lass uns wieder zurück fahren“. Aber jetzt waren wir ja schon mal da und dann musste ich dann wohl oder übel auch da durch. Pünktlich zum Start besserte es sich etwas und zum Ende schaffte es sogar die Sonne ein wenig durch die Wolken zu blinzeln. Ich erwischte einen guten Start und reihte mich als zweite Frau hinter Birgit Jüngst ein, obwohl sie schnell außer Sichtweite war. Die Strecke war ziemlich nass und matschig verlief aber hauptsächlich auf Forstwegen, was das Rennen relativ schnell machte. Irgendwann fiel ich dann in so einen Trott und fuhr abschnittsweise immer wieder mit den gleichen Männern, mal war ich 200m vor, dann 200m hinter ihnen. Nach 50 km schloss die Drittplatzierte zu mir auf. Kurz darauf fuhr sie einen kleinen Vorsprung heraus, den ich aber bergauf wieder schließen konnte. Und da wachte ich wieder auf. Wenn ich mich recht erinnerte ging es laut Höhenprofil jetzt nur noch einen Berg hinauf und dann bergab bis ins Ziel. Ich konnte wieder drücken und als ich mich umschaute, war sie nicht mehr zu sehen. Beflügelt durch den Erfolg fuhr ich noch an einigen Männern vorbei und fand für die letzte Abfahrt einen guten Windschatten. So erreichte ich hinter Birgit das Ziel als zweitplatzierte Dame und gewann damit auch noch meine Altersklasse :-)


Lumbrein Marathon


Anders als in meiner Saisonplanung geschrieben, stand ich am Wochenende nicht an der Startlinie in Ischgl, sondern beim MTB Marathon in Lumbrein (CH). Da ich den letztes Jahr nicht beenden konnte und es mir da so gut gefallen hatte, wollte ich da unbedingt noch einmal hin. Es ist eine eher familiäre Veranstaltung, die aber absolut professionell organisiert ist. Und das Tollste ist, der ganze Ort (und auch alle in der Umgebung) fiebern mit. Ich habe noch nie so viele Zuschauer bei so schlechtem Wetter an einer Strecke gesehen.
Ein weiterer Grund, dass ich nicht in Ischgl gestartet bin, war mein Ellbogen, der nach dem Transalp-Sturz immer noch nicht wieder 100%ig belastbar ist. Da wollte ich dann eine Strecke fahren, die nicht ganz so ruppig ist. Tja, da lag ich ziemlich falsch: ich bin noch nie so viele Trails bei einem Marathon gefahren. Noch dazu wählte ich das erste Mal in dieser Saison das Hardtail, was ich am Ende noch sehr bereute.
Um 8.15 Uhr war Start und der Wetterbericht behielt leider Recht – es regnete und das nicht schlecht, immerhin war es nicht allzu kalt. Kurz nach dem Start fand ich mich als erste Frau wieder, dicht gefolgt von Susanne Litscher. Bis zur ersten Abfahrt konnte ich schon einen guten Vorsprung heraus fahren, aber bereits nach 20m im Matsch machte ich meinen ersten Abgang über einen Elektrozaun. Danach kam ich bergab nicht mehr richtig in Fahrt. Susanne konnte schnell aufschließen und ging vorbei. Am zweiten Anstieg dann wieder das gleiche Spiel: ich ging in Führung und Susanne raste in der Abfahrt an mir vorbei. Erst überlegte ich, ob ich versuchen sollte dran zu bleiben, aber es fühlte sich dann absolut nicht mehr kontrolliert an und ich war froh, dass die ganzen Wunden endlich nicht mehr eiterten, also ließ ich sie fahren, um nicht nochmal zu stürzen. Kurz darauf stand sie mit einem platten Vorderreifen am Rand und gab kurz danach das Rennen auf. Ab dem Zeitpunkt fuhr ich mehr oder weniger ganz alleine. Ab und zu kam mal einer von der Kurzdistanz an mir vorbei, aber ansonsten war es ein einsames Rennen, bis auf die vielen Zuschauer und Streckenposten die an der Strecke standen. Nach 50 km war ich durch die Abfahrten schon ziemlich platt, das ganze Gerüttele waren meine Arme und Beine gar nicht mehr gewohnt. Dabei ging es jetzt noch 25 km nur bergauf. Da ich weder vor noch hinter mir jemanden erblicken konnte verfiel ich in meinen Trott und hatte viel Zeit festzustellen, wo ich überall schon k.o. war. Und irgendwie wollten die Höhenmeter nicht weniger werden und die zusätzlich eingebauten Trails kurz vor dem Ziel kamen mir dann nochmal ewig vor, obwohl sie eigentlich toll zu fahren gewesen wären – mit noch einigermaßen fitten Beinen.
Im Ziel wurde ich dann als erste Dame bejubelt und beklatscht und das trotz des schlechten Wetters. Bei der Siegerehrung räumte ich dann auch nochmal richtig ab: einen ganzen Laib Käse für eine gewonnene Bergwertung und ein nettes Preisgeld ließen die Strapazen schnell vergessen. Der Marathon in Lumbrein ist wirklich eine tolle Veranstaltung, die ich jedem nur empfehlen kann. Super organisiert, total familiär, eine geniale Stimmung und eine tolle Strecke – im nächsten Jahr bin ich wieder dabei :)




BIKE Transalp Challenge 2011 - 670 km und 21500 hm


Zusammen mit Martina Miessgang wollte ich meine dritte Transalp bestreiten. Allerdings jagten mir die Streckenangaben schon im Voraus gehörigen Respekt ein: kein Tag unter 70 km und von den Höhenmetern ganz zu schweigen. Selbst die erste und die letzte Etappe waren mit 95 bzw. 75 km nicht wirklich kurz und der vorletzte Tag wartete gleich noch mal mit 122 km statt wie angekündigt 109 km auf. Leicht würde es in keinem Fall werden.
Freitag Nachmittag fuhren Martina und ich schon einmal die ersten flachen Kilometer bis zum Anstieg gemütlich ab, wobei das gemütlich auch relativ war. Mein Puls war gefühlt trotzdem ziemlich hoch, was ich wahrscheinlich der Aufregung zu verdanken hatte.


1. Etappe: Mittenwald – Weerberg

Als Vorjahresplatzierte durften wir uns sogar nach ganz vorne in den VIP-Block stellen, da standen sonst nur die wirklich ganz schnellen :-) Das erste Mal in dieser Saison war ich vor einem Start wieder so richtig aufgeregt, ich hoffte, dass das ein gutes Zeichen war. Der Startschuss fiel und die Meute bewegte ich ziemlich schnell und hektisch in Richtung Scharnitz. Martina und ich blieben so gut es ging zusammen, das Tempo war zwar recht hoch aber meine Beine fühlten sich gut an. Das einzige Problem das auftreten konnte, waren meine Krämpfe, aber ich beschloss den ersten Berg nicht zu schnell anzugehen, dann konnte ja nicht so viel passieren. Außerdem gab es ja noch 7 weitere Tage. Natascha und Danièle waren immer in unserer Nähe, dachten wir. Plötzlich war Natascha weg. Sie hatte Atemprobleme und musste sich etwas zurück fallen lassen. Da waren wir dann plötzlich vorne, aber schlecht fühlte es sich nicht an. Die Zuschauer oben am Hochalmsattel und am Plumsjoch waren richtig euphorisch und ich bekam prompt Gänsehaut. Allerdings konnten wir Natascha und Danièle kurz unterhalb des Plumsjochs schon wieder sehen und in der Abfahrt schlossen sie zu uns auf. Danach folgten fast 30 km im Flachen, so dass wir froh waren eine gute Gruppe erwischt zu haben. Es waren bestimmt 20 Teams um uns herum und wir flogen nur so dahin – bis eine Autobahnbrücke kam. Ich wollte den Kontakt zur Spitze nicht verlieren und so trat ich richtig rein und ZACK! Da waren sie wieder: Krämpfe im linken Oberschenkel – treten fast unmöglich. Die Gruppe war natürlich dahin und mit ihr auch unsere Hoffnung auf das Leaderjersey. Martina gab ihr bestes um mich möglichst schmerzfrei in Richtung Ziel zu bekommen. Langsam wurde es besser und wir kämpften uns die letzten 10 km alleine durch. Allerdings wollte der letzte Berg kein Ende nehmen. Laut Höhenprofil ging es 4km bergauf und das nur auf Asphalt. Dann wechselte der Untergrund jedoch und es ging noch höher. Ich verzweifelte fast, so war das nicht geplant… Irgendwann wurden die Zuschauer dann mehr und das Ziel kam in greifbare Nähe. Auf Natascha und Danièle hatten wir durch die Krämpfe ganze 3 Minuten verloren. Zuerst war ich ziemlich enttäuscht, aber später überwog die Freude über den zweiten Platz.


2. Etappe: Weerberg-Mayerhofen

Am zweiten Tag haben die Streckenbauer kurzerhand einfach noch einen Berg ins Höhenprofil gepackt, als wenn 2300 hm nicht schon genug gewesen wären. Dadurch wurde die Strecke dann auch noch länger, statt 58 nun 69 km.
Aus Angst vor dem dritten Berg wollten wir es anfangs nicht übertreiben und so ließen wir Natascha und Danièle ziehen, allerdings blieben sie zunächst immer in Sichtweite. Am Geiseljoch wurde der Untergrund dann richtig zäh. Die Steigung war nicht so schlimm, aber die Reifen klebten förmlich am Boden und ich redete mir auch noch die ganze Zeit ein, dass die zwei Bergflöhe vor uns bestimmt nicht so viel Reibung erzeugten wie ich ;-) Weiter oben rollte es dann etwas besser, dafür kam ein Monstergegenwind dazu. Ich glaube, ich bin noch nie mit so einem Wind bergauf gefahren, als hätte die Steigung alleine nicht schon gereicht. Martina tröstete mich dann immer damit, dass da ja alle durch müssten. Aber das konnte gar nicht sein, denn der Wind bei uns war definitiv am stärksten ;) Zur Wengalm rauf fühlte ich mich dann wieder besser und plötzlich kamen die beiden Führenden auch wieder in Sichtweite. Das motivierte natürlich zusätzlich. Das Leadertrikot hat den Vorteil (oder Nachteil, je nachdem aus welcher Sichtweise betrachtet), dass man es extrem schnell erkennt und so machten wir uns an die Verfolgung. Oben angekommen waren es vielleicht noch 1:30 min Rückstand und bergab ließen wir es über die Straße richtig krachen. So schnell bin ich noch nie bergab gefahren. Aber was die Jungs können, das geht bei uns auch, dachten wir uns und blieben an deren Hinterrad. Unten angekommen ging es noch mal fast 10 km flach zum Ziel. Die beiden Jungs vom Rad&Service Mtbo Team nahmen uns in ihren Windschatten, bis eine Bordsteinkante am Radweg mein „Verhängnis“ wurde. Ich konnte nicht mehr aufschließen und Martina musste auf mich warten. Wir waren also wieder Zweite und die beiden Mädels bauten ihren Vorsprung um nochmals mehr als 3 Minuten aus. Innerlich fand ich mich schon fast mit dem zweiten Platz ab.


3. Etappe: Mayerhofen-Brixen

Die dritte Etappe kannte ich noch von meiner ersten Transalp mit Suse. Die als Trail bezeichnete Auffahrt kannte ich als Schiebepassage, was Uli Stanciu beim Streckenbriefing am Abend dann auch zugab: 35-45 min das Rad schieben und tragen… super Trail! Das Gute war, es gab nur einen Berg, also konnte ich fast keine Krämpfe mehr bekommen. Trotzdem hatte ich Respekt vor den letzten kleinen „Hupfern“, wie Martina sie immer bezeichnete. Da war es gut, wenn man den Anschluss an die Gruppe nicht verlor, das hieß also beißen.
Der Start war verregnet und kalt und so richtig Lust hatten wir beide nicht, aber aufgeben km ja auch nicht in Frage. Also Regenhose an, Regenjacke eingesteckt und los. Der Start war super und wir kamen gut vorwärts. Am Schlegeis Speicher hatten wir schon einen guten Vorsprung heraus gefahren, Natascha hatte aufgrund der Wetterbedingungen wieder stärkere Probleme mit der Atmung. Ab dem Zeitpunkt schauten wir nur noch nach vorne. Wir kamen super durch die Schiebepassage, obwohl Martina mich da das eine oder andere Mal wohl verflucht hat, da war ich endlich mal schneller ;) Irgendwann wurde es dann wieder fahrbar, aber durch die Wolken konnte ich nicht sagen, wo oben ist. Auf jeden Fall schneite es und war saukalt. Oben zogen wir schnell unsere Regenjacken drüber, wobei schnell mit klammen Fingern auch relativ ist und dann ging es abwärts. Mit jedem Tiefenmeter wurde es dann wärmer, aber der Regen hörte nicht komplett auf. Schließlich folgten schlammige Wiesenpassagen und ich hing an Martinas Hinterrad, deswegen war ich im Ziel wohl auch dreckiger als sie. Irgendwann sammelten sich um uns herum einige Fahrer und es ging etwas flotter vorwärts. Aber diese kleinen „Hupfer“ bei Mittewald taten ziemlich weh. Ich frag mich immer, warum Männer da immer noch so rauf drücken können, aber insgesamt nicht schneller sind als wir… Als die Gruppe auf mind. 30 Fahrer angewachsen war, kamen wir zu einer ziemlich engen Unterführung, in der gerade eine Auto feststeckte. Die Folge war Stau und nur vereinzeltes Vorkommen. Schließlich hatte sich das Auto aber auch befreit und es ging weiter. Im Ziel waren wir überglücklich über unseren Etappensieg und warteten gespannt auf Danièle und Natascha. Der Sprecher schaute schon ganz nervös auf die Uhr, ob unser Vorsprung vielleicht sogar reichen würde – leider nicht. 30 sek fehlten, aber wir hatten unseren Rückstand von 6:30 min fast wieder wett gemacht. Wahnsinn! Das gab natürlich Motivation! Jetzt wollten wir auch zumindest einmal ins Leadertrikot schlüpfen.


4. Etappe: Brixen – St. Vigil

Nachts wachte ich dann mit Halsschmerzen auf, das passte mir ja so gar nicht. Ich fühlte mich auch ein bisschen matt, aber Fieber hatte ich keins, also ging es.
Da auf der Königsetappe am Ende mit der Forcella de Clans noch ein gemeiner Berg auf uns wartete, wollten wir nicht gleich am Anfang überziehen, aber rumtrödeln wollten wir natürlich auch nicht. Gleich nach dem Start machten die Schweizerinnen vom Velorado Racing Team Druck und zusammen mit ihnen erreichten wir Kreuztal. Dann ging es immer wieder rauf und runter bis wir zum Würzjoch kamen und dort schaltete Martina ihren Turbo. Es rollte sehr gut und sie unterstützte mich, wo es nur ging. Ich war schon ganz schön groggy und wir mussten einmal mehr büßen, dass wir unser Roadbook den Jungs am Stand überlassen hatten. Unser Höhenprofil stimmte nämlich wieder nicht mehr. Naja, irgendwie kamen wir nach Zwischenwasser und dann zum letzten Anstieg. Das letzte Stück war richtig steil und es hätte mich zuviel Kraft gekostet, da rauf zu fahren. Also entschied ich mich, wie die meisten Männer um uns herum, zu schieben, aber von unten kamen Natascha und Danièle immer näher. Wir erreichten jedoch als erste den Übergang und Martina ließ es bergab richtig laufen. Kurz darauf kamen wir an einem Gestürzten vorbei, das Ganze sah nicht gut aus. Er wurde durch das Rescue-Team bereits versorgt und wir hörten den Hubschrauber schon über uns. Dort vorbei zu fahren war kein schönes Gefühl. Ich hoffe dem Verunglückten geht es schon wieder ein wenig besser.
Nach einem kurzen letzten Anstieg, der mir wie eine Ewigkeit vorkam und ich schon fast verzweifelte, wechselte der Untergrund dann in Asphalt und Martina kannte bergab keine Bremse mehr ;) Es wurde unser zweiter Etappensieg und im Ziel trauten wir uns fast nicht auf die Uhr zu schauen: es reichte! Wir hatten die Gesamtführung übernommen! Irre!


5. Etappe: St. Vigil – Alleghe

Der Wetterbericht hatte nicht ganz recht, es schüttete morgens wie aus Eimern und warm war es auch nicht gerade. Dabei sollte es heute auf über 2400 m rauf gehen. Die Schneefallgrenze lag deutlich darunter, das konnte ja was werden. Am Start gab es schon die ersten Vermutungen, dass die Etappe verkürzt werden sollte, nur um wie viel war nicht klar. Zwischendurch hieß es evtl. an der ersten Verpflegung, ich hätte nichts dagegen gehabt. Wir sollten es aber erst auf der Strecke erfahren, das machte die Renneinteilung nicht gerade einfach. Vom Start weg gaben Martina und ich Vollgas und ich überzog schon ziemlich, aber irgendwie würde es schon gehen, außerdem war bestimmt nach der ersten Verpflegung Ende… der Asphalt ging in Schotter über und es ging bergauf, da war ich schon nicht mehr ganz so fit, aber egal, immer an Martinas Hinterrad bleiben hieß die Devise. Irgendwann ging der Regen in Schnee über und man merkte, dass die Temperatur mit jedem Höhenmeter, den es bergauf ging, deutlich fiel. Es war noch viel kälter als auf der dritten Etappe. Oben angekommen versuchten wir so gut es ging unsere klammen Finger unter Kontrolle zu bringen, die Jacken überzuziehen und dann ging es abwärts. Ich musste mich zwischendurch immer wieder vergewissern, ob ich den Lenker wirklich noch fest in meiner Hand hatte, ich fühlte es nicht mehr. Unter den Bedingungen konnten sie uns einfach nicht mehr weiter schicken, ich wäre verzweifelt. An der ersten Verpflegung kam die Zeitmessung und ich hoffte darauf, dass es vorbei war, aber dort hieß es noch 20 km. Wir befanden uns einige Kilometer vor Cortina und ich sah vor meinem inneren Auge schon das Ziel dort aufgebaut. Martina wunderte sich etwas über meine Euphorie, sie hatte den Tacho und wusste, dass es bei den verbleibenden 20 km noch mal gehörig rauf gehen sollte. Sie versuchte es mir auch zu sagen, aber ich hörte es nicht. Als wir dann durch Cortina durch waren begann mein Leiden. Vom Kopf her war ich ja schon im Ziel und ich hatte keine Ahnung, wann dieses jetzt kommen sollte. Ich kämpfte wirklich aber aus den Beinen kam nicht mehr allzu viel raus. Sobald wir auf der Straße waren, schaltete Martina ihren Turbo wieder ein und übernahm sämtliche Aufgaben für mich: denken, schieben, Gels aus dem Trikot holen und öffnen, es ging alles nicht mehr ;) Ziel war dann an der zweiten Verpflegung, was in meinen Augen nicht so sinnvoll war. Alle, die keine Betreuer vor Ort hatten mussten dann noch zum Passo Falzarego rauf und auf der anderen Seite wieder runter, dabei waren ja schon alle durchnässt und durchgefroren.
Wir hatten jedenfalls gewonnen und unseren Vorsprung ausgebaut, vielleicht sind wir einfach die geborenen Schlechtwetterfahrerinnen :-)
In der Nacht konnte ich endlich mal wieder richtig gut schlafen. Ich hatte in den Tagen vorher immer Probleme mit meinem Bauch und das merkte ich nachts besonders, da ich nicht wusste wie ich mich hinlegen sollte. Aber der Schnaps am Abend half wirklich ;)


6. Etappe: Alleghe – San Martino

Vor der sechsten Etappe hatte ich schon vor dem Start in Mittenwald Bammel – es ging ja fast nur bergauf, zumindest sah es für mich so aus. Immerhin schien die Sonne. Weil ich schon nicht mehr ganz so fit war, wollten wir zumindest an unseren Verfolgerinnen dran bleiben, was auch bis zum vorletzten Berg ganz gut funktionierte. Aber dann verlor ich Meter um Meter und der letzte Anstieg war der Horror für mich. Laut Martinas Tacho konnte es nicht mehr weit sein, aber damit tröstete sie mich nun schon eine ganze Weile. Nach jeder Kurve dachte ich: Juchhu! Das war’s, endlich oben… und dann sah man schon wieder die nächste… Danièle und Natascha waren über alle Berge, aber ich war eh schon zu blau um noch klar sehen zu können ;) In der Abfahrt kamen dann endlich mal ein paar schönere Trails, so viele hatten wir auf dieser Transalp bisher noch nicht. Wir erreichten das Ziel als Zweite mit über 3 min Rückstand auf die beiden anderen. Der Sprecher ritt im Interview so auf den verlorenen 3 Minuten rum, dass ich nur gesagt hab, dass wir es spannend halten wollten. Natürlich hab ich mein Bestes gegeben, aber mehr war einfach nicht drin. Im Hotel war ich dann zu kaputt für alles, zu müde zum schlafen, essen, trinken, duschen, Massage… irgendwann schaffte ich es dann doch noch, aber am liebsten wäre ich nicht mit runter zur Siegerehrung gefahren. Ich fühlte mich total ausgelaugt und hatte keine Ahnung, wie ich die kommenden 2 Tage überstehen sollte.


7. Etappe: San Martino – Trento

Am Morgen fühlte ich mich noch schlechter als bisher. Fieber hatte ich zwar keins aber dafür kamen Husten und Schnupfen dazu und k.o. war ich auch. Keine Ahnung, wie das funktionieren sollte, die Etappe wurde ja auch noch um 14 km verlängert. Keine Ahnung warum, aber begeistert war ich davon absolut nicht. Ich spielte mit dem Gedanken Martina zu sagen, dass wir nur noch locker weiter fahren sollten. Innerlich hatte ich eigentlich schon aufgegeben, aber ich traute es mich nicht zu sagen. Martina sah es mir an, wollte aber ihrerseits auch nicht nachfragen. Hätte ich etwas gesagt, sie wäre sofort einverstanden gewesen, aber ich wollte sie ja auch nicht hängen lassen nach den ganzen Strapazen. Also fuhren wir wieder so schnell es ging los. Anfangs ging es mehr bergab mit kurzen Gegenanstiegen, was mir ja offensichtlich etwas mehr liegt. Wir lagen in Führung, nur wie ich über den Passo Cinque Croci kommen sollte, wusste ich noch nicht. Irgendwann ging es dann rauf und ich hätte eigentlich ne neue Flasche gebraucht. Zu dumm, dass ich nicht aufgepasst hatte, wo heute unsere Verpflegung steht. Auf jeden Fall kam keine mehr. Naja, dann musste es wohl so gehen. Als ich wirklich trocken lief gab mir Pierre Bischoff, der gerade an uns vorbei fuhr, seine Flasche, super nett! Ich hatte n ziemlich schlechtes Gewissen, schließlich hatte er nun meine leere. Martina brachte mich da irgendwie hoch und ich war froh als es dann endlich flacher wurde und bergab ging, leider wieder nur auf Schotter und Asphalt, aber Martina ließ es richtig laufen. Im Flachstück erwischten wir eine gute Gruppe, ich hatte aber immer wieder Probleme nach Richtungswechseln dran zu bleiben. Damit ich nicht ganz aus der Gruppe fiel, riss ich mich noch einmal zusammen und trat nach einer Unterführung richtig an. Was genau dann passierte weiß ich nicht, ich trat jedenfalls voll ins Leere und flog im hohen Bogen über den Lenker. Zum Glück war ich schon am Ende der Gruppe, so dass nicht mehr viele an mir durch mussten. Zwei Dänen hielten sofort an und warteten um sich zu vergewissern, ob alles in Ordnung sei, vielen Dank nochmal dafür. Kurzer Check: Die Schürfwunden an den Beinen konnten nicht so schlimm sein, der rechte Ellbogen war etwas dicker, aber richtig schmerzen tat er nicht. Also rauf aufs Rad und weiter. Bis zum letzten 300 hm Anstieg nahmen uns die beiden Dänen in ihren Windschatten, so konnte ich mich ein bisschen von dem Sturz erholen. Als es dann wieder rauf ging, war ich platt. Martina unterstützte mich so gut es ging, sie ist einfach bärenstark. Trotzdem wollte der blöde Berg kein Ende nehmen und das „gleich haben wir’s“ stimmte leider auch nicht. Oben angekommen kamen 2 Männer von hinten, die uns dann die letzten flachen Kilometer ein bisschen Windschatten spendeten. Und dann war da auch schon die Zeitnahme. Wir hatten wieder einen Etappensieg geholt. Ich konnte es nicht glauben, so wie ich mich am Morgen gefühlt hatte… aber dank Martinas Hilfe kam ich irgendwie über alle Berge :-)


8. Etappe: Trento – Riva

Eigentlich wird auf der letzten Etappe ja nicht mehr richtig angegriffen, aber unsere Verfolgerinnen wollten natürlich auch gerne am Ende ganz oben stehen.
In der Nacht habe ich nicht viel geschlafen, der Husten wurde immer schlimmer und mit den ganzen Blessuren an Hüfte, Beinen und Arm wusste ich nicht wie ich einigermaßen schmerzfrei liegen sollte.
Da unsere „Abwartentaktik“ beim letzten Mal nach hinten los ging, sahen wir unsere einzige Möglichkeit in der Flucht nach vorne. Am ersten Anstieg gingen mir schon fast die Lichter aus, dabei kam danach ja noch einiges. Den Regen empfand ich bergauf als Erleichterung, mir war eh schon so warm. In der Abfahrt schlossen Danièle und Natascha wieder auf und Natascha versuchte zu attackieren. Wir hatten gerade eine Männergruppe erreicht und mein Ziel war einfach nur da dran zu bleiben, Martina würde schon mithalten. Also trat ich rein und es klappte. Ich schaute mich nicht mehr um, das machte Martina dann für mich, aber ich wollte auch gar nicht wissen, wo die anderen waren. Den zweiten Berg drückten wir dann ziemlich hoch und Martina unterstützte mich immer und immer wieder. Ich glaube, das war der härteste Berg in meiner Renngeschichte. Dann kamen ein paar Trails, die zwar schmierig, aber gut zu fahren waren. Meinen Ellbogen merkte ich der ganzen Anspannung gar nicht. Am schlimmsten waren die Sträucher, die immer wieder gegen die Aufschürfungen am Oberschenkel trafen, es war wie Nadelstiche. Endlich erreichten wir Lon und obwohl ich den Anstieg nach Ranzo wirklich gut kannte, kam er mir ewig vor. Martina motivierte mich immer wieder, ich brachte aber, außer Keuchen, nicht mehr viel heraus. Der Husten und die Anstrengung hatten auch ihre Spuren auf meinen Stimmbändern hinterlassen, ich konnte nur noch piepsen und krächzen. Als wir dann endlich in Ranzo waren, ging es nur noch bergab und flach. Aber so richtig glauben, dass wir es wirklich schaffen können, wollten wir dort auch noch nicht. Ein Platten kann ziemlich viel zunichte machen. Wir erwischten wieder eine sehr gute Gruppe und zwischendurch verlor ich fast den Anschluss. Ich war so fertig – ich hatte zwar auf einem Straßenschild gelesen, dass es bis Riva nur noch 2 km waren, aber ich fragte Martina bestimmt noch 5 mal wie weit es denn noch wäre. Erst als wir in Riva einbogen, da konnten wir es fassen: wir hatten tatsächlich gewonnen!
Dann ging alles ganz schnell: Fotos hier, Interviews da und n Autogramm durfte ich auch geben, schon ein komisches Gefühl. Wir hatten noch nicht einmal die Zeit auf Danièle und Natascha zu warten. Dafür erfuhren wir, dass unser Mixedteam den dritten Gesamtrang souverän verteidigt hatte. Was für ein Erfolg!
Am Abend fühlte sich alles genauso an, wie die Tage zuvor, dass wir jetzt wirklich gewonnen hatten, das realisierten wir noch nicht so richtig.
Gesamtzweite wurden dann Danièle und Natscha und dritte die beiden sympathischen Schweizerinnen Susanne und Manuela.

Ein riesiges Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben. Nur mit so einem super Team im Hintergrund war das überhaupt möglich. Danke an Karlheinz, Lena, Stub, Michel und Julian, die sich permanent um uns sorgten und es uns an nicht fehlen ließen.
Und natürlich danke an alle, die uns auf und neben der Strecke immer wieder motiviert und an uns geglaubt haben. Das tat echt gut und hat die Strapazen schnell wieder vergessen gemacht! Vielen, vielen Dank!


Kitzalpbike

Vergangenes Wochenende „feierte“ ich auf der Extremstrecke meine Premiere beim Kitzalpbike. Die Entscheidung war nicht so ganz einfach, der SellaRonda Hero hat mir letztes Jahr schon extrem gut gefallen. Aber ich wollte 2 Wochen vor der Transalp nicht unbedingt noch eine solche Langdistanz fahren. Zudem hatte ich in den Tagen nach der MadEast Challenge noch ein paar intensive Einheiten drauf gesetzt und so ganz frisch war ich nicht mehr. Das merkte ich dann auch gleich am ersten Anstieg. Im Gegensatz zu den letzten Jahren fuhr ich am ersten Berg nicht so schnell es ging, sondern versuchte dort schon meinen Rhythmus zu finden. Als mir dann die Kette vom den vorderen Kettenblättern fiel, verlor ich in dem Getümmel den Überblick, wie viele an mir durch waren.
Der erste Anstieg hatte gleich mal 1000 hm, so was langes bin ich dieses Jahr noch gar nicht am Stück gefahren, das fanden auch meine Beine. Am Ende gab es dann noch eine Schiebepassage und da konnte ich, nicht weit von mir entfernt, Sarah und Krissi erblicken. So schlecht lag ich wohl dann doch nicht. Oben war es ziemlich kalt und am Gegenanstieg fühlten sich meine Beine gar nicht mehr so toll an. Während der Abfahrt überlegte ich schon, ob ich vielleicht doch nur die „Medium“ fahren sollte. Ich konnte mich immer mehr mit dem Gedanken anfreunden und wollte an der Abzweigung Karlheinz fragen, an wievielter Stelle ich da liegen würde. Als dann die Streckenteilung kam, stand Karlheinz hinter der Abzweigung!!! Ich versuchte ihm die Sache zu erklären, aber ich hatte schon die neue Flasche in der Hand und hörte nur noch die Worte „Krissi ist gerade erst durch, du liegst super! Auf!“ Und schon befand ich mich wieder im Sattel, auf dem Weg zum zweiten langen Anstieg. So richtig motiviert war ich nicht und so dümpelte ich eine Weile vor mich hin. Irgendwann ging es dann etwas besser, ich musste ja jetzt sowieso rauf. Aber richtig laufen wollte es nicht und meine Flasche war schon fast leer, das wurde knapp bis oben. Kurz vor dem höchsten Punkt überholte mich dann Steffi, in der Abfahrt hatte ich sie jedoch ziemlich schnell wieder eingeholt – der Ehrenbachtrail macht richtig Spaß. Als sie meinte, dass es gleich besser würde, war ich eher enttäuscht, es war lustig an den ganzen schiebenden Männern vorbei zu fahren  Als es dann noch einmal rechts in einen Trail ging, hatte ich Steffi schon ganz schön abgehängt. Nach meinen Erinnerungen an das Höhenprofil ging es jetzt nur noch bergab, das Höhenprofil, dass die Organisatoren ausgedruckt hatten, stimmte definitiv nicht, da es demnach auf der Extremstrecke eine Bergankunft gegeben hätte. Aber meine Erinnerungen waren falsch: es kam noch einmal ein Anstieg und der wurde zu meinem Verhängnis. Als wir dort rein fuhren, stand schon der erste Mann mit Krämpfen am Rand. Bei mir fing es kurz darauf auch an und zwar so, dass ich vom Rad musste. Aber es wurde dadurch nicht besser, sondern nur noch schlimmer. Ich konnte mein Bein noch nicht einmal so bewegen, dass ich wenigstens laufen konnte. Also hieß es stehenbleiben und abwarten. Irgendwann kam Steffi dann wieder vorbei und schließlich auch die Klose-Schwestern. Ich versuchte zwischendurch noch einmal aufzusteigen, aber es ging gleich wieder los. Es dauerte ziemlich lange bis es wieder einigermaßen akzeptabel wurde. Als ich dann wieder aufsteigen konnte, traute ich mich nicht mehr richtig Druck zu machen. Zumindest kamen sie nicht mehr wieder. Bis zum Ziel war es gefühlt noch eine Ewigkeit über matschige Wurzeltrails, aber das machte dann wenigstens wieder Spaß. Die Kloses konnte ich natürlich nicht mehr einholen und so fuhr ich als Gesamtsechste über die Ziellinie. Da aber alle vor mir älter waren, gab es sogar noch einen Blumenstrauß für die Altersklassenwertung ;-)



Mad East Challenge

Jetzt bin ich auch endlich mal wieder länger als 2 Tage in der Woche zuhause und kann einiges nachholen. Seit Willingen war ich viel unterwegs und hatte leider fast keinen Internetzugang. Und da ich noch kein Besitzer eines Smartphones bin, blieb viel zu viel liegen.
Ich versuche in umgekehrter Reihenfolge zu berichten…

Am Donnerstag ging es weiter nach Altenberg zur Mad East Challenge. David hatte uns das Rennen wärmstens empfohlen und er hat Recht behalten. Es ist eine echt lustige und persönliche Veranstaltung und noch nicht so überlaufen, wie manch anderes Rennen. Nur vom Design des Leadertrikots war ich nicht so überzeugt und eigentlich ganz froh, dass ich es nicht anziehen musste ;)
Freitag abend gab es einen kleinen Prolog: eine 8 km lange Strecke, bei der es einmal einen Berg rauf und dann hinten über eine matschige Naturrodelbahn wieder runter ging. Ines schlug am Start ein Mordstempo an und ich versuchte verzweifelt an ihrem Hinterrad zu bleiben. Dann ging Krissi in Führung, Bettina Dietzen lag an zweiter und ich an dritter Stelle. Auf den Trails zum höchsten Punkt konnte ich auf Bettina aufschließen und sie dann ziemlich bald überholen. Und schon sah ich in der Abfahrt Krissi vor mir. Das motivierte mich so sehr, dass ich es richtig laufen ließ. Als ich an ihr durch war, kam Gesa Brüchmann von hinten vorbei geschossen. Ich wollte hinterher, aber genau in dem Moment stürzte der vor mir fahrende Mann ausgerechnet in dem größten Matschloch auf der Strecke und ich natürlich dann auf ihn drauf. Also musst ich Krissi noch mal überholen, aber Gesa war schon zu weit weg. So konnte ich mir aber trotzdem den zweiten Platz sichern, Krissi wurde dritte und Ines neunte. Am nächsten Morgen hatte ich ganz schön Bammel… 102 km so viel bin ich diese Saison noch nicht mal annähernd gefahren. Ich hielt mich am Start ein bisschen zurück, Krissi ging in Führung und dann zog irgendwann der Bad Salzdetfurth-Express an mir durch: Doris Steenfatt mit 4 (!!!) männlichen Begleitfahrern. Ich versuchte erst mitzugehen, aber als letzte in der Gruppe macht sich der Zieharmonika-Effekt am stärksten bemerkbar und ich musste reißen lassen. Irgendwann kam Bettina Dietzen von hinten und wir versuchten eine Weile zusammen unser Glück. Allerdings war ich in den Abfahrten schneller und so lag ich wieder vor ihr. So ging es eine Weile hin und her, bis wir schließlich irgendwann Krissi einsammelten und uns zu dritt auf die Verfolgung machten. Bis km 80 fühlte mich ganz gut, jetzt waren es ja nur noch 20 – also absehbar. Und dann fiel mir mal wieder die Kette beim Schalten runter, so dass ich vom Rad musste. Damit war der Anschluss natürlich dahin und Bettina machte Druck, damit ich nicht noch mal ran kam. Und ab dem Zeitpunkt wollten die Kilometer nicht weniger werden – gefühlt waren es dann mindestens 40. Ich konnte langsam nicht mehr sitzen, aber jedes Mal wenn ich aufstand, fingen die Oberschenkel an zu krampfen, da musste mein Hintern dann wohl durch. In der letzten Abfahrt (man konnte dort nicht sitzen bleiben) bekam ich dann einen richtigen Krampf und musste absteigen und laufen. Im Ziel hatte ich dann knappe 2 Minuten Rückstand auf Krissi und Bettina. Doris hatte natürlich durch ihre ganzen Helfer gewonnen, aber ebenfalls nur 2 Minuten Vorsprung auf die beiden.

Am Sonntag fuhr Doris dann sogar weitestgehend alleine, es gab aber auch viele Beschwerden gegen ein solches Verhalten. Am Start zog sie in einer Männergruppe dann doch davon, ich traute mich nicht mitzugehen aus Angst vor Krämpfen. So fuhr ich mit Bettina ein wenig zusammen, bis sie die Flucht nach vorne suchte und Krissi von hinten aufschloss. Von da an gab es Mountain Heroes Teamwork. Krissi und ich versuchten uns so gut es ging gegenseitig zu motivieren, waren aber immer alleine unterwegs. Ab und zu hatten wir einige Männer im Windschatten, aber die wollten nicht nach vorne gehen, bis sie uns dann am Berg überholten. Nicht so nett. Es regnete immer wieder und überall war es matschig. An einem Anstieg sagte uns ein Fotograf, dass wir 2 Minuten Rückstand auf die Führende hätten. Da war ich baff und einige Sekunden später tauchte Doris vor uns auf. Da waren wir natürlich super motiviert und überholten sie ziemlich schnell. 10km vorher sah ich einen ihrer gestrigen Begleiter am Rand stehen und einen Platten flicken und Doris lieferte und die Erklärung auch prompt: sie habe einen Platten gehabt und jetzt keine Lust mehr. So viel kann sie dadurch nicht verloren haben. Ich hatte es mir schon gedacht, aber wollte es nicht wirklich glauben. Naja, jetzt war sie ja schon überholt und da war auch schon Bettina. Zu dritt wollten wir den Abstand so gut wie möglich ausbauen. Und dann kam eine schmierige Abfahrt und Bettina war weg. Also gab ich Gas, Krissi blieb am Hinterrad und zusammen kämpften wir uns über die letzten 25 km. Ich fühlte mich immer besser, hatte aber keinen Tacho und konnte auf dem aufgeweichten Höhenprofil nicht mehr so viel erkennen. Nach dem letzten Anstieg fanden wir dann eine gute Männergruppe, die uns die letzten 3-4 Kilometer mitnahm. Ich bekam noch mal kurz Krämpfe und Krissi fieselte gleich eine Salztablette aus ihrem Trikot. Es ging dann ziemlich schnell wieder besser, aber dann ging es eh nur noch bergab. Ich holte mir den Tagessieg und Krissi sicherte sich sogar die Gesamtwertung. Als Bettina ins Ziel kam, war klar, dass Doris auch in der Gesamtwertung nicht mehr unter die ersten drei kam. Der Vorsprung auf Bettina reichte sogar, dass ich in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz vorrutschte :-) So langsam wird es besser und macht auch wieder Spaß.

Fotoshooting Canyon

Dann gab es auch schon meinen nächsten Einsatz für die TOUR. Diesmal stand ein Satteltest an. War schon interessant zu sehen, wie so was abläuft und bei manchen Sätteln hab ich mich gefragt, ob sich die Hersteller überhaupt selber mal drauf setzen und gucken ob das überhaupt so passen könnte. Am Ende hatte ich dann zwei klare Favoriten, aber die verrate ich noch nicht :-p
Wieder zuhause angekommen hieß es dann Tasche packen fürs Canyon Fotoshooting, was aufgrund des Wetters aber x-mal verlegt wurde. Letztendlich war unsere Ausgangsstation dann in Bardonecchia, ca. 100km westlich von Turin. Wir kamen ziemlich spät erst an und da die Wetterprognose für den kommenden Tag ziemlich schlecht war, ging es dann morgens weiter nach Finale. So richtig viele Trails fährt man bei so einem Fotoshooting ja leider nicht, sondern vielmehr 10x die gleiche Kurve und dann geht es 500m weiter. Deswegen hab ich von den Trails leider nicht so viel gesehen, dafür aber ne grandiose Aussicht auf das Meer gehabt, bis der Nebel kam. Abends ging es dann wieder zurück nach Bardonecchia und am nächsten Morgen nach Sauze d’Oulx. Dort gibt es super schöne Abfahrten, viel Wald, wenig Schotter… zumindest an den Stücken, die wir „besichtigt“ haben. Nur gegen Abend nimmt der Wind ganz oben ziemlich zu, da ist dann ein kurzes Trikot ganz schön kalt ;) Wo wir dann am nächsten Tag waren, weiß ich schon nicht mehr, es war aber wieder eine richtige Offroadtour mit dem Auto. Abends dann wieder zurück nach Hause, das war dann ein ganz schön langer Tag.



Bikefestival Willingen

Beim Bikefestival in Willingen war das Team wieder mit nem Stand auf dem Messegelände vertreten, deswegen reisten wir schon ziemlich früh an. Am Freitag fuhr ich vormittags einige Male auf der Endurostrecke, weil ich da schon mit dem Gedanken spielte am Sonntag dort zu starten. Am Nachmittag gab es dann eine kleine geführte Tour quer durch die Sauerländer Landschaft.
Sonntag fiel der Startschuss mal wieder viel zu früh – um 7:30 Uhr! Mir wird es wohl immer ein Rätsel bleiben, warum man so was um diese Uhrzeit macht. Naja, dafür war das Wetter für Willinger Verhältnisse super: so früh natürlich noch kalt, aber kein Regen, Nebel oder sonstiges. Am ersten Berg lief es bei mir schon nicht so richtig gut, der Puls wollte nicht rauf, geschnauft hab ich wie ein Ochse, aber vorwärts kam ich nicht. Und so zog eine Fahrerin nach der anderen an mir durch und nie konnte ich das Hinterrad länger als ein paar Minuten halten. Irgendwann gesellte sich dann Krissi zu mir und wir fuhren abschnittsweise immer wieder zusammen. Aber so richtig wollten meine Beine auch nicht aufgehen und gegen Ende kämpfte ich immer wieder mit (dieses Mal nur) leichten Krämpfen. Der letzte Berg wollte gar kein Ende nehmen, so lang war der morgens noch gar nicht. Und da hatte es auch noch nicht so penetrant nach Streichelzoo gerochen, zumindest kam es mir so vor. Letztendlich wurde es dann der 6. Platz auf der „kurzen“ Runde mit 52 km und 1600 hm, aber mit einem ordentlichen Rückstand auf die Siegerin Nadine Rieder.
Am Montag morgen stand ich dann mit Nadine oben am Ettelsberg und gemeinsam warteten wir auf unseren Einsatz. Es war alles ein bisschen unstrukturiert, aber es sollte ja auch nur Spaß machen ;) Dafür war ich aber verdammt aufgeregt, was ein 15minütiges Warten and er Startlinie auch nicht unbedingt besser machte. Was mich überraschte, wie verbissen und zickig plötzlich manche von den Mädels waren, obwohl man 1 Stunde vorher noch ganz normal miteinander gesprochen hatte… Egal, Start, Rad geschnappt, aufgesprungen, eingeklickt und gleich wieder aus dem Pedal geflogen. Klar… also wieder rein und den Mädels hinterher. Es ging ca. 300m leicht bergauf und ich kam bis zur Abfahrt zumindest wieder bis an Nadine ran. Während der Abfahrt blieb der Abstand relativ konstant, aber Karen Eller rückte von hinten näher. In einer der letzten Kurve machte ich die Tür innen auf und sie ging vorbei… Und dann ging es in einer S-Kurve unten wieder auf die Straße. Gestern war da ne kleine Abkürzung, die wollte ich kurzentschlossen nehmen und schon hing ich mit dem Lenker im Absperrband – da durfte man nicht durch. Hätt ich mir eigentlich denken können, aber zu spät. Runter vom Rad, „ausparken“, wieder drauf und die Verfolgung aufgenommen. Aber Nadine und Karen waren zu weit weg als dass ich sie noch hätte einholen können. So kam ich dann bei meinem ersten Endurorennen als Dritte ins Ziel :-)


Mai

Hmmm... irgendwie läuft es diese Saison noch nicht so, wie ich mir das vorgestellt hab. Riva musste ich leider kurzfristig canceln, weil mein Freund mit dem Gleitschirm etwas unsanft im Marroche-Gebiet (oberhalb von Arco) gelandet ist. Da hatte ich dann nicht den Kopf 3 Tage später wieder Richtung Süden zu fahren. Also entschloss ich mich eine Woche später im Odenwald beim Katzenbuckelmarathon an den Start zu gehen. Dort galt es vier Runden auf einer 16km-Runde zu absolvieren. Die erste Runde lief noch ganz gut, obwohl ich mich da schon fragte, wie ich das noch drei Mal schaffen sollte. Zwei Runden hätten für den Anfang wohl auch genügt. Bereits in der zweiten Runde merkte ich, dass so langsam meine altbekannten Krämpfe wiederzukehren drohten, deswegen nahm ich ein wenig raus. Jedoch leider erfolglos: in der dritten Runde wurde es dann immer schlimmer und in der Vierten wusste ich teilweise nicht, wie ich mich bergauf noch auf dem Bike halten sollte, weil jede Kurbelumdrehung so weh tat. Letzten Endes sprang dann trotzdem noch der dritte Gesamtrang für mich raus.
Das Wochenende drauf stand dann die Eröffnung des Mountain Heroes Basecamps auf dem Programm. Glücklicherweise hielt das Wetter entgegen aller Prognosen noch relativ lang und so fanden einige Neugierige den Weg in die Hindelanger Straße.
Sonntag wollte ich dann unbedingt in Walenstadt (CH) an den Start gehen, aber irgendwie ging es meinem Bauch gar nicht gut, weswegen ich den Start dann doch absagen musste.
Letzte Woche ging es dann nach Weilheim zur 12h-WM. Zusammen mit Ines, Sarah und Chiara trat ich im 4er-Damenteam an. Unsere Taktik war zunächst im Rundenrhythmus zu wechseln, um möglichst schnelle Rundenzeiten fahren zu können. Die Strecke war richtig schön abwechslungsreich, mit vielen Wurzel- und Wiesenpassagen. Nach ein paar Runden hatten wir einen guten Vorsprung heraus gefahren, den wir dann bis ins Ziel ausbauen konnten. Jede von uns war ganz schön kaputt, aber wirklich langsamer fahren, wollte auch keine. Die letzte Runde fuhren wir dann alle gemeinsam, was ein schöner Abschluss war und uns einige verwunderte Blicke auf der Strecke einbrachte. Am Ende konnten wir uns dann über den 12h-Weltmeistertitel samt -trikot freuen.

Dieses Wochenende ging es dann für mich in Richtung Heimat. Zuerst nisteten wir uns bei meinen Eltern ein, um dann am Samstag auf dem Weg zur Taufe meines Patenkindes in Bochum einen kurzen Zwischenstopp einzulegen. An der Ruhruni fanden dieses Jahr die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Cross Country statt. Da ich ja keine Studentin mehr bin, startete ich beim 2h-Rennen, welches als Rahmenprogramm angeboten wurde. Auf einer 5,8 km langen Runde galt es so viele Runden wie möglich zu sammeln. Die Runde verlief überwiegend auf Trails, sowohl bergauf als auch bergab, und ich schaffte es bis zur vorletzten Runde nicht, mir merken zu können, welcher Streckenabschnitt als nächstes kommt ;) So verging die Zeit relativ schnell und schließlich fuhr ich als erste Dame über die Ziellinie. Ich glaube, ich hätte auch noch 2 Runden weiter fahren können, aber kein bißchen schneller. Hoffentlich ändert sich das bis zur Transalp Challenge noch, sonst wird es eine gemütliche Woche für Martina ;)
Gleich nach der Siegerehrung ging es dann weiter nach Mainz, wo wir dann am Sonntag bei bestem Wetter die Taufe von Jakob feierten.

April

Jetzt ist es schon wieder April. Ich hatte im März gerade die Berichte für die Newsseite aktualisiert und wollte sie online stellen, als das Unglück in Japan passierte. Es erschien mir dann nicht richtig von meinen Höhen und Tiefen zu berichten, wenn sich am anderen Ende der Welt so etwas ereignet und tausende von Menschen ums Überleben kämpfen. Da kommt man sich selbst mit seinen Problemen doch eher lächerlich vor.
Aber jetzt hat die Rennsaison ja wieder begonnen und es wird wohl doch einmal Zeit, dass ich alles auf Vordermann bringe.
Mein Saisonstart sollte in Münsingen von der Bühne gehen, ich wollte vor Riva unbedingt eine Rennbelastung haben. Allerdings hatte ich auch bisher nur 2 intensivere Einheiten in den Beinen, was ich dann auch gleich zu spüren bekam.
Dieses Jahr wurde die Starterzahl beim Frühjahrsmarathon von 500 auf über 700 erhöht, was bei der Startaufstellung in der engen Gasse nicht unbedingt zu geordneteren Verhältnissen führte. Mit Martina und Krissi stellte ich mich irgendwo ins vordere Mittelfeld, wobei wir schon die meisten Frauen vor uns hatten. Bis wir dann endlich losfahren durften, verging schon einige Zeit und das Feld zog sich schnell auseinander. Normalerweise mag ich eine schnelle Startphase, aber bereits der Anstieg durchs Zielgelände machte mir zu schaffen. Ich konnte weder Martinas noch Krissis Hinterrad halten und auch sonst schaffte ich nie wirklich den Sprung ans Ende einer Gruppe. So fuhr ich dann meist im gleichen Tempo 5m dahinter, kam aber nicht näher. Mein Knackpunkt in Münsingen sind immer die ersten 15-20 Minuten und dieses Mal wollten meine Beine partout nicht so wie mein Kopf und das machte letzterem dann ganz schön zu schaffen mit dem Ergebnis, dass ich dort ausstieg, worüber ich mich immer noch ärgere. Aber rückgängig kann ich es leider auch nicht mehr machen. Dafür freute ich mich im Ziel umso mehr über das gute Ergebnis von Krissi und Martina, die als 5. (1. AK) und 7. (4. AK) ihr Rennen beendeten.
Dafür fuhr ich am Montag mit Martina nach Naturns, wo wir zwei uns vom Daniel die Berge hoch und Trails runter scheuchen ließen. Wahnsinn! So etwas wie hier gibt es bei uns kaum und wenn, dann sind die Wege von Wanderern bevölkert, die man besser meidet. Bergauf hat es mich ganz schön gequält, dafür hatte ich bergab immer wieder Glückserlebnisse, weil ich viele Passagen mit Sicherheit nicht gefahren wäre, wenn Daniel nicht eine schöne Linie vorgefahren hätte. Aber ich merke, dass die Bikesaison wieder begonnen hat, Teile meiner Oberschenkel und Waden verfärben sich langsam aber sicher in rot-blau-lila Töne ;)
Als nächstes steht dann jetzt Riva an, ich bin mal gespannt, ob ich dann zumindest bergab einiges gut machen kann :-)



Februar

Die erste Februarwoche wollte ich unbedingt zum ausgiebigen Lernen nutzen: Mitte Februar standen die Abschlussklausuren von meinem Fernstudium an. Aber pünktlich zum Wochenende erwischte mich irgend so ein bescheuerter Virus mit Fieber, Gliederschmerzen und Husten und der hielt sich ziemlich hartnäckig. Anfangs dachte ich noch: „naja, bis jetzt lief es ja gut, dann ist so ein kleiner Infekt auch nicht so schlimm. Nach der Prüfung wird es bestimmt schnell wieder besser“. Die Prüfung war dann leider auch nicht so ganz nach meinen Vorstellungen, ich hab wohl ein bisschen zu sehr mit „Mut zur Lücke“ gelernt ;) die Ergebnisse gibt es erst Ende März, ich bin mal gespannt, ob ich wirklich bestanden habe. Und dann rückte der 21.2. immer näher. An dem Montag sollte es für 2 Wochen nach Gran Canaria gehen und der Husten war eine Woche davor leider immer noch keine Bohne besser. Als ich dann am Mittwoch endlich noch einen Termin beim Arzt bekam, hieß es dann „Antibiotikum für 7 Tage“. Super, also bis Gran Canaria weiter keinen Sport machen… das konnte ja heiter werden.
Das Wetter war super für einen Badeurlaub: Maspalomas 28°C und Sonne hieß es bei unserer Ankunft. Da ich ja noch Antibiotika nehmen musste, machten wir am Dienstag den Strand unsicher mit dem Erfolg, dass ich, durch den kühlenden Wind nicht mitbekam, dass ich mir trotz LSF 30 n deftigen Sonnenbrand in den Kniekehlen eingefangen hatte.
Mittwoch ging ich dann zum ersten Mal aufs Bike, aber es war so warm (ich hatte wegen des Sonnenbrandes auch noch Knielinge an) und ich war so langsam, dass ich noch nicht mal ein bisschen Fahrtwind abbekam. Und schließlich hatte ich bergauf auch noch Angst umzukippen – langsamer konnte ich einfach nicht mehr fahren. Nach noch nicht mal einer Stunde war ich so frustriert, dass ich wieder zum Hotel zurück eierte. Die nächsten beiden Tage waren immer noch nicht wirklich besser. Erst nach dem Ruhetag nahm ich den Kampf mit älteren Herrschaften mit Socken und Sandalen auf Trekkingrädern auf – leider ohne großen Erfolg. Bergauf holten sie mich immer wieder ein. Mein Schneckentempo führte dann dazu, dass die Touren ziemlich lang wurden, ich wollte ja nicht immer das Gleiche fahren….
Gegen Ende wurde es dann langsam etwas besser, aber von schnell fahren kann leider immer noch keine Rede sein. Am 7.3. ging es dann wieder zurück nach Deutschland, wo es zum Glück nicht mehr ganz so kalt war. Gestern hab ich es dann mal wieder probiert, aber ich weiß nicht, was los ist. Ich komme immer noch nicht vom Fleck. Jetzt bin ich etwas unsicher, was meine Saisonplanung anbetrifft, so schlimm hatte ich es mir wirklich nicht vorgestellt. Hoffentlich wird jetzt der März wieder besser, so macht Sport nicht so viel Spaß. Drückt mir die Daumen!
Und zu allem Überfluss wird mein lieber, alter Fiesta nicht mehr durch den TÜV kommen und ich muss mich nach einem neuen Auto umsehen. Falls jemand von euch Beziehungen zu einer Autofirma hat: im Mai brauche ich gaaaaaanz dringend ein neues!



Januar

Nachdem Weihnachten bei uns ein bisschen turbulenter war in diesem Jahr, ging das neue Jahr eher ruhiger los.
Das Mountain Heroes Quartier konnte in Angriff genommen werden und es gab einiges zu tun: abkleben, streichen, putzen, sägen, …
Dann stand ein LVS-Kurs mit den Mountain Heroes auf dem Programm, damit wir auch alle im Ernstfall wirklich wissen was zu tun ist und wie unser jeweiliges LVS-Gerät funktioniert. Es hat Spaß gemacht und zusätzlich konnten die „Bike Mountain Heroes“ auch die „Ski Mountain Heroes“ kennen lernen.
Bis Ende Januar lief das Training bei mir eigentlich ganz gut. Ich konnte zwar nicht ganz so oft zum Skaten gehen, wie ich mir das vorgestellt hatte, weil mein rechter Knöchel meinen Skatingschuh nicht mochte und sich wehement zu Wort meldete, sobald ich auch nur probierte ein paar Schritte damit zu gehen. Daher nahm ich dann doch wieder häufiger die Bergschuhe und ging in den Bergen spazieren ;) Zum ersten Mal hab ich auch ein richtiges Kraftprogramm mit eingebaut und bis Januar stand hauptsächlich Maximalkrafttraining auf dem Plan. Dummerweise merkte ich das dann auch bald an meinen Hosen, die mir langsam aber sicher zu eng wurden, aber dank Timezone konnte ich ganz unbemerkt auf Boyfriend-Jeans umsteigen ;)
Der Laktattest im Januar war zwar nicht gerade der Beste, aber Günther Hartung vertröstete mich, dass ich nicht so ungeduldig sein sollte.
Ende Januar fuhr ich dann spontan mit meiner neuen Teamkollegin Kristina Weber für 6 Tage nach Mallorca. Das Wetter sollte einigermaßen gut werden und hier bei uns richtige Minusgrade. Außerdem wollte ich mal sehen, ob Mallorca wirklich so schön ist wie alle immer sagen. Und ich muss wirklich sagen: sie haben Recht. Hab da ja eigentlich immer ein bisschen dran gezweifelt, vielleicht gerade weil so ein Hype drum gemacht wurde. Das Wetter war dann sogar noch besser als vorhergesagt und wir konnten richtig viele Kilometer sammeln (dank der Leihbikes hatte ich sogar ausnahmsweise mal nen Tacho)!



Dezember

Jetzt ist das Jahr schon fast wieder rum. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Um euch mal kurz auf dem Laufenden zu halten, gibt es die letzten Monate im Schnelldurchlauf…

Im November bin ich stolze Tante von Jakob geworden. So ein kleiner Kerl ist einfach zum Knuddeln! Allerdings war er, als ich ihn besucht hab, auch erst ein paar Tage alt und konnte noch nicht richtig laut schreien. Das hat sich aber mittlerweile deutlich geändert, hab ich mir sagen lassen ;)
Außerdem gab es besonders in der Novemberausgabe der Tour einige Fotos von mir. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man sich im Zeitschriftenladen selber entgegen grinst ;) Aber so schlecht ist es auch nicht… 
Lustigerweise erkennt mich fast niemand in Bikeklamotten (wenn ich nicht gerade im Teamtrikot abgebildet bin), aber wirklich erklären kann mir das niemand.
Anfang Dezember bin ich dann sogar in den Besitz einer Skitourenausrüstung gekommen. Allerdings drücken die Schuhe trotz Anpassung immer noch heftigst und ich brauch ungefähr eine Woche bis ich sie wieder einigermaßen schmerzfrei anziehen kann. So ganz begeistert bin ich deswegen noch nicht. Wenn ich das mal in den Griff bekommen hab, steig ich voll ins Tiefschneegeschäft ein. Aber bestimmt ist dann der Winter schon wieder vorbei :) 
Zusätzlich versuche ich nun auch zum ersten Mal ein vernünftiges Krafttraining durch zu ziehen. Bis jetzt hab ich es sogar durchgehalten - mit dem Erfolg, dass ich mir schon die etwas weiteren Hosen aus dem Schrank holen muss. Aber dank Timezone hab ich da ja ein bisschen Auswahl!
Ansonsten ändert sich bei mir in der nächsten Saison nicht viel. Ich werde weiterhin bei Marathons und Etappenrennen für die Mountain Heroes an der Startlinie stehen und auf die Unterstützung von Mario und Karlheinz zählen. Da gibt es dann definitiv keine Ausrede mehr, wenn es mal nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle.
Auf diesem Wege möchte ich mich auch bei allen Sponsoren, besonders Timezone und der Mountain Heroes Crew bedanken. Ohne euch wäre die vergangene Saison nicht so erfolgreich verlaufen. Ich freue mich sehr darüber, dass ich auch im nächsten Jahr wieder von euch unterstützt werde.
Nicht zu vergessen natürlich meine Familie und die ganzen Freunde und Helfer, die immer wieder aufmunternde Worte für mich hatten, wenn es mir einmal nicht so gut ging – danke!

So, jetzt bleibt mir nur noch euch frohe Weihnachten zu wünschen. Ich hoffe, dass ihr ein paar ruhige Tage mit euren Freunden und eurer Familie verbringen könnt und dann gut erholt und gesund ins neue Jahr kommt!

Pfarralpkönig Missen

Nach dem Husten am Sonntag wollte ich eigentlich die Saison sofort beenden. Dann machte mir aber Erhard Jehle, der Veranstalter des Pfarralpkönigs, einen Strich durch die Rechnung. Er brachte am Mittwoch einen Bericht in die Zeitung, bei dem ich auf der Startliste angekündigt wurde. Da konnte ich ja nicht mehr kneifen, obwohl ich die ganze Woche nichts mehr gemacht hatte, dafür dann aber am Freitag recht lang auf dem Rad saß ;) Aber es sollte ja auch eigentlich nur zum Spaß sein. Trotzdem war ich mal wieder aufgeregt, schließlich kannten meine Konkurrentinnen die Strecke in- und auswendig und ich hab sie mir von Pascal gerade mal kurz vor dem Start erklären lassen. Manche Kurven sollten ziemlich rutschig sein, also passte ich in jeder Kurve auf. Ich konnte mir nämlich doch nichts merken. Irgendwie ist es immer so ähnlich wie vor einer Prüfung, wenn ich kurz vorher noch versucht hab was zu lernen, wusste ich es dann mit Sicherheit nicht mehr ;)
Und dauernd wartete ich darauf, dass Florentine Striegl von hinten kam, sie war in der Meute von RSClern nicht auszumachen. Die Strecke war ziemlich abwechslungsreich, aber es gab auch kaum etwas, wo man mal die Beine hängen lassen konnte. Nach 45min ließ dann bei mir etwas die Motivation nach und plötzlich sah ich weder jemanden vor noch hinter mir. Das förderte das Ganze natürlich nicht sonderlich. Als es aber dann in den Schlussanstieg ging, wurde es wieder besser. Im Ziel wurde mir sofort eine Halbe in die Hand gedrückt und Pascal stand schon ziemlich erholt und zufrieden da rum. Er hatte gewonnen und wir beide haben eine neue Bestzeit aufgestellt. Das wurde danach dann natürlich gefeiert.

Am Sonntag haben wir dann den Kegelkopf bei Oberstdorf bevölkert und dort zufällig Martin getroffen, der bei der Grüntenstafette und beim Pfarralpkönig ein paar Bilder gemacht hat. Vielen Dank dafür :-)



Grüntenstafette

Letztes Wochenende stand endlich einmal die Grüntenstafette auf dem Programm. Teilnehmen wollte ich immer schon, aber leider hatte es bisher noch nie geklappt. Für alle, die es nicht wissen: die Grüntenstafette ist ein Staffelrennen, das sich aus 4 Läufern und 2 Radfahren zusammen setzt. Der Staffelstab (bzw. Transponder) wird einmal den Grünten rauf getragen und dann wieder runter. Mit Camilla und Eva waren 2 weitere Mountain Heroes in unserer Mannschaft vertreten. Sabine Merdian übernahm den Crosslauf, Camilla sollte auf dem Rennrad in die Pedale treten und dann auf die Berglaufspezialistin Kerstin Habich wechseln. Am Grüntendenkmal übergab Kerstin an Eva, die zu mir herunter laufen sollte, damit ich so schnell wie möglich zu Nina Eggert fahren konnte, die ihre Triathlonerfahrung auf der Schlussetappe ausspielen wollte.
Die Mountainbiker warteten an der Schwandalpe auf die Alpinläufer und ich war wahnsinnig aufgeregt, so schlimm war es schon lange nicht mehr. Als dann meine Startnummer aufgerufen wurde, wurde es nur noch schlimmer. Ich stand mit einem Puls von 150 am Wechsel und hoffte nur, dass ich nicht stürzte oder, noch schlimmer, einen Platten fahren würde. Ich fuhr so schnell ich nur konnte um unseren Vorsprung einigermaßen zu verteidigen. Wie groß der war, wusste ich nicht, da die anderen nach uns wechselten. Auf den letzten Kilometern hab ich ganz schön gelitten – die Anstiege wollten kein Ende nehmen. Dabei bin ich das alles am Vortag abgefahren und da kam es mir nur halb so schlimm vor. Schließlich ging es ja eigentlich hauptsächlich bergab… von wegen! Kurz nachdem ich auf Nina gewechselt hatte, kam auch schon Steffi den Berg runter und ich hoffte, dass Nina den Vorsprung halten könnte. Aber die Nudel baute ihn auch noch richtig aus  So gewannen wir mit 2 Minuten Vorsprung die Damenwertung und ich fuhr sogar eine neue Bestzeit… Wahnsinn! Das hab ich dann aber auch am Sonntag gleich mit einem ordentlichen Husten zu spüren bekommen. Es hat trotzdem richtig viel Spaß gemacht mal wieder etwas im Team zu machen, irgendwie kämpft man da dann nochmal ein Quäntchen mehr ;)




Marathon Oberstdorf

Pünktlich zum Oberstdorfer Marathon kündigte sich mal wieder ein Wetterumschwung an. Freitag konnte man noch kurz/kurz radeln, Samstag hieß es dann Überschuhe, Regenhose und so viele Schichten wie eben möglich.
Durch den Schneefall in den höheren Lagen wurde die lange Runde gestrichen und alle gingen auf die 53km Runde. Nach dem Start heftete ich mich ans Hinterrad von Verena Krenslehner, die mal wieder ihren Begleitfahrer permanent um sich herum hatte. Auf dem Wallraffweg kam mir irgendetwas komisch vor: mein Rad war plötzlich so bequem und bei manchen Wurzeln hatte ich das Gefühl, dass ich bis auf die Felge durchschlage… Sicher war ich mir nicht, aber ich hatte mir wohl einen Schleicher eingefangen. Was nun: an jedem Berg ne CO²-Patrone reinhauen und hoffen, dass die zwei, die ich dabei hatte, reichen? Oder lieber gleich den Schlauch wechseln? Unten an der Sprungschanze standen glücklicherweise Michel und Jens, die mir die Entscheidung abnahmen. Es dauerte trotzdem eine Weile, weil ich mit den nassen Handschuhen die Patrone nicht komplett in die Kartusche bekam. Inzwischen waren natürlich einige Mädels durchgefahren, wie viele wusste ich nicht. An der Seealpe konnte ich Jana Zieschank überholen und etwas später sah ich Conny Marquardt. Ich wollte nicht zu schnell zu ihr aufschließen, so versuchte ich nach der Abfahrt eine Männergruppe zu finden. Allerdings leistete ich dann doch die meiste Führungsarbeit ;) Am Anstieg zum Traufberg war ich dann bei ihr und kurz vor der Laufpassage ging ich vorbei. Ich versuchte nun möglichst viel Platz zwischen sie und mir zu bringen, aber Conny wollte mich nicht so einfach ziehen lassen. Im anschließenden Bachbett machte sich dann die Kälte langsam in meinen Oberschenkeln bemerkbar, die fingen an leicht zu krampfen, wenn ich sie mal nicht bewegte. Normalerweise kommt es immer, gerade wenn ich trete… Conny zog nun vorbei und ich versuchte mich festzubeißen. Aber bereits am nächsten Minianstieg kamen die „normalen“ Krämpfe und ich konnte ihr nicht mehr folgen, auch wenn sie mich unermüdlich anfeuerte ;) Es wurde zwischenzeitlich dann wieder etwas besser, aber Druck hatte ich keinen mehr. Kurz vorm Ziel ging es dann wieder los und ich war einfach nur froh, dass ich endlich da war. Es wurde dann sogar noch der dritte Platz. Angesichts der Umstände sollte ich wohl zufrieden sein, aber ich hätte mir es gerne etwas anders gewünscht und war schon ein wenig enttäuscht. Vor allem, weil ich das Krampfproblem wohl immer noch nicht in den Griff bekommen habe.
Jetzt steht nächstes Wochenende noch die Grüntenstafette und dann geht’s am 9.10. nach Missen zum Pfarralpkönig. Drückt mir die Daumen!


TOUR Fotoshooting

Vor zwei Wochen entschied ich mich dann doch gegen ein Rennen und beschloss endlich mal das schöne Wetter zu nutzen und ein paar schöne Biketouren zu machen.
Und dann stand auch schon wieder das nächste Fotoshooting an – diesmal ging es mit Wolfgang Papp vom TOUR Magazin, Markus Greber und Berni Watzke nach Cortina d’Ampezzo. Zusammen mit Berni durfte ich sämtliche Pässe in den Dolomiten rauf und runter fahren, zumindest immer eine Kurve. Berni hatte sowas schon häufiger gemacht, deswegen übernahm er meistens den schwierigeren Part: ich brauchte einfach nur runter zu fahren und er positionierte sich dann irgendwo um mich herum. Es war aber schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass sich sein Vorderrad nur 15 cm neben meinem Hinterrad befindet. Ein kleiner Wackler von mir und ich hätte ihn in den Straßengraben befördert. So richtig entspannt war es dann für mich auch nicht unbedingt ;)
Morgens war es ziemlich kalt und so war ich dann auch ein bisschen froh, dass wir immer das Pech hatten, beim Sonnenaufgang auf genau der Passhöhe zu stehen, die als allerletztes von der Sonne erreicht wird, weil wieder irgendein anderer Berg im Weg war. Für Markus war das natürlich nicht optimal, weil er gerne tolle Stimmungsbilder mit Gegenlicht gemacht hätte. Wir durften dafür etwas länger im warmen Auto sitzen bleiben…
Dienstag war dann auch das erste Mal, dass ich auf einem Crossrad sitzen durfte und es hat sogar Spaß gemacht. Nur die geeignete Location zu finden, erwies sich in Cortina als nicht so einfach. Deswegen ging es am Mittwoch wieder zurück in Richtung Deutschland. Aber auch da war es nicht leicht die perfekte Stelle zu bekommen. Schließlich wurde es Mittwochabend der Ammersee und wir sehen jetzt alle aus wie Streuselkuchen: die Mücken kannten kein Erbarmen. 20 Stiche hab ich bestimmt – für 1,5 Std find ich das ganz ordentlich.
Die Woche war sicherlich nicht die optimale Vorbereitung für Oberstdorf, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. In den Ausgaben November-Januar könnt ihr dann einige der Bilder begutachten
:-)

BIKE Fotoshooting

Am Sonntag ging es dann um 7 Uhr für mich schon wieder los in Richtung München. An der BIKE-Redaktion war Treffpunkt und unser Ziel sollte der Wildkogel in Neukirchen sein. Ich war noch verdammt müde, aber Peter Nilges ließ mich während der Fahrt kein Auge zumachen ;) Markus Greber, Holger Meyer, Peter und ich bildeten Team 1, Tina Deisenberger, Stefan Hunziker, Christoph Listmann und Wolfgang Watzke Team 2. Das Wetter war super und wir fuhren gleich rauf zur Bergstation des Wildkogels. Aber kaum waren wir oben angekommen, zogen riesige Wolken auf und bis die Räder und wir Fahrer startklar waren, gab es kein helles Fleckchen mehr am Himmel. Und plötzlich waren die Wolken nur noch auf unserer Höhe und es wurde schlagartig noch kälter. Bei 4°C und ziemlich ekligem Wind hieß es dann „Beinlinge aus und los“. Zumindest die Windjacken durften wir über unsere kurzen Trikots ziehen. Panoramabilder gab es somit keine, aber die Stimmung, die die Wolkenschwaden hervorriefen, war schon toll. Meine Aufgabe war nun möglichst dicht an Peters Hinterrad zu fahren. Das war aber gar nicht so leicht, da der Trail eine leichte Rechtskurve machte, die ich aber absolut nicht sehen konnte. Leider ging es auf der linken Seite dann ganz schön weit runter, also sollte ich nicht zu spät einlenken… Für mich fühlte es sich an als wäre mein Vorderrad max. 20 cm hinter Peters Hinterrad, aber das Foto zeigte, dass es doch eher 2 m waren ;)
Der Wetterbericht brachte für den kommenden Tag Sonnenschein, deswegen wollte Markus gerne Bilder beim Sonnenaufgang am Gipfel machen. Noch war es dunkel und man sah den dicken Nebel noch nicht so deutlich – also rein in den Bus und rauf auf den Berg. Oben angekommen betrug die Sichtweite in etwa 20 m, aber das konnte am Gipfel ja komplett anders sein. Also stapften wir teilweise durch tiefen Schnee bergauf, nur um festzustellen, dass das vermeintliche blau oben auch nicht zu finden war. Und auch warten und frieren brachte keine Wetterbesserung. Also ging es dann wieder runter zur Bergstation und da gab es dann erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Das schöne Wetter gab es offensichtlich – nur leider auf der anderen Talseite, am Wildkogel hielt sich der Nebel penetrant bis zum frühen Nachmittag. Immer wieder sah es so aus als würde es endlich aufreißen, nur um dann sofort wieder zuzuziehen. Wir wollten gerade wieder runter fahren, als es dann doch besser wurde. Und durch das ganze hin- und herfahren, wurde es zwischenzeitlich sogar einigermaßen erträglich warm. Holger und Peter waren schon alte Hasen im Fotogeschäft und sie wussten genau, worauf es ankommt, daher durften sie auch die „schwereren“ Geschosse fahren.
Dienstag durften wir dann etwas länger schlafen, der Wetterbericht sagte eine dichte Bewölkung voraus und schließlich fing es auch noch an zu regnen. Wir wollten gerade in Richtung München zurück fahren, als die Wolken den Wildkogel frei gaben. Also wieder rauf und die letzten Bilder gemacht, bevor uns das schlechte Wetter endgültig erreichte. Was mich total beeindruckte war, dass die Jungs bereits nach fünf Metern sagen konnten, ob ein Fahrwerk gut arbeitet oder sonst etwas am Rad besonders ist. Mir ist es lediglich aufgefallen, wenn der Lenker schief war oder die Bremsen nicht greifen wollten ;) Aber ich fahre im Jahr ja auch keine 250 Bikes…
Dadurch, dass die Fotosession vorzeitig abgebrochen wurde, habe ich jetzt auch noch die Möglichkeit am Wochenende ein Rennen zu fahren. Dazu müsste ich mich nur noch für eins entscheiden. Mal sehen, was es werden wird…



4.9.10 10h Doren

Am Donnerstagabend bekamen wir noch kurzfristig ein Mädelsteam für das Rennen am Samstag zusammen. Meine Mitstreiterinnen sollten Kristina Weber und Luisa Beck heißen. Kristina kannte ich bisher nur vom Sehen, gegen Luisa fuhr ich immerhin schon einmal ein Rennen. Luisa ist allerdings nur noch selten auf dem MTB unterwegs, man findet sie vielmehr bei Straßenrennen. Kristina ist hingegen noch nicht so lange im Rennzirkus aktiv, aber konnte bereits einige super Erfolge einfahren.
In den letzten Tagen vor dem Rennen gab es für mich nur wenig Schlaf, daher fiel mir das Aufstehen am Samstag nicht besonders leicht. Aber ich wollte unbedingt noch einmal etwas Intensives machen, bevor es dann am Sonntag früh in Richtung Neukirchen im Pinzgau ging. Also raus und los ging’s. Ich übernahm den Start und merkte gleich, dass das Rumstehen auf der Eurobike am Vortag nicht gerade förderlich war. Die Schweizerinnen legten gleich mal ein ordentliches Tempo vor und ich übergab mit 10m Rückstand als Zweite an Kristina. Die legte gleich richtig los und übernahm die Führung. Diese galt es natürlich nun zu verteidigen: wir legten uns alle mächtig ins Zeug, aber besonders die Skinfit-Mädels machten es uns nicht leicht. Irgendwann gelang es uns einen Vorsprung von drei Minuten raus zu fahren, aber bei einem 10h-Rennen kann auch ganz schnell etwas passieren. Ich hatte aus meinem Fehler vom letzten Jahr gelernt und trug die ganze Zeit mein Handy mit herum: Ich wollte nicht noch einmal die halbe Runde wegen eines Plattens laufen müssen. Also fuhren wir die ganze Zeit Vollgas, aber ich fragte mich jede Runde wie Nadine Rieder es im letzten Jahr geschafft hat, lange Zeit nur auf dem großen Kettenblatt zu fahren – meins hätte man hingegen eigentlich abschrauben können ;) Die letzten Runden wurden dann richtig zäh, ich trat so fest ich konnte in die Pedale, aber da wollte nichts Richtiges mehr raus kommen, so fühlte es sich zumindest an. Kristina und ich „stritten“ uns am Ende aber trotzdem um die letzte Runde, keiner wollte dem anderen noch mal eine Runde zumuten. Kristina gewann das Duell ;) Also warteten Luisa und ich am Zelteingang auf sie und fuhren so gemeinsam über die Ziellinie. Vom Siegersekt bekamen beide dann in etwa gleich viel ab: ich verteilte ihn ziemlich gleichmäßig auf ihnen ;) Die Skinfit Racing Girlies konnten sich dann ihren zweiten Platz vor dem schweizer Team bsk Graf sichern.


Bergrennwochenende

Dieses Wochenende wollte ich eigentlich mal wieder einen Marathon in Angriff nehmen, aber unter 3 Stunden Anreise, war nichts zu finden. Dafür gibt es bei uns momentan ziemlich viele Bergrennen und obwohl ich nicht unbedingt eine Bergfahrspezialistin bin, macht es mir doch Spaß zu wissen, dass das Rennen oben zu Ende ist ;-) Der Wetterbericht sagte für Freitag Dauerregen voraus, was gibt es da Besseres als ein Bergrennen zu fahren?!? Also fuhr ich am Freitagabend nach Immenstadt zum 19. Naturfreunde-Haus Rennen. Ich hatte ziemlichen Respekt vor der Strecke, weil ich dort nie weiß, wann es endlich aufhört – es sieht für mich immer gleich aus und zieht sich zwischendrin elendig lang. Das Wetter war wider Erwarten relativ gut, aber sicher konnte man sich da auch nicht sein. Auf den ersten 200 m schlugen die Jungs ein ziemlich gemütliches Tempo an, aber ich traute mich auch nicht zu überholen und plötzlich explodierten meine Beine trotzdem – ich hatte wohl den falschen Gang gewählt, konnte aber bei der Steigung auch vorne nicht mehr runter schalten. Das hat mir wohl den Stecker gezogen und es dauerte eine Weile, bis ich mich wieder einigermaßen erholt hatte. Irgendwann tauchte Erkan Sakalljoglu wieder vor mir auf und ich setzte mir ihn als Ziel. Leider ging es ihm dann auch wieder besser und er enteilte meinen Blicken. Schließlich öffnete der Himmel doch seine Schleusen und innerhalb kürzester Zeit schwappte das Wasser in den Schuhen. Ziemlich durchnässt kam ich als erste Frau, vor Dorothee Thiere und Sabine Birkmann, oben an. Nach der Siegerehrung bei Schinkennudeln und Weizen ging es dann im Dunkeln wieder runter nach Immenstadt. Pascal (der Sieger bei den Herren) blieb netterweise die ganze Zeit bei mir und leuchtete mir mit seiner Lupine den Weg. Meine „Funzel“ sah dagegen ganz schön alt aus ;) Nächstes Jahr findet die Jubiläumsausgabe statt und ich kann das Rennen nur weiter empfehlen!

Am Sonntag fand im Tannheimer Tal ein Rennen zur Usseralpe statt. Je nach Alter und Gewicht bekam jeder Starter sein persönliches Handycap, so hatten schwere oder ältere Fahrer einen Vorsprung und Sieger war der, der zuerst oben war. Birgit Kühfuß und ich starteten 4:05 min hinter dem Teilnehmer mit dem größten Handycap. Pünktlich zum Start fing es an leicht zu regnen und es war mit 10° ziemlich kalt, weiter oben lag sogar wieder Neuschnee! Birgit und ich überholten recht bald die Fahrerinnen mit einem geringeren Handycap. Allerdings hatte ich nicht so ganz aufgepasst, wer alles vor uns gestartet war, deswegen war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob vielleicht noch eine Frau vor uns lag. Birgit biss sich an meinem Hinterrad fest und erst nach ca. 2 km brachte ich ein paar Meter zwischen ihr Vorderrad und mich. Da ich die Strecke nicht kannte und es auch keine Entfernungsangaben gab, wusste ich nicht, wie lang es wirklich noch bergauf ging. Erst als die Alpe ins Blickfeld kam und ich sah, dass dahinter kein Radler mehr fuhr, ahnte ich, dass das Ziel nicht mehr weit war. Beschleunigen war aber leider nicht mehr möglich, mein Rad fiel kurz vor dem Start auf das Schaltwerk und es war schwierig einen einigermaßen passenden Gang zu finden, der auch noch hielt. So war ich froh, dass der gewählte Gang gerade nicht durch rutschte. Ich war tatsächlich die erste Frau, zumindest konnte ich vor der Hütte keine weitere Radlerin ausmachen ;) Zweite wurde Birgit vor Anita Kieltrunk. In der Alpe fand dann die Siegerehrung mit einer kleinen Tombola statt.
Am Freitag geht es jetzt erstmal zur Eurobike und vielleicht stehe ich dann am Samstag beim 10h-Rennen in Doren am Start – vorausgesetzt, es finden sich noch 2 andere Mädels.
Und am Sonntag geht gleich weiter: für 5 Tage Fotoshooting für die BIKE. Ich bin schon ziemlich gespannt was da als „Neuling“ auf mich zukommt und freu mich drauf, auch wenn es mit Sicherheit richtig anstrengend wird ;-)




9.8.10

Die Transalp ist rum und mit ihr auch ein wenig meine Motivation… Nachdem ich im letzten Jahr danach jede Krankheit mitgenommen hatte, die es zu holen gab, stand für mich jetzt eigentlich nur „gesund bleiben“ auf dem Plan, deswegen wollte ich keine Rennen fest ins Visier nehmen. Obwohl der erste Teil des Plans super funktionierte, hatte das Ganze für mich auch einen kleinen Haken: mir fehlte ein richtiges Ziel, zumal die meisten Marathons jetzt mit erheblichem Reiseaufwand verbunden sind.

Um zu sehen, wie gut ich die Dauerbelastung der Transalp weg gesteckt hatte, fuhren wir Anfang August nach Lumbrein in der Schweiz. 72 km und 2500 hm entsprachen einer typischen Transalp-Etappe, also hoffte ich ganz gut durchzukommen. Am Start merkte ich aber schnell, dass ich ein hohes Anfangstempo nicht mehr gewohnt war – die ersten 5 Minuten gingen noch ganz gut, aber dann wars auch schon vorbei. Und dann kam auch noch dazu, dass meine Augen, ähnlich wie in Willingen 2009, nicht so richtig mitspielten und ich alles nur noch verschwommen sah. In der Abfahrt fühlte ich mich dann so unsicher, dass ich nach 50 min beschloss, das Rennen vorzeitig zu beenden. Ich kannte die Strecke nicht und wollte nicht irgendwo blöd auf der Nase liegen. Es hat mich aber schon ziemlich gewurmt, weil das Rennen wirklich super organisiert war und es auch an Zuschauern nicht mangelte.
Weil ich aber unbedingt noch mal ein Rennen fahren wollte, ging es am Sonntag dann in den Bregenzerwald zur Diedams-Challenge – ein Bergrennen auf den Diedamskopf: 1170 hm verteilt auf 10 km. Im Streckenplan sahen die Anstiege nicht so steil aus, aber ich sollte wohl noch mal einen Kurs in Topografie besuchen ;) Läufer und Biker starteten gleichzeitig, was am Anfang auf der schmalen Straße nicht gerade optimal war, da überholen, ohne anderen den Weg abzuschneiden, teilweise unmöglich war. Damit hatten die ersten beiden Startreihen auch gleich einen Vorsprung von 50 m. Am Rennausgang der Damen hätte das aber wohl nichts geändert. Ich merkte, dass ich immer noch nicht richtig aus dem Quark kam und ein bisschen angeschlagen waren meine Beine vom Vortag auch noch. Patrizia Wacker machte vorne das Tempo, allerdings sah ich sie nicht sehr lange, da ihr Vorsprung extrem schnell anwuchs. Also versuchte ich mein Tempo zu finden und kämpfte mich die zum Teil ziemlich steilen und frisch aufgekiesten Rampen hinauf. Auf den letzten 2 km fing es dann auch noch an zu schütten wie aus Eimern, bergauf ist es aber ja nicht ganz so schlimm. Es gab sogar auf der ganzen Strecke drei Verpflegungsstationen und im Ziel erwartete die Teilnehmer dann ein Wahnsinnskuchenbuffet… da können sich einige Marathonveranstaltungen ein Beispiel dran nehmen. Patrizia hat am Ende mit einem deutlichen Vorsprung vor mir und Dagmar Fink gewonnen.



BIKE Transalp-Challenge

Als der Wecker am Samstag um 5:30 Uhr klingelte, hätte ich mich am liebsten wieder umgedreht, aber das ging ja nicht – schließlich wollte ich zusammen mit Danièle bei der diesjährigen Transalp starten. Also raus, fertig machen und nach Füssen fahren. Beim warm Fahren verfuhren Danièle und ich uns promt... irgendwie hatten wir vor lauter Quatschen die Orientierung verloren ;) Zum Glück hat Mannie Heymans das nicht mitbekommen, er hat mir im Laufe der Woche versucht, sein Garmin schmackhaft zu machen. Der erste Etappenort war Imst, doch bis dahin waren es noch 79,8 km und 1958 hm. Das Höhenprofil sah eher harmlos aus – aber es sah auch nur so aus. Bis wir am Marienbergjoch waren, hatte ich mich schon ordentlich abgeschossen, dabei ging es jetzt erst los. Aber wir lagen an zweiter Position und ich versuchte so gut es ging an Danièle dran zu bleiben. Von hinten kamen Bettina Dietzen und Natascha Binder immer näher und kurz vor dem steilsten Stück zogen sie vorbei. Aber ich war so fasziniert von Danièle, dass das zur Nebensache wurde... sie ist alles gefahren! Wahnsinn!! Unten erwischten wir dann sogar noch eine gute Gruppe und kämpften gemeinsam die letzten Kilometer bis nach Imst. Bis es die letzten 10 hm bergauf ging, da streikten meine Beine plötzlich und ich bekam in beiden Oberschenkeln gleichzeitig Krämpfe. Danièle schaute sich überrascht um, aber ich konnte einfach nicht mehr treten. Und dann war ich total baff als sie mich fragte, ob sie mich ziehen soll. An die Möglichkeit hatte ich noch gar nicht gedacht! Mit ihrer Hilfe konnten wir unseren dritten Platz halten – das ging ja schon einmal gut los :-) Gewonnen haben Anna-Sofie und Kristine Noorgard.


Am Sonntag sollte es dann nach Ischgl gehen, allerdings hatten schwere Regenfälle einen Murenabgang ausgelöst und die komplette Straße war verschüttet. Erst kurz vor dem Start war klar, dass die Strecke wie geplant befahren werden konnte – 76,65 km und 3184 hm standen also auf dem Programm. Mal sehen, was meine Beine dazu sagten. Ich merkte schon am ersten Berg, dass sie ziemlich leer waren und die Muskulatur von den Krämpfen schmerzte. Aus Angst vor neuen Krämpfen und aufgrund von Danièles Warnungen vor den letzten Kilometern bis nach Ischgl ließen wir es etwas langsamer angehen. Und sie hatte Recht: ich hatte das Gefühl, dass die 15 km bis Ischgl ewig dauerten. Im Ziel waren wir dann das fünfte Damenteam, aber wir waren beide froh, dass ich ohne Krämpfe durch gekommen bin. So wie es aussah, würde es eine spannende Woche werden, da die Plätze 2-5 munter durch mischten.


Die Strecke von Ischgl nach Scuol war wieder eher nach meinem Geschmack: der steilste und längste Berg gleich zu Beginn und ohne böse Überraschungen am Ende. Trotzdem galt es 75,34 km und 2518 hm zu bewältigen, wobei die Höhenmeter sich eigentlich auf zwei Berge verteilten. Nach einer Dorfrunde durch Ischgl gab es gleich mal eine Schiebestrecke bergauf. Der Untergrund war so tief und weich, dass an Fahren nicht zu denken war. Zusammen mit den Noorgards gingen wir wieder aufs Rad. Irgendwann kamen Bettina und Natascha vorbei, aber ich traute mich nicht mitzugehen. Das Idjoch wollte kein Ende nehmen und Danièle versorgte mich laufend mit Streckendetails. Sie kannte die Etappe noch von der vorletzten Transalp. Worüber ich mich aber am meisten gefreut hab war, dass sie oben nur 20m Vorsprung hatte ;-) In der Abfahrt versuchten wir dann möglichst gut an langsamer fahrenden Männerteams vorbei zu kommen, was nicht immer einfach war, da sie sich nicht gerne von Frauen überholen ließen. Aber die Erfahrung mussten wir in der Woche leider noch einige Male machen.

Irgendwann sagten uns Zuschauer, wir hätten 51 Minuten Rückstand auf die Spitze... ich schaute auf meine Uhr – wir waren gerade mal 2:08 h unterwegs! Wie schnell fahren die um Himmels Willen da vorne?! Am zweiten Berg sah ich Heidi und Resi unter uns und kassierte auch gleich eine Rüge von Danièle, dass ich nicht auf die anderen achten solle! Eigentlich hatte sie ja Recht, aber das war nicht so einfach abzustellen. Auf dem Weg nach Scoul erwischten wir dann eine gute Gruppe und Danièle tat alles, damit ich auch darin blieb ;-) Wir kamen wirklich hinter den Noorgard-Schwestern und Bettina und Natascha als Dritte ins Ziel. Ich war ganz schön kaputt, aber schön war es trotzdem.


Der erste Anstieg von Scuol zog sich ewig hin. So schlimm sah er auf dem Höhenprofil gar nicht aus, aber es wurde immer wieder flacher, dann ging es etwas mehr bergauf und das gefühlte 40 km. Am Ende mündete das Ganze dann in einem Singletrail, der richtig toll zu fahren war. Nur leider musste man sich dem Tempo der Vordermänner anpassen, weil Überholen nicht so einfach war. Bergab gab es an einer Stelle dann leider auch wieder Stau, weil viele Männer es vorzogen zu schieben. Ich dachte, dass es schneller wäre sich direkt in die Schiebenden einzureihen. Danièle wartete lieber oben und zog dann an allen vorbei. Also schnell wieder rauf auf Bike und hinterher. Kurz danach kam auch schon Resi an uns vorbei gebrettert, allerdings musste sie dann unten auf Heidi warten, die hinter langsameren Männern fest hing. Nach dem zweiten Berg folgte ein wunderschöner Trail, aber ausruhen? Fehlanzeige. An der letzten Verpflegungstation füllte ich dann aus Blödheit meine Flasche nicht auf, dabei war sie schon fast leer und es wurde immer heißer. Auf dem Weg zum Passo Alpisella standen zum Glück noch die Mädels von Mooove und hatten eine Flasche Wasser für mich übrig. Ohne sie wäre ich ganz schön eingegangen. Vielen Dank nochmal!! Im Tal erwischten wir dann mit Florian Wiesner wieder ein gutes Zugpferd. Das Blöde an Livigno ist, dass es ewig lang gezogen ist und so fuhren wir an jedem Ortsteil vorbei, bis wir fast alle passiert hatten. Ich suchte immer wieder nach einem Kirchturm in dessen Nähe bestimmt das Ziel wäre, aber wir ließen einen nach dem anderen rechts liegen. Im Ziel erfuhren wir dann, dass wir nur wenige Sekunden hinter Bettina und Natascha angekommen waren. Wenn ich das vorher gewusst hätte, dann hätt ich mich vielleicht noch ein wenig mehr zusammen gerissen ;)


Die fünfte Etappe war zugleich die Königsetappe – 106,84 km und 3461 hm lagen vor uns. Ermutigt vom gestrigen Ergebnis, fuhren wir am ersten Berg auf Rang zwei, dicht gefolgt von Natascha und Bettina. Die Flachpassage fuhren wir dann zu viert zusammen, wobei Danièle und Natascha meistens die Führungsarbeit übernahmen. Für mich war es von Vorteil, weil ich so die Schlaglöcher noch rechtzeitig erkennen konnte ;) Am zweiten Berg traute ich mich nicht ihr Tempo mitzugehen, allerdings blieben die beiden immer in Sichweite und in der Abfahrt schlossen wir wieder zu ihnen auf. Je weiter man nach unten kam, desto wärmer wurde es und in Grosotto stand die Hitze förmlich. Jetzt standen uns 1500 hm am Stück bevor. Unten bekamen wir noch mal neue Flaschen gereicht und los gings. Ziemlich schnell hatten wir einen Vorsprung von rund einer Minute auf die beiden raus gefahren, aber es war ja noch lang. Und nach 400 hm waren unsere Flaschen auch schon schon wieder leer. Verzweifelt suchten wir nach einer Möglichkeit sie wieder aufzufüllen, Danièle versuchte ihr Glück an einem Brunnen, ich durfte mal wieder an den Wasservorrat von Mooove ;) Flaschen auf- und zudrehen dauerte eine Weile und so zogen Natascha und Bettina wieder vorbei. Und der Berg wollte nicht enden. Immer wieder fragte ich Danièle, wie viele Höhenmeter wir noch vor uns hätten und jedes Mal schockierte mich ihre Antwort: „800“, „700“, „500“. Als wir endlich oben waren gingen wir vor einer Männergruppe, in der auch die beiden anderen Mädels steckten, in die Abfahrt und ließen es ordentlich krachen. Als es dann verblockter wurde, fing es an richtig Spaß zu machen und wir fuhren an einem schiebenden Team nach dem anderen vorbei, die uns dieses Mal bereitwillig Platz machten. Ich war richtig froh, dass ich mich für mein Fully entschieden hatte, sonst wäre ich wohl auch viel gelaufen ;) Unten ging es dann noch mal einige Kilometer flach bis ein letzter zäher Anstieg die letzten Körner fraß. Da wir die ganze Zeit alleine fuhren, hatte ich immer Angst, dass die beiden in einer Männergruppe doch noch mal heran gerauscht komnen könnten. Aber wir konnten den zweiten Platz bis ins Ziel halten! Dort erfuhren wir dann, dass wir bergab einen Vorsprung von über 6 Minuten raus gefahren hatten – Wahnsinn! Jetzt kam sogar der zweite Gesamtrang wieder in Reichweite...

Leider wurde die fünfte Etappe vom Tod des Schauspielers Heinrich Schmieder überschattet. Er wurde am Morgen von seinem Teampartner leblos im Bett aufgefunden. So etwas nimmt einen schon ganz schön mit. Danièle und ich wünschen den Hinterbliebenen, Freunden und Verwandten viel Kraft und Mut, diese schwere Zeit durchzustehen.


Die Strecke nach Malè war gespickt mit wunderschönen Panoramatrails, die viel zu schade sind für ein Rennen, da man die Aussicht kein bisschen genießen kann. Sobald man den Blick einmal kurz schweifen ließ, lief man Gefahr sich 10 m weiter unten in den Latschen wieder zu finden, wie es Georg Nickel passiert ist. Also hieß es: immer schön konzentriert bleiben. Heute fuhren wir wieder die meiste Zeit auf dem dritten Rang, allerdings waren Natascha und Bettina nie weit entfernt. Auf den letzten 20 km hatten wir wieder Glück, wir erwischten eine richtig schnelle Gruppe. Leider fast ein bisschen zu schnell für mich. Am letzten Anstieg kurz vor Malè platzte ich und musste die anderen fahren lassen. Es war wieder richtig heiß, das merkt man besonders, wenn man die ganze Zeit vorher auf über 1500 m unterwegs war. Mein einziger Trost war, dass ich Danièle endlich einmal schnaufen hörte – sie mag Hitze überhaupt nicht. Die fünf Kilometer bis zum Ziel waren zäh: wir beide fuhren alleine gegen den Wind, das Ziel vor Augen, aber wir kamen nur langsam näher. Zum Schluss ging es noch mal leicht bergauf und wir hatten beide keine Lust mehr. Es zog sich ganz schön. Schließlich kamen wir aber wieder als dritte ins Ziel.


Für die vorletzte Etappe hatte ich mir einiges vorgenommen: ich wollte den Abstand auf die Gesamtzweiten, wenn es ging, so gut wie möglich verkürzen. Danièle sah das Ganze, wie immer, sehr viel lockerer und redete mir kurz vor dem Start noch mal gehörig ins Gewissen. Trotzdem fuhr ich den ersten Berg fast maximal rauf und muss wohl ganz schön rumgeschnauft haben, denn ab und zu kassierte ich einen besorgten Blick von meiner Partnerin ;) Aber die Rechnung ging zunächst auf: wir hatten bereits vor dem zweiten Berg fünf Minuten Vorsprung auf Natascha und Bettina. Anna-Sofie und Kristina waren, wie jeden Tag, schon auf und davon. Am zweiten Anstieg nahmen wir ein wenig raus, um Körner für den Rest zu sparen, das Höhenprofil sah jedenfalls gemein aus. Außerdem hatte Lorenza Menapace und Mario Thoma das Ganze als ziemlich unangenehm zu fahren geschildert und so warteten wir die ganze Zeit auf den „Hammer“. Aber plötzlich waren wir schon fast oben und zu allem Überfluss fing es auch noch an, wie aus Eimern zu schütten. Als ich mich oben umblickte, sah ich bereits unsere Verfolgerinnen unter uns. In der Abfahrt mussten wir dann auch noch kurz anhalten und einen Lastwagen vorbei lassen, aber wir konnten unseren zweiten Platz zumindest bis ins Ziel halten. Nur aus meinem Vorhaben wurde leider nichts.


Da 10 Minuten auf einer Etappe kaum aufzuholen waren, außer die Konkurrenz hat einen Defekt, wollten wir eigentlich nur noch heile in Riva ankommen. Danièle hasst den ersten und letzten Tag eines Etappenrennens, weil es da meistens ziemlich hektisch zugeht. Schon beim Einfahren kam ich ganz schön aus der Puste, dabei wollte der Puls noch nicht einmal über 140 steigen. Hinzu kam, dass ich nicht mehr wusste, wie ich sitzen sollte. So ganz kampflos wollte ich aber dann doch nicht aufgeben, aber als es dann endlich in den Anstieg ging, konnte ich bei den Zweitplatzierten nicht mehr mitfahren. Es tat schon ganz schön weh. Ein Gutes hatte die Quälerei aber dann doch... irgendwann fiel mir auf, dass mein Hintern gar nicht mehr schmerzte, aber das lag nur daran, dass sich meine Beine noch schlimmer anfühlten ;) Danièle fragte vorsichtshalber noch, ob wir nicht langsamer fahren sollten, daraufhin brachte ich nur ein Kopfschütteln zustande... In der Abfahrt kamen dann Resi und Heidi von hinten und gingen vorbei – endlich lief es bei ihnen wieder besser. Aber wir wollten nichts riskieren und blieben brav hinter den Männern. Kurz hinter Ponte Arche tauchten die beiden wieder vor uns auf und im Anstieg fuhren wir an Heidi vorbei und bissen uns in unserer Gruppe fest. Im Trail gab es dann bergauf einen kleinen Stau und wir reihten und hinten ein. Leider war das Bild in der Abfahrt nicht anders, also hieß es großteils absteigen und schieben. Zum Teil war das aber sogar rutschiger als auf dem Rad. Zum Glück war es dann bis Riva nicht mehr so weit und Danièle und ich versuchten so gut es ging noch Tempo zu machen. Im Ziel freuten wir uns dann wieder einmal über den dritten Platz. Es hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn Danièle ab und zu mal auf mich warten musste ;-)


An dieser Stelle auch noch einmal ein riesiges Dankeschön an unsere Betreuer Karlheinz, Julian, Stub, Sarah, Michel, Camilla, Mario, Edith und Jogi! Ohne euch wäre das alles so nicht möglich gewesen!!


4.7.10

Gestern ging es nach Pfronten zum Marathon. Auf das Rennen hab ich mich schon die ganze Saison gefreut, da Pfronten einfach eine super Stimmung zu bieten hat. So viele Zuschauer an der Strecke und dann schließlich die Trommler am Schlussanstieg zum Breitenberg, da bekam ich sogar trotz der Hitze eine Gänsehaut! Aber ganz von vorne: Suse und Gitti vom Fi’zi:k-Ti:m kamen am Freitag vorbei und wir fuhren Samstag zusammen nach Pfronten. Wir waren schon fast da, da fiel mir auf, dass ich meine Radhose vergessen hatte: also noch mal kehrt und Vollgas zurück. Noch rechtzeitig zum Start kam ich wieder und versuchte mich noch ein wenig warm zu fahren, obwohl das bei der Hitze fast gar nicht nötig war. 15min vor dem Start fühlte sich mein linkes Pedal komisch an – kaputt! Zum Glück halfen mir die Jungs vom Trekstand mit einem super Kombipedal aus, so konnte ich zumindest fahren. Der Start lief ganz gut und ich fuhr mit Sandra Summerauer vorne, aber ein bisschen hatte ich den Überblick verloren. Der Stress hatte meinen Beinen wohl doch ganz schön zugesetzt, die fühlten sich verdammt schwer an. Wegen der Hitze wollte ich auch auf keinen Fall überziehen, das hätten meine Beine aber wohl auch gar nicht zugelassen ;-) Erst am Breitenberg wurde es besser, dafür fingen unten die ersten Krämpfe an. Irgendwie gingen die wieder weg und ich konnte das Tempo wieder etwas erhöhen, so langsam glaubte ich auch den Zuschauern, dass ich die erste Frau war. Die letzte Abfahrt war aufgrund der Trockenheit extrem rutschig und ich hatte den Sturz von letzter Woche noch im Kopf. Dementsprechend vorsichtig fuhr ich bergab. Im Ziel wurde ich dann tatsächlich als Erste empfangen und freute mich total. Conny Marquardt kam schließlich als Zweite, Sandra Summerauer wurde Dritte.
Suse und Gitti warteten bereits, aber Suse sah genauso lädiert aus wie ich letzte Woche ;-) Die beiden landeten auf der kurzen Distanz auf dem zweiten und vierten Platz, also ein super Wochenende für alle drei.



26.6.10

Am Freitag ging es dann in Richtung Dolomiten, genauer gesagt ins Grödnertal zum Sella Ronda Hero. Wir waren vor ein paar Jahren einmal zum Skifahren in Wolkenstein und als ich gehört hatte, dass dort nun ein MTB-Marathon stattfindet, stand für mich fest, dass ich da teilnehmen würde. Dieses Mal dann auch ausnahmsweise mal Langdistanz und die hatte es mit 82 km und 4200 hm in sich. Das Wetter sollte traumhaft werden, so dass es auch keine Ausrede gab, doch „nur“ die Kurzdistanz zu fahren.

Bei der Startnummernausgabe stellte sich heraus, dass Lizenz nicht gleich Lizenz ist und so wurden alle Fahrer mit einer deutschen Lizenz ans Ende des Feldes gestellt. Zum Glück war die Starterzahl auf 500 limitiert, so dass es sich noch in Grenzen hielt. Aber es war schon ein komisches Gefühl ganz hinten zu stehen. Und ich musste mich ganz schön zusammenreißen, dass ich nicht gleich am Anfang versuchte so weit wie möglich nach vorne zu kommen. Eigentlich wollte ich auch nur ohne Krämpfe durchkommen, also durfte ich auf keinen Fall überziehen. Am ersten Berg sagte mir ein Zuschauer, dass ich die vierte Frau sei. Das wollte ich ihm gar nicht glauben, da ich doch nur eine überholt hatte. Als mir das dann von Karlheinz bestätigt wurde, war ich ziemlich überrascht. Andrea Tassi nahm die „Kurze“ in Angriff, deswegen lag ich auf der Langdistanz sogar auf dem dritten Rang. In der ersten Abfahrt hab ich mich ziemlich angestellt und bin mehr oder weniger durch die Wiese herunter geeiert, aber je länger es bergab ging, desto besser wurde es. In der zweiten Abfahrt war ich dann wohl etwas zu schnell unterwegs und nahm etwas unsanft eine Bodenprobe im tiefen Schotter ;-) Danach funktionierte die Schaltung leider nicht mehr so ganz und ich musste jedes Mal, wenn es steiler wurde, anhalten um die Kette von Hand vom mittleren auf das kleinste Kettenblatt zu legen. Aber meistens war es eh so steil, dass ich bergauf schieben musste. Dafür waren die Abfahrten umso toller. Die Strecke war so abwechslungsreich, dass es nie langweilig wurde und ich zwischendurch überrascht war, dass ich schon so lange unterwegs war. Nach ca. 40km lag ich plötzlich auf dem zweiten Rang. Die bis dahin Führende, Michela Benzoni, hatte das Rennen vorzeitig beendet. Am Ende kamen ganz langsam die ersten Anzeichen von Krämpfen, so dass ich am letzten Berg etwas rausnehmen musste. Da hab ich dann auf die dann Führende, Anna Ferrari, ganz schön verloren.

Im Ziel hab ich mich dann total gefreut, dass ich das Rennen so gut überstanden habe und sogar aufs Treppchen gefahren bin. Sven Simon sagte mir dann im Ziel, dass ich die Hobbyklasse gewonnen habe, da meine Lizenz nicht anerkannt werde.

Jetzt bin ich mal gespannt, wie schnell sich meine Beine wieder erholen und wann die Prellungen etwas zurück gehen. Es ist schon komisch, wie wenig man Schmerzen im Rennen wirklich merkt, so richtig wird es einem erst später bewusst. Hoffentlich ist es bis Pfronten wieder besser.



22.6.10

Jetzt ist Willingen schon wieder fast 2 Wochen her und ich hab immer noch nichts von mir hören lassen... Die Mountain Heroes waren, wie bereits beim Bikefestival in Riva, wieder mit einem Stand vertreten und deswegen fuhren Julian und ich schon am Donnerstag ins Sauerland. Der Freitag begann dann mit einem kurzen Schock: der Sturm hatte in der Nacht die Trennwände unseres Zeltes größtenteils an den Boden befördert, aber zumindest stand unser Zelt noch. Noch am Abend war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt beim Marathon starten sollte, so ganz gesund war ich doch noch nicht. Aber jetzt bin ich schon mal so weit gefahren, also konnte ich es ja auch probieren. Zum Glück regnete es nicht und es war für Willinger Verhältnisse auch relativ warm beim Start.
Gleich am ersten Berg konnte ich einige Plätze gut machen und als ich sogar Katrin Schwing überholte, war ich mehr als baff. Aber ich fühlte mich so gut und hatte noch nicht mal das Gefühl total am Limit zu fahren. Als Ines mir dann nach fast 20km sagte, dass ich insgesamt auf dem 5. Rang lag, konnte ich es gar nicht glauben. Auf einem nicht enden wollenden Asphaltstück nach der Verpflegung wurden wir aber dann von einer großen Gruppe aufgefahren, in der auch einige Mädels waren. Naja, und dann ließen meine Kräfte langsam nach und meine lieben Krämpfe machten sich wieder bemerkbar.
So fiel ich dann auf den letzten 10km auf den 9. Gesamtrang zurück. Durch die Krämpfe gab es für mich gar keine Zweifel, die mittlere Runde wäre ich nicht mehr rumgekommen. Also fuhr ich an der Streckenteilung direkt ins Ziel. Und wie in Riva kam ich wieder auf den 5. Platz ;-) Da ich in den letzten 4 Wochen immer wieder krank war und nicht viel trainieren konnte, habe ich mich aber total darüber gefreut, wie gut es am Anfang lief.

Am Sonntag stand dann Ines am Start ihres ersten Endurorennens und gewann es souverän, dabei ist sie die Strecke gerade drei mal abgefahren.

Am Montag ging es dann gleich nach dem Arbeiten weiter nach Belgien, wo Canyon Fotos für den neuen Katalog machen wollte – und ich durfte dabei sein J Bis Donnerstag fuhren wir sämtliche Rennradklassiker rauf und runter und das war mit dieser ungewohnten Übersetzung ganz schön anstrengend. Aber noch gemeiner war, dass Erik (Zabel) dabei noch nicht einmal aus der Puste kam ;)

3.6.10

Oh man! Irgendwie läuft es diese Saison absolut nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe... Gerade als ich dachte, ich könnte endlich mal wieder mehr trainieren, will mein Körper nicht so wie ich.
Endlich war ich mal wieder in Dortmund und konnte da die Wälder unsicher machen :-) Letzten Dienstag hab ich mich dann wohl ein wenig zuviel über das schöne Wetter gefreut und bin gleich mal ne längere Runde in Richtung Volmarstein gefahren. Irgendwann fing dann ein Muskel in der linken Kniekehle bei etwas mehr Druck an zu meckern, ab da bin ich nur noch gemütlich gefahren. Nur leider hab ich mich in den Hagener Wäldern ein bißchen verfranst und bin ein paar Mal im Kreis geeiert. Aber schön war's :-) Als es dann am Donnerstag noch nicht besser war, bin ich vorsichtshalber zum Arzt - mit dem Ergebnis: Sportverbot bis Montag. Damit war das 3-Stunden Rennen in Hagen, zu dem ich mich kurzfristig entschieden hatte, für mich wohl gestorben.
Wieder zurück im Allgäu wollte ich am Dienstag eine kleine Runde radeln und wunderte mich über die Werte, die mein Pulsmesser anzeigte. Die konnten doch absolut nicht stimmen, ich fühlte mich so gut. Am Nachmittag hatte ich dann die Quittung: ziemlich schnell stärker werdende Halsschmerzen. Die sind leider immer noch nicht weg und es fühlt sich eher so an als hätte mich jetzt eine ordentliche Erkältung erwischt. Damit fällt die Mad East Challenge auch ins Wasser, dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Nur so macht es einfach keinen Sinn.
Dafür hab ich dann gestern die Betreuung von Steffi bei der Trans Germany übernommen... das war ein ganz schön doofes Gefühl das Rennen von außen mitzuerleben.
Jetzt hoffe ich, dass es wenigstens bis zum Wochenende wieder aufwärts geht, wenn das Wetter endlich besser wird. Drückt mir die Daumen...


17.5.10

Boah – war das kalt! Als Ines und ich am Samstag Nachmittag in Mittenwald eintrudelten, wurden wir schon mit der Nachricht erwartet, dass die Strecke aufgrund der Witterungsbedingungen auf 50km verkürzt würde. Ich hab natürlich gleich mein breitestes Grinsen aufgesetzt, weil viel Lust bei Nieselregen zu fahren, hatte ich nicht. Dass es aber tatsächlich schneien sollte, wollte ich auch nicht richtig glauben, sooo kalt war es schließlich im Allgäu bei unserer Abfahrt auch nicht ;-)

Am Morgen erfuhren wir dann 15min vorm Start, dass die Strecke auf 60km verkürzt wäre und dass die kleine Runde nun zweimal gefahren würde. Die war aber laut Ausschreibung nur 26km lang... keine Ahnung, wie viele Kilometer es jetzt waren, aber auch die Streckenposten wussten nicht allzu viel über die Streckenänderung.

Beim Start stand ich dann leider auf der falschen Seite und musste ziemlich viele Fahrer erstmal passieren lassen und weil der Start bei mir normalerweise ganz gut läuft, bin ich eben dann losgefahren so schnell es ging... das war vielleicht ein Fehler. Alex Wagner versorgte mich im Vorbeifahren noch mit ein paar Streckeninfos und ich versuchte dran zu bleiben – hat nur leider nicht so lang funktioniert. Ich glaube, in den ersten 20 min habe ich ein wenig überzogen. Auf jeden Fall lag ich an zweiter Position, nur leider meistens ziemlich alleine und dann verfiel ich irgendwann in einen etwas langsameren Trott, bis Heidi hinter mir auftauchte. Sie nahm nur die kurze Runde in Angriff und ich beneidete sie richtig. Einige Zeit hängte ich mich dann an sie, wollte aber auch nicht schon wieder überziehen. Außerdem waren die Beine schon richtig kalt und wollten nicht mehr so richtig. Kurz nach der Zieldurchfahrt gesellte sich dann Thomas zu mir und wir kämpften uns mehr oder weniger zusammen über die zweite Runde. Die ging dann sogar schneller rum als erwartet (auch wenn die Anstiege viel länger schienen) da die vielen Streckenposten und die wenigen Zuschauer immer wieder nette Worte fanden und uns kräftig anfeuerten.

Am Ende wurde ich hinter Barbara Kaltenhauser zweite, dritte war Jasmin Erhardt von Sirius Bikes.

Im Ziel konnte ich mir noch nicht einmal selber die Handschuhe ausziehen oder den Helm absetzen, so kalt waren die Finger. Nach einer ziemlich ausgiebigen Dusche fuhr ich zum Start-/Zielbereich zurück und erfuhr von Barbara dass die Siegerehrung schon vor einer halben Stunde über die Bühne ging. Ich weiß nicht genau, wie ich das hätte schaffen sollen und ich war ja noch nicht einmal die Drittplatzierte! Ich dachte, dass zumindest bei einer Meisterschaft die Ergebnislisten zuerst ausgehängt werden und danach erst die Siegerehrung statt findet...

Alles in allem kann ich aber ganz zufrieden sein, ich hatte endlich mal keine Krämpfe und da ich die Tage vorher ein wenig krank war, konnte eigentlich nicht viel mehr rausspringen. Mal sehen, wie es jetzt weiter geht ;-)

4.5.10

Wow! Die letzten Wochen waren ganz schön anstrengend: Arbeiten, Umzug und Training unter einen Hut zu bringen gelang mir nicht immer. Dafür wird es jetzt hoffentlich wieder ein wenig ruhiger. Nach dem Teamtreffen am 23./24.April ging es dann am Mittwoch gleich weiter an den Gardasee, da das Team dort sogar mit einem eigenen Stand vertreten war.  Den galt es aufzubauen und dann die restlichen Tage im Warmen zu genießen. Und dann waren natürlich viele Bekannte dort, die man schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat.

Am Samstag stand dann der Marathon auf dem Programm und ich nahm die Ronda Piccola ins Visier, da mich die Krämpfe in Münsingen ein wenig verunsichert hatten. Schließlich hab ich gehofft, dass ich die endlich im Griff habe. Morgens stand ich dann etwas unausgeschlafen am Start, da unsere Ferienwohnung plötzlich aus allen Nähten platzte und es dementsprechend laut war. Der Start verlief gar nicht so schlecht und ich war ziemlich baff als ich plötzlich Milena Landtwing und Kristine Noorgard überholte. Es dauerte aber nicht allzu lange und schon waren sie wieder vorbei. Der Anstieg nach San Giovanni wollte absolut kein Ende nehmen, der kam mir letztes Jahr, glaub ich, nicht so lang vor ;-) Unterhalb von Ville del Monte schloss ich auf Anna Baylis-Scheiderbauer auf und von dort an fuhren wir zusammen, aber irgendwie fühlten sich meine Beine schon langsam nicht mehr so gut an. Dafür machte es  dann in den Abfahrten umso mehr Spaß und ich freute mich, dass ich mich doch für das Fully entschieden hatte. Zusammen mit Anna fuhr ich auf Ann-Sophie Noorgard auf, aber kurz darauf hatte Anna einen Kettenklemmer. Zusammen mit Ann-Sophie ging es dann in die Weinberge und dort kamen mit einem Schlag die Krämpfe. Ich musste in den kleinsten Gang schalten und dann damit kämpfen, dass ich in dem Schneckentempo nicht umfalle. Aber absteigen konnte ich auch nicht mehr. Ann-Sophie musste ich fahren lassen und Heidi Scharnreitner kam dann auch noch von hinten angedüst. Es wurde dann zwar irgendwann langsam besser, aber richtig drücken konnte ich auch nicht mehr. So konnte ich am letzten Stich eine Gruppe von Männern nicht mehr halten und fuhr bis Riva alleine. Hinter mir sah ich dann 2 Fahrer näher kommen, aber schneller fahren konnte ich leider auch nicht mehr. Erst einen Kilometer vor dem Ziel holten sie mich ein, erleichtert stellte ich fest, dass es Daniel war und „nur“ ein Mann an seinem Hinterrad hing. So traf ich als Fünfte in Riva ein und war baff, dass Barbara schon da stand. Sie hatte allerdings einen Defekt am Hinterrad und entschied sich daraufhin für die kurze Runde und gewann natürlich ;) Zweite wurde Alexa Hüni vor Ann-Sophie Noorgard und Heidi Scharnreitner.

Am tollsten war aber Suses Erfolg am Freitag. Sie fuhr spontan beim Endurorennen mit und kam sogar aufs Treppchen – zumindest, wenn sie bei der Siegerehrung da gewesen wäre. Da sie Berny und mir nicht glauben wollte, befand sie sich währenddessen auf irgendeinem Trail rund um Riva und versuchte sich an ihr Hardtail zu gewöhnen J


Am Wochenende stand mit Münsingen mein erstes Saisonrennen auf dem Programm und ich war ziemlich gespannt, wo ich wirklich stehe. Einschätzen konnte ich mich vorher gar nicht, aber wirklich fit fühlte ich mich nicht, vor allem weil sich der Husten in den letzten beiden Wochen wieder stärker meldete. Und damit mir die Einschätzung etwas leichter fiel, stand gleich eine ganz schöne Prominenz auf der Startliste: Pia Sundstedt, Katrin Schwing, Birgit Söllner, Anna Baylis-Scheiderbauer, ... na da fällt einem der Einstieg gleich richtig leicht ;-)
Den Start verpasste ich dann auch direkt mal, zumindest erwischte ich wohl die Linie in der am meisten Stopp and Go herrschte. So fand ich mich am Starthang dann ungefähr auf Platz 10 wieder. Und da hatte ich auch schon das Gefühl zu platzen. Ich glaub, das wird jedes Jahr schlimmer ;) Nach 20min dachte ich mir: „In 10 Minuten steigst du aus“, ich hatte auch immer noch Angst, dass sich meine Lunge richtig bemerkbar macht. Aber nach 30min haben meine Beine einfach nicht aufgehört zu treten und dann lief es immer besser. Ich arbeitete mich langsam auf Platz 5 vor, Heidi Scharnreiter, Martina Miessgang und Susanne Litscher konnten zwischendurch aber immer wieder aufschließen und dann fuhren wir zusammen. Aber plötzlich war keine von ihnen mehr da, ich erwischte einen guten Windschatten und mir ging es immer besser – bis nach 1,5 Std. meine Oberschenkel und Waden zu krampfen begannen und schon war Susanne wieder da. Am letzten Berg fuhr sie dann eine Attacke, bei der ich dann leider nicht mehr mitgehen konnte. Ins Ziel kam ich dann als Gesamtsechste, allerdings mit einem gehörigen Rückstand auf die Podestplätze. Trotzdem bin ich relativ zufrieden, da meine Lunge mitgespielt hat und ich dann doch voll durchgefahren bin. Gewonnen hat Pia Sundstedt vor Birgit Söllner und Katrin Schwing – Glückwunsch an die drei! Am Ende stand ich dann sogar doch noch auf dem Podest, ich wurde hinter Susanne zweite in der Altersklasse, den dritten Platz konnte sich Heidi noch sichern.

11.4.10

Uiiii.... Fully fahren ist toooooll!!!! :-D

Letzten Donnerstag ging es los in Richtung Gardasee damit ich endlich mal mein neues Canyon Lux im Gelände fahren konnte. Das Wetter sah zwar für das Wochenende gar nicht so toll aus, aber besser als bei Schneefall im Allgäu rumzugurken war es allemal.

Der Donnerstag war noch ziemlich verregnet und kalt, dafür blinzelte uns Freitag früh schon die Sonne entgegen. Leider mussten wir auch feststellen, dass es über Nacht bis auf ca. 1000m runter geschneit hatte, aber zumindest war es trocken. Das Wetter war dann übers Wochenende, trotz der schlechten Prognosen, relativ gut und ab Montag gab es dann nur noch Sonne satt.

Gleich beim ersten Mal auf dem Bike fühlte ich mich total wohl. Es war, als hätte ich nie etwas anderes gefahren. Natürlich bin ich dann auch im Allgäu schon den einen oder anderen kleinen Trail gefahren, aber so richtig ausgiebig hab ich das Rad dann erst jetzt getestet. Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt noch einmal Hardtail fahren möchte, so viel Spaß macht das Lux – vor allem bergauf merkt man die Vorteile extrem. Gerade in etwas holprigeren Passagen rollt man ganz einfach über Wurzeln und Steine drüber, einfach toll!

Am Donnerstag sind Ines und ich dann noch Teile der Ronda Piccola abgefahren und gleich danach ging es dann schon wieder zurück nach Deutschland, schließlich stieg bei Canyon in Koblenz am Wochenende der GranFondo. Canyon besteht jetzt seit 25 Jahren (zunächst unter dem Namen Radsport Arnold) und das wurde im Canyon.Home ordentlich gefeiert. Mit dabei waren Radsportgrößen wie Erik Zabel, Michael Rich, Stefan Herrmann, Tibor Simai, Rob-J... bei der Prominenz kam ich mir ganz schön klein vor ;) Freitag wurde dann im Rahmen der Geburtstagsfeier die Stoppomatstrecke im Aspelbachtal eröffnet und wir durften sie dann gleich mal testen. Da die Biker zuerst starten sollten und die Rennradler am Schluss, hatte ich noch ein kleines bisschen Hoffnung, dass ich das Ziel vor Erik erreichen könnte. Leider Fehlanzeige! Und dann sah das Ganze bei ihm auch noch total entspannt aus. Er hat mir zwar versichert, dass er sich auch angestrengt habe, aber das glaub ich ihm nicht so richtig ;-) Danach gab es dann eine Pressekonferenz mit den Heroes... naja, eigentlich nur mit Erik und Michael – wir Mountain Heroes waren wohl nicht bekannt genug ;-)
Am Abend ging es dann weiter mit einer tollen Präsentation der Firmengeschichte Canyons und ganz vielen leckeren Snacks.

Samstag durften David und ich dann unsere neuen Trikots bei einer kleinen Tour in den Koblenzer Bergen spazieren fahren. Es hat echt Spaß gemacht – David testete auch einmal kurz die Bodenbeschaffenheit, das hat aber zum Glück niemand gesehen. Abends ging es zuerst zum Italiener und danach zum Mexikaner, wo bereits die halbe Canyon-Crew versammelt war.

Zusammengefasst waren es echt schöne Tage am Gardasee und in Koblenz, auch wenn es zwischendurch etwas stressig war mit dem ganzen Aus- und Umpacken. Aber es hat sich gelohnt. Nur mein Husten hat sich leider in den letzten Tagen verstärkt zurück gemeldet. Jetzt hoffe ich nur, dass es kein neuer Infekt ist, schließlich steht am Wochenende mit Münsingen mein erstes Rennen auf dem Programm. Mal sehen, ob ich es bis dahin wieder einigermaßen in den Griff bekomme...


15.2.10

M3, Laktattest und Trainingslager….
Anfang Februar hatten Suse und ich eine Audienz in der Sportschule FFB Puch. Stefan Mittelhammer wollte uns mal anständig durchtesten und so quälte er jeden von uns fast 2 Stunden lang mit den verschiedensten Übungen. Jetzt weiß ich zumindest, dass ich meinen Bauchmuskeln mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Meine Oberarmmuskulatur ist zu allem Übel noch weniger vorhanden ;-) Unsere Körper quittierten die Tortur dann mit einem gehörigen Ganzkörpermuskelkater – 2 Tage lang wurde Suse im Büro ausgelacht und ich konnte meine Arme und Beine nicht richtig strecken! Und dabei dachte ich, dass zumindest meine Beine durch die Desmo schon einiges gewohnt wären. Aber lustig war’s trotzdem. Danke Stefan!!
Und dann stand vor dem Trainingslager auch noch der Laktattest an. Hmm… insgeheim hab ich mir schon ein wenig mehr erhofft, aber die recht lange Zwangspause im Herbst, hab ich wohl doch noch nicht wieder ganz aufgeholt. Zumindest ist eine deutliche Steigerung zum Test im Dezember zu sehen, das ist ja auch was.
Am Samstag ging es dann ab ins Trainingslager: endlich T-Shirt-Wetter und Sonne! Nachdem der Winter in Deutschland ja kein Ende zu nehmen gedenkt, bin ich über ein paar Tage Abwechslung vom Bergtouren- und Langlaufalltag richtig froh. Jetzt genieße ich erstmal 2 Wochen Schönwetter (hoffentlich) auf Gran Canaria.
Am Samstag zeigte sich die Insel von ihrer windigen Seite, aber es war zumindest schön warm. Gestern gab es dann leider einen Tag Dauerregen, hoffentlich war das das einzige Mal. Heute, am Montag, scheint das Wetter wieder etwas besser zu sein, dafür hat meinem Bauch gestern irgendetwas nicht geschmeckt, deswegen werde ich heute das Bett hüten. Morgen geht es dann bestimmt schon wieder aufwärts.
Worüber ich mich aber gerade am meisten freue ist, dass mein Husten immer weniger wird. Da wir im Januar dann endlich die Ursache fanden, konnte ich gezielter dagegen vorgehen. Die Asthmadiagnose des Arztes hat sich also glücklicherweise nicht bewahrheitet. Offensichtlich haben wir in unserer Wohnung versteckten Schimmel, der sich dann in meinen Bronchien und im Blut fest gesetzt hat. Jetzt verzichte ich seit kurz nach Weihnachten (da hab ich es nicht durchhalten können), komplett auf raffinierten Zucker und werde von meiner Heilpraktikerin Gabi Kleybor super unterstützt. Manche Methoden erscheinen einem wirklich ein wenig seltsam, aber welche auch immer für die Besserung verantwortlich ist – sie funktioniert.
Hier im Hotel ist es natürlich sehr schwierig sich komplett zuckerfrei zu ernähren und die ganzen Verlockungen um einen rum, machen es nicht unbedingt einfacher. Aber ich versuche mein Bestes und die Fortschritte helfen mir, das ganze wirklich durchzuziehen.

                      


17.11.09

Hab ich mich in den letzten beiden Updates noch beschwert, dass es nichts neues zu berichten gibt, sind es jetzt gleich 2 Neuigkeiten…

Zuerst möchte ich mich bei Univega und allen anderen Teamsponsoren für die super Unterstützung in den letzten 3 Jahren bedanken. Ich hatte immer Topmaterial, sowohl fürs Training als auch für den Wettkampf. In der ganzen Zeit hatte ich insgesamt 4 Defekte was für die Zuverlässigkeit der Univega-Bikes steht.
Besonders toll waren die Freiheiten die Univega und unser Teamchef Herman Schoens uns gegeben haben. Es gab keinen Leistungsdruck, die Atmosphäre glich eher einer großen Familie. Ganz besonders danke ich Herman Schoens für die Chance, die er mir 2007 gegeben hat und all das Vertrauen, das er in mich setzte.
Es war eine wirklich schöne Zeit, aber ich habe das Gefühl, dass die Zeit gekommen ist eine andere Richtung einzuschlagen und bin gespannt was die Zukunft bringt.

Seit dem Aufruf durch Univega auf der Homepage von bikesportnews ist es wohl keine Überraschung mehr: ich werde in der nächsten Saison für ein neues Team an den Start gehen. Meine Wahl ist auf die Mountain Heroes gefallen. Das Team wird zunächst mit einem MTB-Team starten, allerdings werden andere Bergsportarten nach und nach dazu kommen. Was mir besonders gut gefällt, ist die Philosophie des Teams: soweit möglich werden Sponsoren ausgewählt, die sich in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz engagieren. Ich denke, dies ist die Zukunft und jeder sollte seinen Beitrag für den Erhalt der Umwelt beitragen. Denn schließlich soll unsere Erde auch für kommende Generationen bewohnbar bleiben.


Ende Oktober bekam ich dann auch noch die Zusage von einem weiteren Sponsor – TIMEZONE! Für die Wenigen, denen das nichts sagt, schaut einfach mal hier. Superschöne Klamotten, aber trotzdem bequem und vor allem zu erschwinglichen Preisen.
Im schönen Chiemgau gelegen, mit einer tollen Aussicht auf die Chiemgauer Berge, befindet sich der Firmensitz und den durfte ich auch gleich besuchen. Dabei konnte ich schon mal einige der supernetten Crew kennenlernen.
Sobald das Wetter es mal wieder zulässt und ein wenig Zeit ist, könnt ihr in der Bildergalerie meine neuen Lieblingsstücke begutachten.
Ich freue mich nun zum TIMEZONE-Team zu gehören, auf eine gute Zusammenarbeit und natürlich auf die vielen schönen Outfits :-)


22.10.09

Jetzt ist es leider schon wieder viel zu lange her, dass ich was von mir hab hören lassen. In Wickede hab ich mir wohl schon wieder n Infekt eingefangen und der hält sich bis heute hartnäckig. So machte es auch keinen Sinn in Oberammergau oder Oberstdorf zu starten, aber ich hatte zumindest gehofft, dass ich endlich mal in Missen beim Pfarralpkönig teilnehmen kann. Nachdem ich letztes Jahr schon krank war, wollte ich das „Allgäuer Saisonabschlussrennen“ auf gar keinen Fall verpassen. Aber leider hat bisher weder Antibiotikum noch Kortisonspritzen wirklich zur Besserung beigetragen. So langsam fällt mir schon die Decke auf den Kopf, da ich seit Anfang Oktober absolut keinen Sport mehr gemacht hab und davor auch nur noch sporadisch, wenn ich es gar nicht mehr aushielt bei dem schönen Wetter. So hab ich im September zumindest noch einige schöne Touren in den Allgäuer Bergen machen können, aber ohne Rad. Leider haben der Schnee und der Husten meine Pläne etwas durchkreuzt: Bieberkopf, Mädelegabel, Hohes Licht und Hochvogel müssen jetzt wohl noch bis zum nächsten Jahr auf mich warten. Dafür gab es ne Massenwanderung auf den Widderstein – Wahnsinn, was sich da für Leute rauf kämpfen. Aber zum Glück ist nicht jeder Berg so begehrt.
Durch den Wintereinbruch, hab ich dann am Montag versucht meinen ersten Schneemann in dieser Saison zu bauen. Zum Glück hatte ich keinen Fotoapparat dabei, der Versuch war leider nicht so sehenswert. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem.
Ansonsten gibt leider nicht mehr viel zu erzählen, deswegen drückt mir bitte ganz fest die Daumen, dass ich meinen Husten endlich in den Griff bekomme!


30.8.09 Xtaxy-Wildpark-Vosswinkel-Marathon

Puh! Jetzt hab ich schon lange nichts mehr geschrieben... Aber es ist seit der Transalp auch gar nicht so viel Spannendes passiert. Danach lag ich erst mal 2 Wochen flach mit grippalem Infekt und dann auch noch dem Noro-Virus. Und als ich langsam wieder anfing, merkte ich, dass meine Sehnenentzündung im Knie auch noch nicht ganz auskuriert ist. Aber es wurde langsam immer besser, so lange ich keine unkontrollierten Antritte machte.
Suse kam dann am letzten Wochenende für ein paar Touren ins Allgäu, aber leider bringt sie auch immer schlechtes Wetter mit und so hatten wir den ganzen Samstag zum Quatschen. Haben uns ja auch schon lange nicht mehr gesehen ;-)
Dieses Wochenende hat dann mein Papa seinen 66. Geburtstag gefeiert und weil man so was ja nicht verpassen darf, fuhr ich mit Karlheinz am Donnerstag Abend nach Dortmund, Vollpension bei Mama hat auch so seine Vorzüge ;)
Und weil wir ja eh schon so weit im Norden waren, beschloss ich am Sonntag in Wickede (Ruhr) beim 1. Xtasy-Wildwald-Vosswinkel-Marathon zu starten. Leider wurde die Langdistanz gestrichen, da es zu wenig Teilnehmer gab. Jetzt wollte ich es doch endlich auch mal auf der Langdistanz versuchen. Also blieb die mittlere Distanz, bei der eine ca. 30km lange Runde zweimal gefahren werden musste.
Die erste Stunde fuhr ich zusammen mit Sandra, wir wechselten uns in der Führung ab, wenn wir den Anschluss an unsere Männergruppe verloren, bis wir wieder da waren. Irgendwann musste ich aber ein bisschen rausnehmen, mir war die ersten 30min regelrecht schlecht von der mittlerweile ungewohnten Belastung (die TAC ist ja mittlerweile schon über 4 Wochen her). Dann fuhr Sandra einen Platten und ich fuhr so ziemlich alleine weiter. In der zweiten Runde fuhr ich endlich auf einen Mann auf, dem ich dann etwas Windschatten spendieren konnte. Aber wenigstens war ich nicht mehr alleine... allerdings ereilte mich dann ziemlich bald das gleiche Schicksal wie Sandra und ich hoffte inständig, dass ich den Mantel ohne Reifenheber von der Felge bekommen würde. Und es klappte! :-) Ich rechnete eigentlich damit, dass nun Sandra wieder von hinten vorbei rauscht, aber da kam eh fast niemand. Also machte ich mich wieder alleine auf den Weg und konnte meine Führung bis ins Ziel retten. Leider hat sich mein Knie auch wieder vehement bemerkbar gemacht, jetzt muss ich mal schauen, ob ich das in den nächsten 2 Wochen bis Oberammergau wieder in den Griff bekomme. Ich hoffe mal ganz arg...

Transalp Challenge

Die erste Transalp sollte zunächst unter keinem guten Stern stehen. Suse wurde am Donnerstag auf dem Weg zur Arbeit von einem anderen Radfahrer über den Haufen gefahren, die Folgen waren eine ordentliche Gehirnerschütterung und eine Platzwunde, die mit 4 Stichen genäht werden musste. Ob sie am Samstag schon wieder einen Helm aufsetzen konnte und dann auch noch ein Rennen fahren, war fraglich. Und ich war ab Sonntagabend durch eine Magen-Darm-Infektion außer Gefecht gesetzt.

1. Etappe: Mittenwald – Reith im Alpbachtal
Jetzt saßen wir Samstagmorgen im Camper und wollten die erste Etappe ganz ruhig angehen, da Suses Kopf immer noch nicht wieder ganz in Ordnung war. Außerdem schneite es weiter oben und es war richtig kalt, raus wollte von uns beiden keiner und wir hofften inständig, dass sich das Wetter noch weiter verschlechterte, damit das Rennen vielleicht doch abgesagt wurde. Und irgendwer hatte ein Einsehen!  Es schneite am Karwendelhaus so stark, dass dort am Abend über 60 cm Neuschnee lagen und das wäre noch nicht einmal der höchste Punkt der Etappe gewesen.
Der Start der diesjährigen TAC wurde also auf den zweiten Tag verschoben – was für ein Glück! Wir packten alles zusammen und rollten mit dem ganzen Tross Richtung Reith. Dort schlugen wir uns dann die Zeit mit Cappuccino trinken, Kuchen essen, Pastaparty und der erfolglosen Suche nach einem Regenschirm um die Ohren. Beim Briefing wurde dann die geänderte Streckenführung des nächsten Tages bekannt gegeben.
Leider gab es auch ein paar Stimmen, die die Absage nicht verstanden. Ich muss sagen, ich wäre auch ohne unsere Umstände froh gewesen, schließlich geht die Sicherheit und Gesundheit ALLER Teilnehmer vor. Und es gibt eben auch welche, die für so eine Etappe einige Stunden mehr benötigen und keinen Rundumservice haben. Das ist kein Rennen der Welt wert, dass man die eigene Gesundheit aufs Spiel setzt.

2. Etappe: Reith im Alpbachtal – Mayrhofen
Aufgrund der Schneefälle wurde das Geiseljoch aus der Etappe gestrichen… das Rennen begann mir mehr und mehr Spaß zu machen, schließlich waren die mittleren Distanzen meine Favoriten ;-)
Der Start war erst einmal ziemlich hektisch, keiner wollte in dem Gedränge seinen Partner verlieren, immer hörte man verzweifelte Rufe. Und ich war immer ziemlich verblüfft, dass Suse sich stets an meinem Hinterrad befand – ich frag mich bis heute noch wie sie das immer angestellt hat. Die Mädels von Rothaus-Cube und Fiat-Rotwild haben wir im Getümmel gar nicht gesehen, die waren schnell auf und davon. Suse und ich arbeiteten uns Position um Position nach vorne, bis wir nach meinen Berechnungen das dritte Damenteam sein mussten. Leider fiel uns am ersten Anstieg schon auf, dass das Zwillingscraft-Team mal wieder mit Begleitfahrern unterwegs war, die die Mädels während des Rennens verpflegten, ihnen Windschatten gaben und Hilfe bei Pannen leisteten. Da es nach der Abfahrt vom Loassattel bis zum Ziel noch ca. 10 km flach war, rechneten wir jederzeit damit, dass der hellblaue Tross und noch einholte. Aber irgendwie schafften wir es bis zum Ziel, obwohl wir erst für die letzten 2 km eine Gruppe erwischten, bei der wir mitfahren konnten. Wahnsinn! Wir konnten es kaum glauben… die erste Etappe und wir standen auf dem Podium, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Jetzt fing für uns der Urlaub an: wir hatten schon am ersten Tag das erreicht, von dem wir gar nicht zu träumen gewagt hatten.
Gewonnen haben die Favoritinnen Milena Landtwing und Kristin Noorgard vor Daniele Troesch und Kerstin Brachtendorf. 

        

3. Etappe: Mayrhofen – Brixen
Eigentlich gab es auf der Etappe nur einen Anstieg, dieser erstreckte sich jedoch auf über 32 km, wobei für die letzten Kilometer schieben und tragen angesagt waren. Wir erwischten leider keinen so guten Start und verpassten somit den Anschluss an die Zwillingscraft-Truppe. Obwohl es fast immer leicht bergauf ging, erwies sich eine funktionierende Gruppe als extrem hilfreich, da es nie wirklich steil war und zwischendurch auftauchende flachere Passagen gute Möglichkeiten gaben Windschatten zu fahren. Als es dann endlich so steil wurde, dass Windschatten nichts mehr brachte, ging es in einen Trail, der so schmal war, dass ein Überholen viel zu kraftraubend war. Also mussten wir uns dem Tempo der vor uns fahrenden Teams anpassen und verloren so wieder einige Minuten. Bis zum Pfitscherjoch lagen wir an fünfter Position und in der Abfahrt sahen wir plötzlich die Vaude-Mädels am Rand stehen, die verzweifelt versuchten einen Platten zu flicken.
Unten erwischten wir dann eine recht große Gruppe, in der aber niemand wirklich Tempo machen wollte. Also wechselten wir uns mit einem Holländer und dem Mixedteam Schwarzbarth Velos mit der Führungsarbeit ab, während sich die anderen 5 Teams hinten ausruhten. Im Ziel hatten wir auf dieser Etappe dann 11 min Rückstand auf die Gewinnerinnen Milena und Kristina. Das Zwillingscraft-Team wurde von den beiden im Zielsprint auf den zweiten Platz verwiesen, was Begleitfahrer nicht so ausmachen. Dritte wurden Kerstin und Daniele.
Steffi und Martin vom Team Sebamed fuhren heute aufs Podium. Wir freuten uns mit den beiden und wollten uns natürlich die Siegerehrung anschauen. Wir waren gerade in ein Gespräch mit einem Südafrikaner vertieft, als Steffi meinte, dass wir gerade aufgerufen worden wären. Wir beide waren ziemlich verwirrt, schließlich waren wir doch als vierte ins Ziel gekommen. Aber Sven, der Sprecher, nannte noch einmal unsere Namen und wir liefen vor in Richtung Podest. Oben erfuhren wir dann, dass Zwillingscraft eine Zeitstrafe von 60 min bekommen hatte, da Peggy Klose scheinbar absichtlich ein leeres Gel weggeworfen hatte. Also standen wir zum zweiten Mal auf dem Podest, auch wenn es dieses Mal nicht ganz unser Verdienst war. 

                               

4. Etappe: Brixen – St. Christina
Jetzt stand die erste „richtige“ Etappe an: 84 km und 3665 hm – so viel bin ich bisher noch nicht einmal im Training gefahren. Es war morgens schon ziemlich heiß und wir ließen es erstmal vorsichtig angehen. Trotzdem fuhren wir bereits am ersten Anstieg auf dem dritten Rang. Claudia Till gesellte sich manchmal zu uns, musste dann an den Kontrollstationen aber immer wieder auf ihre Teamkollegin warten. Wir wurden von den Fahrern um uns herum, von Zuschauern, Betreuern und anderen Bikern immer wieder angefeuert und motiviert und konnten den Abstand bis zum dritten Berg etwas ausbauen. Der Anstieg zum Grödnerjoch stellte sich jedoch als flacher heraus als er im Höhenprofil eingezeichnet war – es ging die ersten 15 km nur ganz leicht bergauf, so dass man einen guten Windschatten brauchte um schnell vorwärts zu kommen. Wir erwischten leider keine Gruppe, fuhren stattdessen immer wieder zu anderen Männern auf, die sich dann an uns hingen, aber selber schon zu k.o. waren um auch einmal nach vorne zu gehen. So musste Suse die meiste Führungsarbeit leisten, da ich auch schon ganz schön platt war. Als es dann nach einem steilen Trailanstieg auf die letzten 5 km Anstieg auf der Straße ging, sahen wir Peggy Klose schon von hinten heran kommen. Kurz vor dem höchsten Punkt zog sie dann vorbei, wir beide entschieden uns jedoch in der Abfahrt nicht zu viel zu riskieren und lieber heil ins Ziel zu kommen. So rollten wir in St. Christina wieder als Vierte über die Ziellinie und ich muss zugeben, ich war fix und fertig. Wenn Suse nicht in der Ebene so gut gekämpft hätte, dann wäre der Rückstand noch wesentlich größer ausgefallen. Gewonnen haben wieder einmal die Cube-Mädels vor Fiat-Rotwild.

Steffi und Martin fuhren wieder ein sehr starkes Rennen und landeten erneut auf dem dritten Rang. Die beiden hatten auch absolut nicht damit gerechnet, dass es so gut laufen könnte. Eine echt starke Leistung!
Kaum waren wir im Ziel, bekam Suse schon wieder die mittlerweile obligatorischen Glückwunsch-SMS, mein Telefon hatte sich bereits am zweiten Tag entschlossen zu streiken.
Als wir dann von der Pastaparty zurück kamen, staunten wir nicht schlecht… jemand hatte uns an unserem Camper den Reifen aufgeschlitzt. Da wir keinen Ersatzreifen dabei hatten und das Pannenset für so eine Lochgröße nicht ausreichend war, konnten wir am Abend aber nichts mehr unternehmen.

5. Etappe: St. Christina – Sarnthein
Karlheinz fiel also erst einmal als Betreuer aus, da er auf einen neuen Reifen warten musste. Aber durch die Spitzenbetreuung von Gerhard Döhl, Karl-Heinz Titus und Fabian Lienert fehlte es uns an nichts, außer mir vielleicht etwas moralische Unterstützung ;-)
Der Start war wieder einmal super, Suse war immer direkt hinter mir und wir konnten uns kurz hinter Kerstin und Daniele an der dritten Position festbeißen. Aber noch vor Erreichen der Seiser Alm machte sich mein linkes Knie ziemlich schmerzhaft bemerkbar. Ich schickte Suse vor, in der Hoffnung, dass es an der Verpflegung zumindest Tape gab, damit ich die Schmerzen dadurch etwas lindern konnte. Und dann zogen Peggy Klose und Claudia an uns vorbei. Leider blieb Suses Suche ohne Erfolg und in meiner Verzweiflung hielt ich auf der Straße einfach irgendein Auto an. Es war die Betreuerin von Fiat-Rotwild und glücklicherweise war sie bestens ausgestattet, so dass ich mich notdürftig verarzten und wir den Rest der Etappe in Angriff nehmen konnten. Allerdings wartete noch der längste Anstieg der Transalp-Geschichte mit 1700 hm am Stück auf uns. In Waidbruck stand Karl-Heinz mit frischen Getränken und in Barbian war sogar auch noch Fabian da. Er hatte an diesem Tag offensichtlich seine Verpflegungstaktik extra für uns geändert, da er sonst seine übrigen Schäfchen nicht ausreichend versorgen konnte, wenn er auch noch auf uns wartete. Danach ging es mir immer besser und die Knieschmerzen ließen langsam nach. Ich versuchte viel im Stehen zu fahren, da es dann erträglicher wurde, was Suse jedes Mal mit einem Stöhnen quittierte, da das Tempo dann kurzfristig höher wurde. Aber irgendwann war auch dieser Anstieg zu Ende, dafür hatte es die Abfahrt in sich. Trails, die sich ewig am Hang entlang zogen, mal bergauf, mal bergab, aber immer wieder wurzeldurchsetzt, zogen in dem Maß an meinen Nerven in dem Suse immer motivierter wurde. Ich hatte ganz schön Mühe ihr zu folgen. Erste wurde Rothaus-Cube, vor Zwillingscraft und Fiat-Rotwild.
Im Ziel begab ich mich dann gleich in die Hände des Physioteams von Jeantex, das mich super behandelte, was allerdings auch nicht ganz schmerzfrei war. Schließlich wurde meine Kniekehle mit einem Kinesiotape verziert und ich gehörte von nun an zu denen, die am Ende nicht nur Streifen vom Trikot und der Hose davon trugen ;-) Immerhin war mein Tape schön pink!
Martin und Steffi fühlten sich langsam auf dem dritten Platz auf dem Podest ganz schön heimisch. Da Karlheinz aber erst am nächsten Tag wieder zur Verfügung stand, konnten wir die Siegerehrung nicht live verfolgen. Wir verdrückten aber stattdessen in der Pension einen riesigen Berg Nudeln, mit leckerer Apfelschorle und bekamen aufmunternde Worte von Hans Grasegger und dem Betreuer von Alban Lakata. Leider haben wir den Namen nie erfahren.
Auf jeden Fall möchten wir uns hier noch einmal für den Taschentransportservice nach Kaltern und die anfeuernden Worte während der nächsten Etappen bedanken.

6. Etappe: Sarnthein – Kaltern
Es hätte unsere Etappe werden können… Suse heftete sich an die Fersen der Zwillingscraft-Truppe und ich versuchte ihr mit ca. 100 m Abstand zu folgen. Ich holte sie aber erst in der Wiesenabfahrt wieder ein. Und von da an lief es super: der Trail nach Nals war spitzenklasse und Suse fuhr eine super Linie bergab, der ich einfach nur folgen brauchte. Bald hatten wir Claudia eingeholt und nach weiteren Downhillmetern tauchte Peggy vor uns auf. Eiskalt zog Suse vorbei und die Hellblauen staunten nicht schlecht. Bis zum nächsten Anstieg machten wir noch mal einiges gut, jedoch fuhr Peggys Gruppe in der Ebene wieder zu uns vor, so dass wir zusammen in den nächsten Anstieg gingen. Claudia ging es an diesem Tag nicht so gut, bis zur Kontrollstation gelang es ihr nicht, die Lücke wieder zu schließen. So musste Peggy dort auf sie warten und wir zogen von dannen. Immer wieder feuerten uns Mitfahrer an, da wir zwischenzeitlich nur noch 1 min hinter Milena und Kristin lagen. Die wurden aber auch durch einen Kettenriss aufgehalten. Im darauffolgenden Trail und der Schiebepassage machten wir noch mehr Zeit gut, bis ich in einer Schotterabfahrt ein paar riesige Brocken erwischte und es mir die Luft aus dem Hinterrad drückte – platt! So ein Mist! Jetzt, wo es so gut lief. Und dann wollte der Mantel nicht von der Felge. Es dauerte ewig, bis wir es endlich hin bekamen. In der Zeit rollte der hellblaue Express seelenruhig an uns vorbei. Als der Defekt endlich behoben war (Danke Thorsten!!) kullerte ich in einem Trail auch noch den Abhang herunter, weil ich in der Hektik keine Zeit verlieren wollte. Martin half mir wieder auf die Strecke, die beiden hatten heute auch nicht gerade ihren besten Tag. Steffi hatte einen üblen Sturz und dann auch noch 2 Platten.
Bis zum Ziel konnten wir unseren dritten Rang aber noch verteidigen. Daniele ging es leider gar nicht gut, so dass die Rotwild-Mädels nur vierte wurden.

7. Etappe: Kaltern – Andalo
Suse bereitete mir am Morgen schon ein wenig Sorgen, da sie nicht mehr als eine kleine Scheibe Brot hinunter würgen konnte. Es ging auch kein Gel, Riegel oder was anderes rein, einzig eine Banane zwang sie kurz vor dem Start noch runter. Mir ging es dafür komischerweise umso besser. Als Suse von einem ziemlich rücksichtslosen Grand Masters Fahrer vom Rad gefahren wurde, verloren wir den Anschluss an die anderen Teams. Ich hörte hinter mir nur lauten Krach und als ich mich umsah, saß Suse wie ein Häufchen Elend auf der Straße. Zum Glück ist außer einer riesigen Prellung nichts passiert, aber das war mehr als unnötig. Vor allem, weil uns derselbe Fahrer in einer weiteren Abfahrt wieder sehr riskant überholte, um dann weiter unten abzusteigen und wieder auf seinen Partner zu warten. So ein Verhalten kann ich wirklich nicht verstehen.
Das Graunerjoch bewältigten wir dann ganz gut, erwischten aber natürlich wieder keine Gruppe, die uns in der Ebene hilfreich gewesen wäre. Also übernahm ich die Führungsarbeit und Suse konnte zwischendurch Bananen essen. Ab und zu sah ich auch wie sie wieder ein Gel zu sich nahm und war ganz schön erleichtert. Kurz vor dem letzten Anstieg nach Andalo stürzte Anita Steiner schwer. Sie saß noch immer an der Stelle als wir vorbei kamen. Wenn man so etwas sieht, dann läuft es einem wirklich kalt den Rücken runter. Liebe Anita gute Besserung von uns beiden!
Der Schlussanstieg hatte es noch mal in sich und besonders die Schiebepassage machte mich fertig. Im Ziel hatten wir dann nur noch 17 min Vorsprung in der Gesamtwertung auf das Team Zwillingscraft, das könnte knapp werden.
Gewonnen hat wieder Rothaus-Cube, vor Zwillingscraft und Fiat-Rotwild.

Im Ziel wartete Steffi schon auf uns, was an sich nichts Ungewöhnliches war. Allerdings war Martin noch auf der Strecke. Steffi ging es am ersten Berg sehr schlecht, so dass sie sich dazu entschließen musste, das Rennen vorzeitig zu beenden. Sie fuhr mit Martin zurück zum Start und erwischte noch eine Mitfahrgelegenheit nach Andalo. Martin rollte indes das Feld von hinten auf und legte immer wieder ausgiebige Zwischenstops an den Verpflegungen ein.

8. Etappe: Andalo – Riva de Garda
Beim Warmfahren fühlte ich mich etwas krank und ich machte mir ernsthaft Sorgen, ob ich Suse hinterher kommen würde. Der Startschuss fiel und am ersten Anstieg merkte ich meine Oberschenkel noch ziemlich. Trotzdem versuchte ich an den Cube-Mädels dran zu bleiben, was mir auch ziemlich gut gelang. In meiner Euphorie vergaß ich allerdings Suse ein bisschen und stellte in der Abfahrt fest, dass sie keinen so guten Start erwischt hatte. Als sie wieder bei mir war, machten wir uns gemeinsam an den letzten Anstieg nach San Giovanni, ich fühlte mich kurioserweise super und Suse hatte ganz schön Mühe dran zu bleiben… bis es im Trail bergauf ging. Da rutschte ich auf einer großen Steinplatte aus, landete ziemlich hart auf meinem Knie und rutschte die komplette Steinplatte wieder runter. Es dauerte eine Weile bis ich meinen Tritt wieder fand und nach einer doch etwas längeren Schiebepassage kamen wir oben an und genossen die Aussicht und fanden, dass der Gardasee gar nicht mehr so weit weg war. Der nun folgende Trail war durch den Regen der vergangenen Nacht ziemlich rutschig geworden, so dass wir lieber kein Risiko eingehen wollten und den größten Teil bergab rannten. Das war durch die nassen Steine aber auch nicht ganz ungefährlich. Unten angekommen bemerkten wir, dass wir Kerstin und Daniele abgehängt hatten, erst waren sie noch kurz hinter uns. Allerdings hatten sie einen Speichenbruch, wie sich später herausstellte. Endlich hatten wir mal Glück: die Jungs von Mooove nahmen uns in ihren Windschatten und so kamen wir Riva ziemlich schnell näher - bis Suse bei Dro einen Platten hatte. Erst waren wir ein bisschen hektisch, weil wir nicht wussten, wie groß unser Vorsprung war. Unser Plan war nun: ganz schnell nen neuen Schlauch rein und die nächste Gruppe erwischen. Der erste Teil funktionierte dann auch ganz gut, nur eine Gruppe kam nicht mehr. Es kam überhaupt niemand. Also fuhren wir bis 2 km vor Riva alleine, immer mit dem Gedanken, dass wir auch heute wieder unseren zweiten Platz verlieren würden. Aber als wir dann ins Zielgelände einbogen, konnten wir es kaum glauben: wir hatten es geschafft! Wir waren wirklich Zweite dieser Etappe geworden! Wahnsinnig viele Menschen standen am Rand und jubelten; wir konnten noch nicht einmal vom Rad absteigen, schon fielen uns die Ersten um den Hals und beglückwünschten uns. Es war echt ein tolles Gefühl!
Wir sind in Reith an den Start gegangen und wollten einfach eine schöne Woche haben, die Aussicht genießen und heile ankommen. Und dann standen wir so oft auf dem Treppchen und wurden Gesamtdritte, das hätten wir wirklich nicht gedacht! 

                  
               
Und weil das ohne die Unterstützung von so vielen Leuten gar nicht möglich gewesen wäre, möchten wir uns hier noch mal bei allen bedanken:
Unseren Betreuern Karlheinz Buhl, Gerhardt Döhl und Karl-Heinz Titus, ohne die wir auf der Strecke sicherlich verdurstet wären,
den Jungs vom Scott-Stand, bei denen wir unsere Räder abgeben durften und sie blitzeblank und topgewartet wieder bekommen haben,
Fabian, der uns in Sarnthein stundenlang auf der Suche nach einem Quartier durch die Gegend kutschiert hat und der uns auch sonst sehr unterstützt hat,
alle Jungs und Mädels auf der Strecke, die uns immer wieder angefeuert und unterstützt haben, es hat echt Spaß gemacht mit euch zu fahren (auch wenn ihr meistens schneller wart) ;-)
und ein ganz großes Dankeschön geht natürlich an Rainer, der uns diesen Startplatz überhaupt ermöglicht hat, ohne dich wäre die Transalp-Challenge wohl immer noch ein großer Traum von mir geblieben :-)




JIPPIEE!!! Wir fahren die Transalp-Challenge!! Wir, das sind die Suse (Susann Oehring) und ich. Das Ganze kam ziemlich überraschend, in Pfronten fragte Susann, ob ich nicht Lust hätte mit ihr zusammen zu fahren. Ich schob lieber erstmal Sonja vor, da sie bei so was ja schon viel mehr Erfahrung hat als ich. Allerdings muss Sonja am 18.7. noch auf eine Hochzeit, bei der sie nicht absagen konnte. Letzten Dienstag stand es dann fest: Suse und ich sind ein Team… und ich muss sagen, ich bin ganz schön aufgeregt… aber zumindest geht es Suse auch nicht viel besser ;-) Bin mal gespannt, was da auf mich zukommt. Bisher bin ich ja noch nie bei einem Etappenrennen gestartet und dann gleich die Premiere bei DEM Klassiker.
Drückt mir bitte alle die Daumen, dass alles gut geht. Ich versuche während des Rennens mal einen kurzen Zwischenbericht zu geben, aber ich weiß noch nicht, wie gut das mit der Internetverbindung bei uns klappt.
Auf jeden Fall sind die Vorbereitungen doch ganz schön stressig, hoffentlich vergess ich nichts. Ich bin mal gespannt was da auf mich zukommt…
Falls jemand von euch in den Etappenorten Mayrhofen, Sarnthein, Kaltern oder Andalo noch eine günstige Unterkunft weiß, die auch noch zufällig frei ist, dann bitte bei mir melden. Ich bin für alles dankbar!


6./7.7. Fotoshooting Großräschen

Gleich am Montag ging es für uns beide dann weiter zum Fotoshooting in Großräschen. Für alle, die nicht wissen, wo das liegt: Großräschen ist ein kleiner Ort in der Lausitz, bekannt für seinen Braunkohleabbau, ca. 100 km südlich von Berlin. Und genau wegen des Tagebaus wählte unser Fotograf, Dan Zoubek, die Location aus. In der Region werden mittlerweile viele der ehemaligen Industrielandschaften renaturiert und so lange geflutet, bis große Seen entstehen. Alles in allem eine ganz schöne Gegend, nur leider ohne Berge :-(
Nach den Fotos waren meine ehemals neuen, weißen Schuhe leider nicht mehr weiß, der schwarze Staub hat sich in jede Pore gesetzt. Das weiße Trikot war leider auch nicht allzu lange reinweiß… tschuldigung, aber der Matsch neben der riesigen Pfütze war zu verlockend. Aber lustig war es, immer schön zu lächeln und zu posieren. Nur manchmal gestaltete sich die Umsetzung der Anweisungen von Dan aufgrund des tiefen, sandigen Untergrundes etwas schwierig. Mal sehen, ob trotzdem ein paar gute Bilder dabei sind. Das Ergebnis könnt ihr dann auf der Eurobike im neuen Univegakatalog sehen. Also alle vorbei kommen und einen abstauben ;-)


4./5.7. 24h-Rennen in Steindorf 


                            

Letztes Wochenende stand danndas legendäre 24h-Rennen in Steindorf auf dem Programmplan. Dort ging ich mit Sonja als 2er-Damenteam an den Start. Leider trat das zweite gemeldete Damenteam nicht an, so dass wir schon zu Beginn als Sieger fest standen. Aber da Sonja bei so was trotzdem immer sehr motiviert ist, gingen wir das Ganze nicht unbedingt im Bummeltempo an. Das merkte ich dann auch schon am Samstag um 17Uhr und fragte mich, wie ich das alles durchstehen sollte. Aber mit einer super Lampe von Supernova (danke nochmal Michael) ging die Nacht rum. Nach einem zweiten Motivationstief zwischen 7 und 10 Uhr gingen wir um 12:40 Uhr auf eine gemeinsame letzte Runde, in der wir vor lauter Quatschen vielen schnelleren Teams, die meinten, dass sie in der letzten Runde noch 10 min gut machen könnten, fast den Weg versperrten ;-)
Das Highlight der Strecke war ein kleiner Sprung nach der Wechselzone, der eine schnellere Möglichkeit einen Graben zu überqueren darstellte, als der Chickenway. Da ich Sprünge generell nicht mag, wollte ich den eigentlich gar nicht fahren, aber Univega wollte unbedingt Fotos von diesem Sprung, also musste ich doch drüber und es war gar nicht schlimm! Ein Gutes hatte das Rennen dann ja doch: meine Angst vor Sprüngen ist jetzt hoffentlich nicht mehr ganz so groß :-)
Ein Tipp für alle, die sich eine richtig gute Radbeleuchtung zulegen möchten: die Lampen von Supernova sollte ihr auf jeden Fall einmal testen. Mir taten eigentlich alle leid, bei denen ich mich nachts in den Windschatten gehängt habe... sie hatten oft nur noch einen riesengroßen Schatten vor sich, den meine Lampe verursacht hat. Tschuldigung an alle!

              

Leider gab es in der Nacht einen schweren Sturz. Um den Verletzten versorgen zu können, musste sogar das Rennen für einige Zeit gestoppt werden. An dieser Stelle wünsche ich dem Verunglückten eine gute Besserung! Hoffentlich konnten sie dein Sprunggelenk wieder so zusammenflicken, dass du später keine Beeinträchtigungen davon trägst. Alles Gute!


27.6.09 Ruhrbikefestival Wetter

Das war ganz schön heiß! Gefühlte 40°C und der Start war für 11 Uhr angesetzt, da kam man schon im Startblock ganz schön ins Schwitzen. Beim Startschuss kam ich sofort super ins Pedal und war selber erschrocken, wie schnell ich vorne war. Vielleicht sollten meine Rennen nur noch 400 m gehen ;-) Aber es dauerte nicht lange, da kam Sandra Gockert schon von hinten und brachte Natascha Binder gleich mit. Als die Neutralisation endlich aufgehoben wurde, waren die beiden kurz vor mir. Sandra startete dann gleich durch und schon an der ersten Staustelle war sie außer Sichtweite. Natascha kam einige Meter vor mir im Stau an und machte dadurch ein paar Plätze gut. Nach einer, durch den Stau bedingten, kurzen Schiebepassage lag sie ca. 200 m vor mir. Der Abstand wurde jedoch ganz langsam immer geringer und schon war ich bei ihr. Nachdem wir einige Zeit zusammen fuhren, ging ich vor ihr in einen Anstieg. Als ich mich oben umsah, lag sie etwas zurück und ich versuchte mich an die Gruppe von Männern vor mir zu hängen, was mir auch ganz gut gelang.
Die Strecke machte richtig Spaß. Die Anstiege waren ganz schön bissig und ich bekam jedes Mal einen Schock, wenn ich auf meinen Pulsmesser schaute: 200 Schläge/min und mehr! Und das sogar noch nach 1,5 Stunden Fahrzeit! Ein Grund war wahrscheinlich die Hitze, aber auf der Strecke konnte man auch gar nicht langsam fahren: so viele tolle Trails, teilweise ganz schön verwinkelt, so dass man immer wieder antreten musste. Ich war zwischendurch sogar froh, wenn wir mal auf Asphalt fahren durften, da konnte man zumindest mal kurz die Beine hängen lassen.
Nach 30 km kamen die ersten Zweifel, wie ich das noch weitere 20 km aushalten sollte, aber irgendwie ging es. Allerdings mit ein paar kleinen Hängern zwischendurch. In Wetter ging es dann kurz eine Metalltreppe hinauf und ich rutschte prompt auf der letzten Stufe aus, wurde aber von Tom, der mich vorbei gelassen hatte, aufgefangen. Danke dir! :-)
Karlheinz stand unten am Anstieg zum Harkortberg und meinte, dass es nur noch 4 km bis zum Ziel wären. Da ich schon ziemlich groggy war, wollte ich lieber ihm als meinem Tacho glauben. Pech gehabt. Nach 1,5 km kam dann ein Schild: Ziel 5 km! Das zerrte ganz schön an meiner Motivation. Dann dauerte es noch ewig, immer wieder runter, wenn man dachte man sei jetzt endgültig oben. Und die ganze Zeit über hatte ich Angst, dass plötzlich noch eine Frau von hinten angesprintet kommt. Erst ganz kurz vor dem Ziel war ich mir sicher, dass ich wohl wirklich Zweite werden würde. Ich war ganz schön kaputt und Sandra war schon seit über 5 min da. Aber es hat total viel Spaß gemacht. Es war mit Sicherheit eine der abwechslungsreichsten, aber auch anstrengendsten Strecken die ich bisher gefahren bin. Und ich kann sie wirklich jedem empfehlen.
Gesamtdritte wurde Natascha, die damit, da sie keine Lizenz hatte, die „Funkategorie“ gewann und als dritte „Lizenzdame“ kam Annette Kolf ins Ziel. 

                                       

Jetzt geht es nächste Woche erstmal mit Sonja zum Radlbauer 24h-Rennen in Steindorf. Dort dürfen wir beiden als 2er-Damenteam die Univegafarben hoch halten. Und da Sonja bei sowas immer sehr motiviert ist, wird es wohl ganz schön anstrengend ;-) 


20.6.09 Bikemarathon Pfronten

Hungerast im Rennen… das kannte ich bisher gerade mal aus Erzählungen. Und dann erklärte ich die meisten für total verrückt, da ich nicht verstand, wie sie während einer Rennbelastung zu wenig essen können. Heute hat es dann wohl mich erwischt.
Da ich mein dauerndes „Krampfproblem“ nach etlichen Versuchen immer noch nicht endgültig gelöst habe, wollte ich nun einmal eine Theorie, die besagt, dass auch die Einnahme von Gels Krämpfe verursachen kann, in die Praxis umsetzen. Ich stattete mich also mit einem „Reservegel“ und einem Haufen „Schokodrops“, die aus verschiedensten Aminosäuren bestanden, aus. Immerhin schmeckten die Dinger auch noch gut, das war aber dann wohl auch der einzige Vorteil.
Der Startschuss fiel und ich konnte zunächst ganz gut bei Mona mithalten. Mailin kam auch von hinten, aber da traute ich mich dann doch nicht mitzugehen. So zogen die beiden von dannen. Oben am Edelsberg hatte Mailin einen Vorsprung von ca. einer Minute, Mona war bereits über alle Berge. Ich fühlte mich super und schon ging es in die Abfahrt. Der plötzlich einsetzende Regen verwandelte sich schnell in einen Hagelschauer, er tat richtig weh und es wurde echt kalt.
Am nächsten Berg fühlten sich meine Beine schon etwas seltsam an, aber die Jungs um mich rum fuhren auch nicht viel schneller, also beschloss ich, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gab und ich futterte weiter Schokodrops.
Die Flachpassage bis zum Breitenberg ging recht schnell rum und ich fühlte mich nicht wirklich schlapp – bis der Anstieg losging. Erst schob ich es darauf, dass die Muskulatur durch die Abfahrt so ausgekühlt war, aber es wurde nicht mehr besser. Männergruppe um Männergruppe fuhr an mir vorbei und ich befürchtete, dass mein Abstand auf die nächste Frau nicht mehr reichen würde. In meiner Not griff ich zu dem Gel, aber das nutzte leider auch nichts mehr. Ich versuchte so schnell zu fahren wie nur möglich, das war aber leider nur sehr, sehr langsam. Der Anstieg wollte auch nicht enden – klar bei meinem Tempo ;-) Positionswechsel auf dem Rad verursachten auch gleich Krämpfe, also musste ich schön sitzen bleiben. Als es dann in die Abfahrt ging, gingen die Krämpfe weiter, weiteten sich aber auch auf Ober- sowie Unterarme und meine Finger aus. Ich fuhr so schnell ich konnte und erst kurz vor der Ziellinie konnte ich wirklich glauben, dass niemand mehr von hinten im Sprint an mir vorbei schoss. So wurde ich dann Dritte hinter Mona Eiberweiser und Mailin Franke.
Im Ziel wurde ich dann schon von Sonja und Wolfi empfangen und war total glücklich, die beiden zu sehen. Die beiden erzählten gleich von Sonjas Erfolg. Sie wurde nur ganz knapp Zweite hinter Jutta Schubert. Am Anfang fuhren ihr ein paar der XC-Mädels, die das Rennen als Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft nutzten, kurzzeitig davon. Aber als es dann den Breitenberg hinauf ging, konnte sie Platz um Platz wieder gutmachen und ging als Zweite in die Abfahrt hinein. Dort kam sie dann bis auf wenige Meter an die spätere Gewinnerin Jutta Schubert heran. Als Dritte fuhr Sarah Bosch über die Ziellinie.
Also ein super Renntag, auch wenn das Wetter nicht so ganz mitspielte ;-) 


                    


13.6.09 Bikefestival Willingen

Hmm… der lange Weg nach Willingen war wohl umsonst. Durch ein irre gewordenes Navi haben wir uns auf dem Hinweg total verfranzt und somit für die Fahrt 7:30 Std. gebraucht. Am Start war es richtig kalt, aber zumindest. Eigentlich wollte ich auf die mittlere Distanz gehen und der Start lief auch ziemlich gut. Ich hatte zwar von der Passau-Wien-Tour immer noch schwere Beine und der Puls wollte nicht so richtig rauf gehen, aber Katrin Schwing war nur 10 m von mir entfernt und eigentlich lief es gar nicht so schlecht… Bis es oben flacher wurde und das Tempo wieder höher. Da merkte ich, dass ich plötzlich nicht mehr viel erkennen konnte, alles war irgendwie verschwommen. Erst dachte ich, dass es vielleicht an der Brille liegen könnte und setzte sie kurz ab, aber besser wurde es auch nicht. Ich konnte mich zwar einfach an andere Fahrer hängen, aber wenn Wurzeln, Löcher oder Steine auftauchten, konnte ich nicht einschätzen, wie groß diese wirklich waren. Schweren Herzens entschloss ich mich das Rennen aufzugeben, da schnelles Fahren ziemlich unkontrolliert wurde und ich nicht unbedingt einen Sturz riskieren wollte. Dabei hatte ich mich so auf Willingen gefreut! Der Weg zurück fühlte sich bei der Kälte ewig an und es dauerte eine Weile, bis mir wieder warm wurde.
Dafür konnte Sonja auf der kurzen Runde auf den dritten Platz vorfahren! Im Ziel wollte sie es erst noch nicht so recht glauben, aber als dann die Ergebnislisten aushingen, konnte ich es ihr schwarz auf weiß zeigen. Und dann war sie vor der Siegerehrung mindestens genauso aufgeregt wie ich in Riva ;-) Die Dritte von uns Mädels, Steffi Hadraschek, fuhr Sonja noch kurz vor dem Ziel weg und sicherte sich so den zweiten Platz. Und bei der Siegerehrung räumten beide gehörig ab… so ein bisschen neidisch war ich da dann doch.
Naja, jetzt kommt dann erst einmal mit Pfronten eins meiner Lieblingsrennen. Hoffentlich läuft es da wieder besser.


7.6.09 Tegernsee Marathon

Tegernsee C-Strecke... zum ersten Mal stand ich beim Tegernsee-Marathon am Start der 69 km langen und 2500 hm umfassenden C-Strecke. Ich glaub, so viele Höhenmeter bin ich vorher noch nie gefahren ;-) Aber ich wollte einmal ausprobieren, ob ich meine ständigen Krämpfe nicht endlich los bin. Da sie mich ja meist spätestens am dritten Anstieg überfallen, hatte ich ganz schön Respekt. Schließlich ging der letzte, im Höhenprofil eingezeichnete Anstieg, den Wallberg rauf. Gemeldet waren unter anderem Peggy Klose, Claudia Till und Kerstin Kögler, die ich eigentlich alle drei auf dem Podest vermutete. Auch Steffi (Hadraschek) hatte ich auf meiner „Liste“, sie ist besonders auf langen Distanzen nicht zu unterschätzen – oder, Steffi?? ;-) Claudia konnte allerdings wegen eines Sturzes in Garmisch nicht an den Start gehen.
Der Startschuss fiel und die Meute preschte hinter dem Führungsfahrzeug her. Gleich am ersten Anstieg lag ich vorne und war darüber selber total überrascht. Zwischendurch überlegte ich noch, ob ich etwas rausnehmen sollte, vielleicht war ich ja zu schnell gestartet, aber ich fühlte mich eigentlich gut und fuhr deswegen mein Tempo weiter. Als es nach der zweiten Abfahrt über einige Kilometer sehr flach Richtung Wallberg ging, konnte ich noch niemanden hinter mir erblicken. Leider auch keinen Mann, bei dem ich mich in den Windschatten hätte hängen können. Doch am Fuße des Wallbergs tauchten schließlich zwei hellblaue Trikots dicht hinter mir auf, Peggy Klose mitsamt ihrem Begleitfahrer. Und mit den beiden kamen bei mir die ersten Krämpfe. 

                             

Bis zur Wallberg-Bergstation konnte ich meinen Vorsprung wieder auf ca. 1 Minute ausbauen. In der darauffolgenden Abfahrt muss Peggy allerdings wieder näher gekommen sein. Eigentlich hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr mit einem längeren Anstieg gerechnet, aber nach dem Wallberg kam nochmal ein weiterer Berg, der nicht enden wollte. Nach einigen Minuten kam dann Peggy mit ihrem Begleiter wieder von hinten heran und ich versuchte jeden ihrer Angriffe zu parieren. Was aufgrund der wieder aufgetretenen Krämpfe gar nicht so leicht war. In die darauffolgende Abfahrt ging Peggy als Erste. Bis wir zu einem Fahrer der D-Strecke auffuhren, konnte ich ihr Tempo doch weitgehend mitfahren, aber ich kam dann nicht mehr an ihm vorbei. So wurde ihr Abstand so groß, dass ich sie nicht mehr sehen konnte.
Die letzten 10 km waren wieder sehr flach. Bis zur letzten Verpflegungsstation kam ich nochmal bis auf 100 m an die beiden heran, da mich ein Fahrer aus Deggendorf netterweise in seinen Windschatten nahm. Dort kam allerdings ein kleiner Anstieg und meine Krämpfe kamen mit aller Macht zurück. und ich konnte ihm nicht mehr folgen. So baute das Zwillingskraftduo bis zum Ziel ihren Vorsprung bis auf fast 3 Minuten aus. Im Ziel war ich dann zunächst etwas enttäuscht, aber letztendlich freue ich mich über meinen zweiten Platz.
Gewonnen hat also Peggy Klose, dritte war Kerstin Kögler und vierte wurde Steffi Hadraschek.
Im Ziel wurde ich dann auch gleich von Sonja empfangen... Sie fuhr, nachdem sie noch mit einigen Blessuren vom vorangegangenen Wochenende zu kämpfen hatte (sie wurde in Bad Wildbad Deutsche Meisterin der Augenoptiker!!), die 50 km. Aber auch da war mit Mona Eiberweiser, Barbara Kaltenhauser und Birgit Söllner ziemlich viel Prominenz am Start. Sonja ließ sich aber nicht einschüchtern und krallte sich an Birgit fest, so dass für sie der vierte Gesamtrang raussprang!
Jetzt muss ich morgen erstmal den Radweg von Passau nach Wien abfahren und hoffe, dass es nicht zu eintönig wird ;-) 

                      



20.5.09 Stöcklerennen Sonthofen

Zum dritten Mal wurde am Mittwoch Abend das Stöcklerennen in Sonthofen veranstaltet. Es ist ein wirklich schönes, kleines Rennen, aber ganz bestimmt nicht einfach! So standen für die MTBler 5,2 km und 600 hm an, bei den Rennradfahrern verteilten sich 590 hm auf 5,7 km. Da ich in den letzten beiden Jahren immer die MTB-Strecke fuhr, wollte ich dieses Jahr einmal mit dem Rennrad mein Glück versuchen. Dafür vertrat Sonja die Univegafarben mit dem MTB.
Um nicht nur am Abend für eine halbe Stunde aufs Rad zu kommen, fuhr ich mit Timo Modosch von Marktoberdorf aus nach Sonthofen „zum warmfahren“. Danach merkte ich meine Beine ehrlich gesagt schon ganz schön und ich war mir nicht mehr so sicher, ob das Rennrad für das Rennen wirklich eine so gute Wahl war. Aber es half nichts, da musste ich wohl jetzt durch.
Nach einem neutralisierten, gemütlichen Start ging es gleich eine 12%ige Steigung hinauf, in der ich mich von den restlichen Mädels leicht absetzen konnte. Nur Sonja blieb mir auf den Fersen ;-) Dann trennten sich die Strecken und ich wünschte mir im weiteren Verlauf mehrmals mein MTB her, da mir ca. 3 Gänge leichter sehr entgegen gekommen wären. Aber irgendwie quälte ich mich dann doch noch rauf und kam als erste Dame oben an. Kurz darauf kämpfte Sonja sich über die Ziellinie, sie wurde knapp von Camilla Kranzusch geschlagen, die nach einem rennfreien Wochenende erholt an den Start gehen konnte und ihren Heimvorteil absolut ausspielte. Auf den dritten Platz bei den MTB-Mädels kam Steffi Hadraschek, bei den Rennradlerinnen fuhr Sabine Brinkmann auf Platz zwei und Franziska Schaich erreichte Platz drei.
Bei der abschließenden Abfahrt (ich konnte RR gegen MTB eintauschen) übersah ich dann leider einen Gartenschlauch und fand mich kurzerhand auf dem Boden wieder. Aber außer einer deftigen Prellung am Fußgelenk ist wohl alles heilgeblieben.
Es hat jedenfalls wieder total viel Spaß gemacht und eins steht für mich fest: im nächsten Jahr nehm ich doch wieder das MTB :-)

17.5.09 Auerberg Marathon

Irgendwie habe ich am Auerberg nie richtig Glück. Vor 2 Jahren konnte ich mit extremen Krämpfen nur noch ins Ziel rollen, letztes Jahr brach mir das Pedal aus der Kurbel, so dass ich gar nicht ins Ziel kam und dieses Jahr fuhr ich mir einen Platten ein. Jetzt sollte ich das Schlauchwechseln wohl mal üben, das hat mich ganze 4 Minuten gekostet ;-) Da der Auerberg Marathon jetzt zu meinem Heimrennen geworden ist, die Strecke verläuft ca. 200m Luftlinie an unserer Wohnung entlang, war ich dementsprechend nervös. Beim Warmfahren befand mein Knie auch noch, dass es sich mal melden könnte und ich hatte nicht das allerbeste Gefühl. Mailin Franke und Sandra Sumerauer waren ebenfalls am Start, was mich nicht unbedingt ruhiger werden ließ. Der Start verlief ziemlich hektisch und hatte dann auch einige Stürze zur Folge. Allerdings sind die ersten 10 km absolut flach und das Tempo dementsprechend hoch. Da ich aufgrund eines Sturzes vor mir den Anschluss an Mailin und Sandra verlor, versuchte ich mit aller Kraft wieder an sie hinzufahren, aber ich kam nicht näher. Erst als es in den ersten Anstieg ging, fuhr ich mit „meiner“ Gruppe wieder auf sie auf. Allerdings lag ich am Ende des Feldes von ca. 30 Fahrern und die beiden waren vorne. Während des Anstiegs teilte sich die Gruppe und ich befand mich dann sozusagen unter den Verfolgern. Am Auerberg kam ich nochmal bis auf ungefähr 30 Sekunden heran, fuhr aber in der Abfahrt auf zwei Männer auf, die an der Stelle nicht zu überholen waren.
Nach ca. 40 km fühlte sich mein Vorderrad plötzlich so komisch an – platt! Super! Und ich kann doch "so schnell" den Schlauch wechseln. Hab sogar auf die Uhr geschaut, es hat mich ganze 4 Minuten gekostet, sollt ich wohl mal mehr üben ;-) Da mich in der Zeit keine weitere Frau mehr überholte, lag ich nach dem Wechsel immer noch an dritter Position. Also startete ich eine Aufholjagd, aber es stellte kaum einer der nun überholten Männer eine gute Windschattengelegenheit dar. Stattdessen zog ich einen immer größer werdenden Rattenschwanz hinter mir her ;-) Ab und zu lösten mich dann 2 Fahrer für einige Minuten ab, aber größtenteils fuhr ich alleine vorne. Im Ziel war ich dann trotzdem total glücklich, dass ich trotz Platten meinen dritten Platz verteidigen konnte. Sandra und Mailin einigten sich auf eine gemeinsame Zieldurchfahrt, was aber die Zeitnahme verhinderte. Also wurde Sandra als Siegerin und Mailin als Zweite gewertet.
Bei Sonja lief es auch wirklich super. Sie kam dann kurz hinter mir als Gesamtfünfte ins Ziel und das, obwohl ihr so eine flache Strecke eigentlich gar nicht liegt. Ihre Zeit vom letzten Jahr konnte sie sogar noch um 6 Minuten verbessern. Jetzt ist bei ihr der Knoten aufgegangen ;-)
Am Mittwochabend geht es zum Stöcklerennen nach Sonthofen. Eine echt schöne Veranstaltung. Also wer Zeit und Lust hat, unbedingt vorbeikommen und mitfahren!


9.5.09 Saalhausen
                                 

Zum Glück hat es nur in der Nacht von Freitag auf Samstag geregnet und zum Start des Marathons wurde das Wetter besser und besser. Es war zwar echt kalt (ca. 8°C), aber trocken.
Nach der Einführungsrunde lag ich mit Annette Kolf in Führung, im ersten Anstieg konnte ich mich sogar ein bisschen von ihr absetzen. Dann kam plötzlich ein Singeltrail und – Stau! Dadurch war mein Vorsprung natürlich wieder futsch. Als wir schließlich auf einen breiten Schotterweg abbogen, kam uns nach einigen Minuten plötzlich das Führungsmotorrad entgegen – mit ca. 60 Fahrern im Schlepptau. Also hieß es so schnell wie möglich wenden, aber möglichst niemanden dabei umfahren. Dann wir natürlich auf die Fahrer aus den hinteren Startblöcken und mussten uns teilweise quer durch den Wald durch die Meute kämpfen. Bis wir schließlich auf der richtigen Strecke waren, war von Annette, Birgit Dauber (ehem. Jüngst) und einigen anderen Mädels nichts mehr zu sehen. Da hab ich dann kurzzeitig überlegt aufzuhören und am Sonntag beim XC-Rennen mein Glück zu versuchen, aber da um mich rum eigentlich alle weiterfuhren, bin ich einfach mal mitgefahren.
Auch nach 1,5 Stunden überholte ich noch Fahrer(innen) aus den hinteren Startblöcken. Die hatten also doch ganz schön viel Vorsprung bekommen durch die Verfahraktion.
Nach ca. 2,5 Std. Fahrzeit fragte ich einmal einen anderen Fahrer, wie viel Kilometer wir denn schon gefahren wären: als die Antwort „36 km“ war, bekam ich einen ganz schönen Schock. Das würde dann wohl eine richtig lange Mitteldistanz werden. Aber es ging dann doch ziemlich schnell rum. Da ich keine Orientierung hatte, wer noch vor mir lag, versuchte ich das Tempo am letzten Anstieg nochmal zu erhöhen. Aber vor mir war niemand mehr… 

                        

Das erfuhr ich dann kurz vor der Zieldurchfahrt vom Sprecher. Wahnsinn! Hab mich total gefreut. Damit hatte ich während des Rennens überhaupt nicht gerechnet, zumindest Annette hätte ja noch vor mir sein müssen, aber sie ist wohl ausgestiegen.
Hab dann vor Sandra Thart (NL) und Birgit Dauber gewonnen :-)


3.5.09 Bikefestival Riva

Eigentlich sollte sich doch schon langsam die Aufregung vor den Rennen etwas legen, aber irgendwie klappt es noch nicht so richtig, schließlich lässt sich immer ein anderer Grund finden, warum ich morgens mit gemischten Gefühlen an den Start gehe. Diesmal konnte ich sogar noch nicht mal richtig schlafen ;-) Immerhin bin ich ja noch nie in Riva gestartet und das Starterfeld am Gardasee gehört doch eher zu den wirklich stark besetzten. Und nachdem an diesem Wochenende kaum andere Rennen stattfanden, gab es dieses Jahr auch keine Ausrede.
Bereits am Freitagabend war ich ziemlich beeindruckt, wie viele Menschen sich auf dem Festivalgelände tummelten. Am Samstag standen dann auch über 2000 Fahrer an der Startlinie. Sonja erwischte sogar die Startnummer 36 mit der sie vorne bei den VIP`s im gleichen Startblock stehen durfte. Ein bisschen neidisch war ich da schon ;-)
Ich konnte mich dann ab 7:05 in den A-Block stellen, um noch wenigstens eine halbwegs gute Ausgangssituation zu ergattern. Denn auch der Startblock A war schnell relativ voll. Zum Glück war es nicht kalt, so konnte man die Zeit auch ganz gut stehend abwarten. Ich hatte mich bereits im Vorfeld für die Ronda piccola entschieden, da mir die anderen beiden Runden noch etwas zu lang erschienen, so früh in der Saison.
Im Getümmel des neutralisierten Starts verlor ich auch schon bald den Überblick, so dass ich keine Ahnung hatte, wie viele Fahrerinnen nun wirklich vor mir lagen. Also fuhr ich mein Tempo nach Ville del Monte und konnte dort sogar noch einige Plätze gutmachen. Kurz vor Ville del Monte tauchte plötzlich ein etwas bekannteres Trikot vor mir auf und ich war mir erst nicht ganz sicher, ob ich richtig gesehen hatte. Aber es war tatsächlich die deutsche Marathonmeisterin Elisabeth Brandau und ich kam ihr immer näher. Kurz darauf konnte ich sie dann auch schon überholen. Von hinten kamen nun Danièle Troesch und Claudia Till. Obwohl ich wusste, dass die beiden eigentlich die längeren Runden in Angriff nehmen wollten, wollte ich sie auch nicht einfach so fahren lassen. Also heftete ich mich an ihre Fersen. Aber irgendwann mussten Danièle und ich dann doch etwas rausnehmen. Claudia hingegen erwischte im flacheren Teil kurz vor San Giovanni eine Männergruppe und zog von dannen. In dem Bereich konnte ich mich auch von Danièle absetzen, die mich aber in der Abfahrt wieder einholte. Nach einem Fahrfehler fuhr eine weitere Frau an mir vorbei (jetzt weiß, dass ich mal Techniktraining machen sollte). Ich war ziemlich baff, da ich gar nicht mitbekommen hatte, dass ich sie überholt hatte: es war Milena Landtwing vom Rothaus-Cube Team.
Danièle konnte ich auf den Straßenabschnitten wieder überholen, allerdings nur bis zum zweiten Anstieg bei Arco. Dort fingen meine Beine wieder mit meinem alten Problem, den Krämpfen, an. Ich musste also ganz schön rausnehmen, um den Berg überhaupt noch rauf zu kommen. Kurz vor der Streckenteilung konnte ich dann doch noch bei einer Männergruppe mitfahren, von denen jedoch fast alle auf die längeren Distanzen abbogen.
Über meine eigene Position wusste ich überhaupt nicht Bescheid. Ich ging davon aus, dass bestimmt schon 4 oder 5 Frauen vor mir auf die Ronda piccola gefahren waren. Trotzdem versuchte ich auf dem Rückweg noch so viel Druck wie möglich zu machen und bekam sogar auf den letzten Kilometern noch mal einen hervorragenden Windschatten! Vielen Dank nochmal!! :-)
Als ich bereits über die Ziellinie gefahren war, erfuhr ich vom Sprecher, dass ich die zweite Frau hinter Claudia Till war. WAHNSINN!! Ich war Zweite! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Claudia hatte sich dann doch noch kurzfristig für die kurze Runde entschieden (jaja, Claudia, das war doch bestimmt Absicht ;-) ). Dritte wurde Claudias Teamchefin Peggy Klose.
Die Siegerehrung war dann auch super: ich bekam sogar eine Scherpe um!! Bilder davon kommen noch :-)
Sonja war leider nicht so zufrieden, irgendwie kam sie nicht richtig vom Start weg und bergauf machte sich dann der krankheitsbedingte Trainingsausfall auch noch bemerkbar. Sie wurde letztendlich 14.
Am Wochenende geht es wieder nach Saalhausen. Hoffentlich ist das Wetter dieses Jahr besser als im letzten Jahr, aber so wie die Prognosen ausschauen, wird es wohl wieder sehr nass. Auf jeden Fall freu ich mich schon drauf.
Viele Grüße
Katrin


18.4.09 Münsingen

Als wir im Allgäu losfuhren, sah alles nach einem wunderschönen sonnigen Tag aus. Aber schon kurz hinter Ulm fing es an wie aus Eimern zu schütten. Anfangs hatte ich noch etwas Hoffnung, dass sich das bis Münsingen wieder legen würde, schließlich war ja zumindest trockenes Wetter angekündigt. Aber diesmal hatte der Wetterbericht wohl Unrecht und Münsingen wurde seinem Ruf als Schlechtwetterrennen mal wieder gerecht. Und bis zum Abend sollte sich dann auch nichts daran ändern. Also gingen die Marathonfahrer bei 5°C und Dauerregen auf eine ziemlich nasse Runde.
Ich war mal wieder total aufgeregt, da das ja mein erster Marathon der Saison war und ich nicht genau wusste, wo ich wirklich stehe. Diesmal erwischte ich einen echt guten Start und als wir durch das Gelände des Bundesligarennens fuhren, war die Spitze der Männer noch ziemlich dicht vor mir. Da war ich doch ganz schön baff.
Die ersten Kilometer fuhr ich zusammen mit Mailin Hummel an der Spitze. An einem Anstieg musste ich sie jedoch kurz ziehen lassen und schon kam die Vorjahressiegerin Martina Höllige an mir vorbei. Ich fuhr mein Tempo weiter und konnte wieder zu Mailin aufschließen. Da meine Brille schon ziemlich verschmiert war, nahm ich sie ab und versuchte mein Glück ganz ohne Augenschutz. Den Versuch gab ich aber nach einer halben Stunde auf, da ich noch weniger sehen konnte als mit Brille und daher in den Abfahrten viel langsamer fuhr, als ich eigentlich konnte. Also setzte ich sie wieder auf und kurz darauf kam Heike Hundertmark in einer Männergruppe vorbei. An die Gruppe hängte ich mich dann kurzerhand dran. In der Wiesenabfahrt, in der ich im letzten Jahr gestürzt bin, fuhr ich wohl etwas zu vorsichtig und Heike hatte einen Vorsprung von 100m. Ich kämpfte ziemlich lange, kam aber nur ganz langsam näher. Als mich Olaf Nützsche überholte, fuhr ich in seinem Windschatten mit und kam dann doch wieder an Heike heran und konnte sie sogar überholen. Plötzlich tauchte Mailin in einer Männergruppe wieder vor mir auf und ich setzte am Anfang eines Anstiegs zum Überholen an. Aber Mailin konnte das Tempo mitgehen, so fuhren wir abwechselnd immer wieder vor und wurden wieder überholt ;-) An einem schmierigen Wiesenanstieg merkte ich, dass mein Hinterrad doch zu wenig Profil hatte, so dass ich mich entschied abzusteigen. Wahnsinn!! Ich konnte meine Füße nicht mehr fühlen! Und meine Beine fühlten sich auch nicht gerade an als würden sie zu mir gehören. Kurz nach diesem Anstieg konnte ich Mailin nicht mehr folgen. Als ich dann im Cross-Country Gelände Heike wieder hinter mir erblickte, versuchte ich noch mal alles zu geben um den dritten Platz zu retten. Dabei fuhr ich jedoch 100 m vor dem Ziel eine Kurve außen an und gab Heike damit ungewollt die Möglichkeit zu überholen. Und sie nutzte natürlich gleich ihre Chance… Auch ein versuchter Zielsprint änderte nun nichts mehr an meiner Platzierung. So kam ich etwas enttäuscht als vierte ins Ziel. Aber eigentlich bin ich trotzdem total zufrieden mit meiner Leistung, auch wenn ich mal wieder gemerkt habe, dass ich technisch, besonders auf nassen Strecken, meine Probleme habe. Da werd ich jetzt wohl dran arbeiten müssen :-)
Nächstes Wochenende werd ich noch einmal ein paar schöne Touren mit Sonja fahren und dann geht es am Freitag nach Riva. Bis dahin viele Grüße,

Katrin


Gosecker MTB Trophy

Mensch, war ich aufgeregt... so viele Cross-Country-Rennen bin ich ja noch nicht gefahren und wenn, dann endeten die nicht sehr zufriedenstellend für mich ;-)
Eigentlich wollte ich für die Jungs als Betreuerin mitfahren, aber da der Start der U23-Klasse erst um 14:15, die Strecke trocken, das Wetter gut, das Damenrennen schon um 11:15 Uhr angesetzt war und die Jungs nicht nachgeben wollten, ließ ich mich dann schließlich doch überreden an den Start zu gehen
Leider waren dann nur 7 Mädels am Start (inklusive Juniorinnen), aber für den Anfang reicht das ja auch ;-)

                     

Natürlich hab ich dann erst mal den Start verpennt, so dass ich mich fast am Ende des Feldes befand... da das ja aber relativ übersichtlich war, konnte ich mich bis zum Ende der Startrunde auf den dritten Rang vorarbeiten. Noch in der ersten Runde hatte ich das Gefühl, dass ich schneller fahren könnte, war aber erst noch unsicher, ob ich es wirklich probieren soll. Ich versuchte es aber dann trotzdem und konnte auch gleich ein kleines Loch herausfahren ... nach der ersten Abfahrt kam Silja noch einmal heran, aber dann lief es bei mir immer besser und ich konnte den Abstand stetig vergrößern. Die Strecke machte mir dann auch richtig Spaß, woran besonders die motivierten Zuschauer großen Anteil hatten.

                                 

Am Montag ging es dann gleich in der Früh für eine Woche an den Gardasee. Mit dabei waren auch Mona Eiberweiser und Ines Thoma und die beiden haben mir dann auch gleich mal gezeigt, dass ich noch an meiner Fahrtechnik feilen muss. Aber ich glaube, ich bin schon ein bisschen besser geworden. Monas Ratschläge wie „lass es einfach laufen, Katrin!“ kann ich zwar immer noch nicht ganz beherzigen, aber ich versuch es zumindest :-)
Jetzt steht am Samstag Münsingen an und ich bin echt gespannt, wo ich diese Saison ungefähr stehe. Hoffentlich verwandelt der angekündigte Regen den letzten Teil der Strecke nicht wieder in ein riesiges Matschloch so wie im letzten Jahr. Jedenfalls bin ich schon jetzt aufgeregt ;-)
Viele Grüße
Katrin

15.03.09 Teamtreffen in Ochtendung

Juchhuuu!!! Mein neues Bike ist da! Am Wochenende war großes Teamtreffen beim Poisonbike-Cup in Ochtendung. Am Samstag karrte unser Teamchef Herman Schoens, alle Räder in die Nähe von Koblenz. Die Farbe der Bikes hat sich jetzt unseren Trikots angepasst (was für uns Mädels doch ein bisschen wichtig ist ;-) ) und die Räder sehen echt super aus! Dazu kommt die Topausstattung und das tolle Handling… so kann die neue Saison kommen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Univega und alle anderen Sponsoren! Der erste Formtest erfolgte dann auch gleich am Sonntag beim Poisonbike-Cup. Aber so schwer wie sich meine Beine noch am Samstag anfühlten, rechnete ich mir keine großen Chancen aus. Und dann stand auch noch an der Startnummernausgabe Elisabeth Brandau… Ich machte mich schon auf eine Überrundung von ihr gefasst, da die Strecke nicht sehr lang war. Ziemlich aufgeregt ging ich dann an den Start, der dann blöderweise zweimal verschoben wurde und so 45min später stattfand. Die erste Runde fuhr ich zusammen mit Charline Merklin, Elisabeth war schon über alle Berge. In der zweiten Runde konnte ich mich dann am Berg leicht von Charline absetzen und den Abstand langsam ausbauen. Ich war wirklich überrascht, wie gut es lief, aber dann kam in der vierten Runde ziemliches Seitenstechen dazu. Alle meine Versuche ruhiger zu Atmen schlugen fehl… war doch schon ganz schön anstrengend den Berg rauf. Nach der fünften Runde war auch schon wieder alles vorbei, ich glaube, die Veranstalter wollten die Verzögerung der Rennen durch Kürzung der Renndauer wieder wettmachen. Ich war jedenfalls total happy, dass es gleich im ersten Rennen so gut lief, obwohl ich bisher keine intensiven Einheiten gemacht hab. Naja, und im Allgäu liegt immer noch Schnee und es soll noch mehr dazu kommen, da werden die nächsten Biketouren wohl noch eine Weile auf sich warten lassen... :-(


11.03.09

Wow! Die Zeit rast… Eigentlich wollte ich nicht so lange warten meine Homepage auf den neuesten Stand zu bringen, aber dann kam immer wieder etwas dazwischen: super Wetter, Laktattest, lernen, shoppen ;-)… und zu guter letzt auch noch das Trainingslager in Süditalien. Geplant war, dass ich ganz aktuell aus Kalabrien berichte, aber leider hat der Internetzugang im Hotel nicht so richtig funktioniert. 

                                         

So hatte ich mehr Zeit krank zu werden :-( Mich hat es natürlich, wie eigentlich mittlerweile fast jedes Mal im Trainingslager, mal wieder mit Halsschmerzen erwischt. Die wollten dann auch bis zur Heimfahrt nicht ganz verschwinden. Auch wenn es da unten eigentlich ganz schön kalt und teilweise auch nass war, war es aber immer noch wesentlich wärmer als in Süddeutschland. Das Schneechaos hielt sich ebenfalls in Grenzen, obwohl es ab 700 m ab und zu geschneit hat und teilweise eine geschlossene Schneedecke auf den Straßen lag. An sich ist Kalabrien wirklich schön zum Radeln: viele kleine Straßen, wenig Verkehr, tolle Landschaft und normalerweise auch warm. Wir haben eben die kältesten 2 Wochen der letzten 40 Jahre erwischt, wenn man den Einheimischen glauben darf ;) Es ist auch touristisch noch nicht ganz so erschlossen wie andere Gegenden Italiens, was einerseits schön ist, aber andererseits auch Nachteile hat – unser Hotel lag in der Pampa mit nichts außer Orangenplantagen und anderen Hotelanlagen drumherum und der Strand sowie die Hauptstraßen waren leider oft sehr vermüllt. Außerdem gibt es in kleinen Straßen, die oft unangekündigt in Sackgassen enden, ganze Horden von Hunden, die nicht unbedingt mit einem spielen wollen. So fühlt sich zumindest mein Puls nach der Flucht immer an. Aber anders als auf Gran Canaria kann man in Kalabrien auch mal längere flache Einheiten einbauen ohne ständig an der vielbefahrenen Küstenstraße entlang fahren zu müssen. Und trotzdem gibt es fast vor der Haustür ordentlich Pässe an denen man Kraftausdauer trainieren kann.

                         

Obwohl es so kalt war (leider auch auf den Zimmern), hat es richtig Spaß gemacht mal wieder draußen radeln gehen zu können und das dann auch noch in einer Gruppe. Die „Mädelsgruppe“ war auch ganz überschaubar.

         

Jetzt schneit es hier schon wieder und krank bin ich auch wieder. Außerdem geht mir der Schnee langsam auf die Nerven… Aber am Wochenende gibt es endlich die neuen Räder!! Da freu ich mich schon drauf :-) Bis dahin: viele liebe Grüße aus dem immer noch verschneiten Allgäu!! 

03.01.09

Ein gutes neues Jahr wünsche ich euch! Ich hoffe, ihr seid alle gut reingerutscht. Ich hab das mit dem Rutschen im alten Jahr auf einer Stufe noch geprobt und festgestellt, dass so was ganz schön schmerzhaft sein kann. Aber mittlerweile ist die Schwellung weg und nur noch ein blauer Fleck übrig geblieben. Die Feiertage hab ich mit meinem Freund und meiner Familie in Bad Hindelang verbracht. Die nächste Loipe nicht weit entfernt, Bergtouren die man direkt von der Haustür aus beginnen kann und leckeres Essen von meiner Mama ... so lässt es sich leben
;-)

So sehen zur Zeit hier übrigens die Berge aus

         

Wer da zuhause bleibt ist selber Schuld :-)


15.12.08

Wow, jetzt ist es schon fast Weihnachten… schon ganz schön lang her, dass ich mich hier gemeldet habe. Die letzte Zeit ging so schnell vorbei, da weiß ich gar nicht, was ich alles erzählen soll.
Im November ging es erst einmal für eine Woche an den Gardasee, ausnahmsweise ohne Bike. War wirklich superschön, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte. Aber Bergtouren kann man ja auch bei Regen und Schnee machen. Teilweise gab es auch richtig Muskelkater vom langen Bergablaufen.
Dann war ich zwischendurch noch in Dortmund, ich musste ja schließlich die Entwicklung unseres neuen Familienmitglieds beobachten. Meine Schwester hat sich im August eine hübsche Stute gekauft.
Für Anfang Dezember war noch ein Kiteurlaub geplant, der aber leider, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser gefallen ist. Die Windwahrscheinlichkeit war uns etwas zu gering und Brasilien, Venezuela oder die Karibik etwas zu teuer.
Zu guter Letzt ist mein Bruder letzte Woche nach Australien geflogen, mal sehen wann er wieder kommt und was er alles zu erzählen hat.
Die letzten 2 Wochen hab ich dann fleißig in der Küche gestanden und gebacken, was das Zeug hält. Also bin ich jetzt schon richtig in Weihnachtsstimmung, nur ein paar Geschenke fehlen mir noch ;-)
Ansonsten liegt hier ja schon seit Mitte/Ende November Schnee, da kann man richtig schön mit Schneeschuhen durch die verschneite Landschaft stapfen und Gipfelausblicke genießen oder einfach unten im Tal bleiben zum Langlaufen. Mir wird also nicht langweilig.

Außerdem steht ja schon bald wieder die nächste Saison an. Es geht irgendwie schneller als ich dachte. Dort werde ich auch weiter auf Univega-Rädern unterwegs sein, worüber ich mich sehr freue. Auch alle meine „privaten“ Sponsoren haben mir die Weiterführung der Unterstützung für die neue Saison zugesagt. Ich bin wirklich total froh, dass ihr mir diesen Sport ermöglicht.

Bis dahin wünsch ich euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Eure Katrin


Stöcklerennen Sonthofen

Es wird wohl nicht mehr warm dieses Jahr... Das Stöcklerennen sollte eigentlich schon im August stattfinden, wurde aber wegen schlechten Wetters verschoben... jetzt war es noch schlechter :-( 3°C, Regen und oben Schnee, der einzige Vorteil war, dass man nicht wirklich schwitzte. Leider war durch dieses Wetter das Starterfeld mit ca. 30 Fahrern sehr überschaubar, darunter waren 3 Frauen. Das entspricht aber sogar einer Quote, die bei Marathons nur selten erreicht wird ;-)

                                        

Der Start erfolgte neutralisiert und zwar so langsam, dass einem durch die Pfützen, die einem ins Gesicht und sonst überall hinspritzen noch viel kälter wurde. Als es dann endlich bergauf ging, erfolgte der offizielle Startschuss. Durch die wenigen Starter fuhr man ziemlich schnell alleine, ich hatte immer 3 Männer ca. 100 m vor mir. Ungefähr 50 m hinter mir fuhr Stefanie Hadraschek und der Abstand wollte und wollte nicht größer werden. Ich wagte mich dann nicht mehr umzuschauen und versuchte mein Tempo zu fahren. Als es dann schließlich in den Schotteranstieg ging, war sie plötzlich weg. Also fuhr ich den Männern hinterher, kam näher und konnte sogar noch einen überholen ;-)
Oben lag dann sogar Schnee auf der Straße und ich war froh, dass ich die Möglichkeit hatte, mit dem Auto runter gefahren zu werden.
Steffi konnte ihren zweiten Platz dann auch noch sichern und kam relativ glücklich oben an. War zwar (mal wieder) kalt, aber hat doch Spaß gemacht :-)

Oberstdorfer Marathon

Hmm... es ist ein komisches Gefühl als "Titelverteidigerin" an den Start zu gehen. Ich war sogar mit Bild in der Zeitung! Da war ich schon ziemlich aufgeregt, aber auch total motiviert, auch wenn meine Chancen zu gewinnen nicht sehr hoch waren. Da ich die Strecke aber recht gut kannte, freute ich mich besonders auf die Abfahrten. Naja, so weit sollte ich leider nicht kommen.
Der Start erfolgte schon um 8:30 und dementsprechend kalt war es auch – im Oytal wurden -3°C gemessen. Aufgrund der Tragepassagen nahm ich lieber keine Überschuhe, da diese beim Laufen eher hinderlich sind. Außerdem sollte es ja auch warm werden. Leider nicht in den ersten 90 Minuten. Nach dem ersten Anstieg lag ich noch auf Platz 4 mit ca. 1 Minute Rückstand auf die Führende und meine Füße wurden und wurden nicht warm. Nach der Abfahrt waren sie dann schon richtig eisig und ich begann zu überlegen, ob ich nicht einfach an der Skisprungschanze stehen bleiben sollte. Da stand dann aber schon Sonja, die gerade ausgestiegen war… so war das nicht geplant ;-) Also fuhr ich noch etwas weiter, aber als ich am zweiten Anstieg an nicht anderes mehr denken konnte als an meine schmerzenden Füße, beschloss ich endgültig aufzuhören. Also fuhr ich den Anstieg nicht zu Ende, sondern bog vorzeitig in die Abfahrt ein. Die meisten Männer waren dann ziemlich verdutzt als plötzlich eine Frau vor ihnen stand, immerhin wäre ich da in den Top 15 gewesen! Unten im Oytal wurde ich dann auch richtig bejubelt… es ging ja noch jeder davon aus, dass ich im Rennen war. Wäre schon ein tolles Gefühl gewesen. So muss ich es eben nächstes Jahr noch mal probieren. Aber dann bestimmt mit warmen Füßen.

Ammergauer Alpen Bike Cup

So ein Mistwetter… 5° C im Tal, Dauerregen und Schneefallgrenze bei 1500 m – und bei so was fährt man dann auch noch einen Marathon der 3x bis auf ca. 1400 m rauf geht!!
Naja, ich war ja für die 50 km-Distanz gemeldet und weil Oberammergau nur ca. 90 Autominuten entfernt liegt, ging ich dann an den Start. Wobei sich die Bekleidungswahl als recht schwierig rausstellte; warm sollte es sein, aber auch nicht zu warm, auf jeden Fall jedoch winddicht für die langen und teils schnellen Abfahrten. Etwas verwirrend fand ich die Leute die in kurzer Hose und Ärmlingen an den Start gingen… Am ersten (kurzen) Anstieg beneidete ich eben diese Leute noch, aber schon nach der ersten Abfahrt war ich froh über jede Lage, die ich anhatte.
  Das Tempo war zu Beginn recht hoch und wir fuhren zu dritt
  in den zweiten Berg hinein. Dort konnte Claudia Till sich gleich
  absetzen und einen ordentlichen Vorsprung rausfahren. Ich
  lag an zweiter Position, dicht gefolgt von Conny Marquardt.
  Nach ca. 35 km (in einer Abfahrt) konnte Conny aufschließen
  und mich auch überholen. Am Gegenanstieg musste ich dann
  auch noch kurz vom Rad, da die Kette beim Schalten vom
  kleinsten Kettenblatt fiel. Als ich wieder auf dem Rad saß,
  konnte ich Meter um Meter wieder gutmachen und nahm, als
  ich auf sie aufgefahren war, alle meine Kräfte zusammen und
  fuhr an ihr vorbei. Ich konnte das Tempo eine ganze Weile
  aufrechterhalten, habe aber die ganze Zeit gehofft, dass der
  Berg endlich ein Ende nehmen würde.
  Besonders in der Abfahrt durch die Hölle befürchtete ich, dass Conny wieder näher kommen könnte und fuhr so lange wie möglich (mehr oder weniger kontrolliert) bergab, netterweise sprangen auch alle Schiebenden auf die Seite ;-) Nachdem das Schlimmste rum war, bekam ich einen kurzen Krampf im Oberschenkel und musste dann leider doch vom Rad. Unten angekommen fuhr ich so schnell es ging, in der Hoffnung, dass Conny keine Männergruppe erwischte, bei denen sie im Windschatten mitfahren konnte. Und es reichte!!! :-) Überglücklich fuhr ich als zweite über die Ziellinie. Aber noch mehr hat mich gefreut, dass ich endlich einmal ein Rennen über diese Distanz (fast) ohne Krämpfe zu Ende fahren konnte! 

                             


Marathon in Wiesthal

Wiesthal war seit Duisburg mein erstes Rennen, eigentlich eine ganz schön lange Zeit. Da aber das Stöcklerennen, das eigentlich am 15.8. stattfinden sollte, wegen einer Unwetterwarnung verlegt wurde und danach die Hochzeit meines Bruders auf Sylt anstand, boten sich auch nicht allzu viele andere Gelegenheiten.
Da ich aber endlich wieder ein Rennen fahren wollte, bot sich Wiesthal an, auch wenn die Anfahrt mit über 300 km recht weit war. Nachdem die ganze Vorbereitung aus verschiedenen Gründen mal wieder nicht optimal verlief, wollte ich einfach nur mal schauen, wie fit ich zur Zeit überhaupt bin. War doch der letzte "längere" Marathon 2 Monate her.
Am Anfang lief es sogar erstaunlich gut, ich lag an dritter Stelle und schob mich sogar an die zweite Position vor, als sich Birgit Schnapp einen Kettenklemmer einfing. Allerdings kam sie einige Zeit später, mit ihrem Freund im Schlepptau, wieder von hinten. Nach ca. 40 km war ich immer noch dritte Dame und ich fühlte mich wirklich gut. Bis Reni Scheeben plötzlich an mir vorbeischoss. Ich versuchte dran zu bleiben und konnte in der nächsten Abfahrt wieder aufschließen. So ging es dann einige Male bis ich bergab einen Vorsprung rausfuhr. Am nächsten Anstieg wollte ich verhindern, dass sie wieder an mir vorbei zieht und fuhr so schnell es ging, kampflos wollte ich ja nicht aufgeben. Naja, sie kam trotzdem und mit ihr stellten sich bei ihr auch noch Krämpfe ein. Mir blieb also nichts anderes übrig als Tempo rauszunehmen und zu warten bis die Krämpfe nachlassen... Das dauerte allerdings und es fuhren noch Birgit Demel und Johanna Leisling an mir vobei. Zu allem Überfluss spielte auch noch meine Schaltung verrückt - es gab keinen Gang bei dem die Kette nicht sprang. So konnte ich Johanna schließlich auch nichts mehr entgegensetzen und kam als 6. Dame ins Ziel. Immerhin wurde ich noch 3. in meiner Altersklasse ;-) Gewonnen hat am Ende Birgit Schnapp vor Kerstin Kögler und Reni Scheeben.
Jetzt hoffe ich, dass es nächstes Wochenende in Oberammergau besser läuft und ich vielleicht endlich mal ohne Krämpfe durchkomme.


24h-Rennen Duisburg

Oh mann! So langsam mutiere ich wohl zur 24h-Rennfahrerin, obwohl das nun wirklich nicht meine Lieblingsdisziplin ist. Aber nachdem Sonja und ich unsere Transschwarzwald-Idee aufgeben mussten, kam in Steindorf die Überlegung auf, dass wir doch in Duisburg als 2er-Team an den Start gehen könnten... So nahm das Ganze also seinen Lauf und wir fuhren am Samstag früh in den Landschaftspark-Nord. 

                                     

Die Strecke gefiel uns nach einer Streckenbesichtigung noch nicht so sehr, da sie sehr kurvenreich und durch die dauernden Antritten ziemlich unrhytmisch zu fahren war. Das änderte sich aber etwas während der folgenden 24 Stunden. Ich durfte den Part der Startfahrerin übernehmen und kam mir doch etwas verloren vor zwischen den ganzen, fast ausschließlich, männlichen Fahrern. Da wir nicht wussten wie unsere Gegnerinnen einzuschätzen waren, fuhren wir vom Start weg erst einmal ein sehr hohes Tempo, aber da war es auch noch nicht so anstrengend ;-) Und eigentlich konnte man auch gar nicht langsamer fahren, da überall an der Strecke wahnsinnig viele Zuschauer standen, die einen immer zu einem noch höheren Gang motiviert haben. Gegen Abend hatten wir dann schon genügend Vorsprung, so dass wir es etwas gemütlicher angehen ließen. Das Wetter spielte bis in die Nacht hinein auch noch mit, dann fing es immer wieder an zu schauern (ich hatte das Gefühl, dass das immer der Fall war, wenn ich gefahren bin), morgens hörte es schließlich gar nicht mehr auf. Glücklicherweise war es nicht zu kalt, so dass man nicht unbedingt die Regenbekleidung rauskramen musste. Allerdings war der Boden seitdem an einigen Stellen so matschig, dass man von unten teilweise mehr Wasser abbekam als von oben. Dass aber, trotz des schlechten Wetters, immer noch so viele Zuschauer an der Strecke waren, hielt die Motivation bei uns beiden hoch. Um kurz nach 13 Uhr konnten Sonja und ich dann gemeinsam als Siegerinnen über die Ziellinie fahren. Aber wir sind uns einig: Ein riesiges Manko hat ein Zweierteam: Man kann sich fast gar nicht unterhalten! Falls wir so etwas nochmal angehen (wovon Sonja schon fest überzeugt ist), dann müssen wir uns da etwas einfallen lassen.

                                              

Jetzt, einen Tag später, sind die Leiden (immerhin ist jeder von uns fast 280 (!!!) km gefahren) schon etwas in Vergessenheit geraten, auch wenn der Allerwerteste noch ein bißchen schmerzt und die Beine schwer sind. Aber dank der super Betreuung durch Karlheinz, Silke und meiner Eltern, die uns, neben Kochen, Getränke reichen, massieren, u.s.w., immer wieder mit Schirm zur Wechselzone begleitet haben ließen sich die 24 Stunden ganz gut überstehen. Nicht zu vergessen sind die einmaligen Zuschauer vor denen ich wirklich meinen Hut ziehe. Die meisten dürften heute heiser sein oder Muskelkater in den Armen haben vom ganzen Klatschen und Ratschen drehen... Das war bestimmt genauso anstrengend wie das Fahren! 
                              
                                                               


Keilerbike Wombach

 Nach dem 24h-Rennen war mir erst einmal nicht so nach mittlerer oder sogar langer Distanz, obwohl ich doch sehr neugierig auf die Strecke gewesen wäre. Schließlich gilt der Marathon in Wombach als einer der singletrailreichsten Deutschlands. Also meldete ich mich für die kurze Runde an, wenigstens Sonja wagte sich auf die mittlere. Aber auch sie sollte nicht in den Genuss der Trails kommen. Ich beobachtete ihren Start während des Warmfahrens, um mich ein wenig von meiner Nervosität abzulenken.
Als wir dann schließlich alle im Startblock standen und dem Startschuss entgegen fieberten, kam plötzlich Sonja die Straße herauf. Sie hatte, wie sich dann heraus stellte, bereits kurz nach dem Start zwei Platten und keinen dritten Schlauch mehr. Ich winkte sie zu mir und Uwe Hofmann besorgte noch ganz schnell eine neue Startnummer, so dass sie zumindest auch die kurze Strecke fahren konnte. Die netten Mechaniker am Haibike-Stand machten Sonjas Rad auch wieder einsatzbereit.
Dann fiel auch schon der Schuss. Bereits am ersten Anstieg lag ich vorne, was mich ein wenig irritierte. Ich habe dann immer das Gefühl zu schnell anzugehen. Ich versuchte aber trotzdem das Tempo beizubehalten und es gelang mir größtenteils ziemlich gut. Streckenweise wollten jedoch die "Berge" kein Ende nehmen. Besonders fies waren die Anstiege, die ganz flach aussahen, man aber nicht nennenswert vorwärts kam. Trotz des Regens in der Nacht war die Strecke extrem trocken und staubig, was mir jedoch lieber war als tiefer Matsch. Erst gegen Ende des Rennens realisierte ich richtig, dass ich immer noch vorne lag. Als ich mich umschaute, meinte ich etwas Orangenes, also Sonja, gesehen zu haben. Also versuchte ich meinen Vorsprung noch ins Ziel zu retten und fuhr so schnell es ging bergab. Es gelang mir sogar und ich habe mich wahnsinnig gefreut als ich als Erste die Ziellinie überqueren durfte.

                                       

Kurz danach kam dann auch schon Sonja, also hatte ich mich nicht verguckt. Zusammen standen wir dann dem Sprecher Rede und Antwort. Dass ich dann bei der Siegerehrung auch noch leckeres Keilerbier und ein riesiges Stofftier bekam, rundete meinen ersten "richtigen" Saisonsieg ab :-)

24h-Rennen Steindorf

So, jetzt hab ich auch mal ein 24h-Rennen als Einzelfahrerin bestritten ;-) 

Am Wochenende stand das 24h-Rennen in Steindorf bei Augsburg auf dem Programm, bei dem Univega Hauptsponsor war. Also stand fast das gesamte Team dort am Start. Aufgrund von Krankheiten mussten Silke und Florian jedoch verzichten, so dass wir Samstag vormittag aus  7 Fahrern vernünftige Teams zusammenstellen sollten. So kam es, dass ich, anstatt wie geplant im 4er-mixed Team zu fahren, als Einzelfahrerin an der Startlinie stand.  Zur Beruhigung rief ich noch meine Freundin Sonja an, die daraufhin sofort nach Steindorf kam, um meine Betreuung für das kommende Rennen zu übernehmen. Da ich überhaupt nicht wusste was mich erwarten würde, war ich doch ziemlich nervös, vor allem, weil ich nur eine Mitstreiterin sehen konnte, aber (mit mir) 3 Frauen gemeldet waren. Erst nach einigen Stunden wurde mir bewusst, dass die dritte Fahrerin (Yvonne Holecek) leider nicht dabei war. Also brauchte ich nur auf Jana Lemke zu achten, die aber das Rennen bereits am frühen Abend beenden musste. So fuhr ich einfach locker mein Tempo und legte einige Pausen ein ;-) In der Nacht habe ich mich dann auch einige Stunden geschlafen und bin so gegen 5:45 wieder auf´s Rad gestiegen. Am frühen Vormittag wurde dann zu allem Überfluss auch noch das MTB meines Teamkollgen Patrick Meerschaert gestohlen, so dass ich ihm vorläufig mein Bike zur Verfügung stellte. So konnte unser 4er-Team seine Führungsposition verteidigen konnte. Später konnte noch ein anderes Rad für Patrick aufgetrieben werden, so dass ich noch ein paar Runden drehen konnte. Alles in allem war es ein schönes Erlebnis, aber ob ich mich jemals dazu entschließen werde, ein 24h-Rennen komplett durchzufahren, kann ich noch nicht sagen. 

Bedanken möchte ich mich vor allem bei Sonja, die rund um die Uhr für mich da war und keine Wünsche offen ließ. Außerdem natürlich bei meinem Teamchef Herman Schoens und allen anderen Betreuern und Univega-Fahrern die bei "Problemchen" immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Zuletzt möchte ich noch die vielen Zuschauer erwähnen, die teilweise in richtige Applausorgien verfielen und mich so sehr stark motiviert haben :-)

Unsere 4er Mannschaft mit Dion Gilissen, Marius Lembeck, Patrick Meerschaert und Gody Jacobs konnte ihre Führung bis ins Ziel verteidigen. Das aus dem eigentlichen 4er-mixed Team hervorgegangene 2er Team mit Christian Fischer und Jean Biermans gewann das Rennen ebenfalls sehr überlegen und das Univega-"Hobbyteam" wurde in der 8er-mixed Wertung dritte. Alles in allem also ein sehr erfolgreiches Wochenende für das Univega-Team.

Marathon in Saalhausen

Da mir ein Weg von Dortmund bis ins Salzkammergut zu weit war, entschied ich mich in Saalhausen beim Marathon auf der mit 51 km ausgeschriebene Strecke zu starten. Da meine Vorbereitung durch die Beerdigung meiner Oma alles andere als gut war, nahm ich mir nicht viel vor. Aber, dass es so schlecht wird, damit habe ich nicht gerechnet. Schon kurz nach dem Start konnte ich den Anschluss an die vor mir fahrende Gruppe nicht schaffen, obwohl mir neutralisierte Starts immer sehr gut gefallen. Aber so fuhr ich im gleichen Tempo hinter dem vorderen Feld her, konnte aber auch nicht mit, an mir vorbei fahrenden Startern, aufschließen. So ging es am ersten Berg weiter. Ich merkte, dass ich nicht maximal fuhr, aber schneller konnte ich auch nicht. Bisher konnte ich mir nicht vorstellen was es bedeutet, wenn man sich nicht ausbelasten kann. Jetzt weiß ich wie es sich anfühlt. So lag ich einige Zeit auf Platz 5 bis Anneke Boon an mir vorbei fuhr. Nach ca. 40 km kamen dann auch noch mal wieder meine Krämpfe dazu, so dass ich auch noch etwas Tempo raus nehmen musste. Während des Rennens sagte mal einer, dass es ab Kilometer 48 nur noch bergab ginge.... darauf habe ich auch sehr lange gewartet. Leider ging es in der Nähe des Start-/Zielbereichs noch einmal eine Abfahrt auf der CC-Strecke rauf, die aberaufgrund ihrer Steilheit unfahrbar war, so dass man das Rad ziemlich lang tragen und schieben musste. `Danach müsste es ja eigentlich nur noch bergab gehen´, dachte ich mir zumindest. Leider war dem nicht so, denn es kam noch einmal ein längerer sehr steiler Anstieg bei dem man wieder vom Rad musste. So langsam hatte ich echt genug, besonders weil jeder Streckenposten meinte, es seien nur noch 2 km bis zum Ziel, egal wen man fragte. Da ich keinen Tacho an meinem Rad habe, kann ich nicht genau sagen, wie viele Kilometer es letztendlich waren. Es sollen aber, da schwanken die Tachoangaben anderer Fahrer, fast 60 km gewesen sein. Anneke fing sich ca. 10 km vor dem Ziel noch einen Platten ein, so dass ich in der Gesamtwertung auf den 5. Rang vorrutschte. In meiner Alterklasse war es dann sogar noch der 2. Platz, aber mit einem sehr großen Rückstand auf die Gesamtsiegerin Annette Kolf. Zweite wurde Susanne Förschner, den dritten Rang belegte Birgit Jüngst.

Bike Infection Kaprun

Nachdem Umzug aus Bayreuth ins Allgäu wollte ich endlich wieder richtig anfangen zu trainieren und fuhr mit Ines Thoma nach Zell am See um dort ein paar schöne Touren zu fahren. Am ersten Tag legten wir einen kurzen Stop in Leogang ein, um ein paar Fahrten im Bikepark zu absolvieren. Um nicht mein eigenes Rad zu demolieren, lieh ich mir ein Downhillbike aus und war überrascht wie groß der Unterschied zwischen einem Hardtail und einem Bike mit 200mm Federweg ist ;-) Leider fing es bald an zu regnen, so dass wir lieber nur noch bis zur Mittelstation fuhren. Anschließend fuhren wir nach Zell am See in eine nette Pension irgendwo oben am Berg. So kam es einem zumindest vor, wenn man mit dem Rad von einer Tour kam. Zusammen mit Christian Fischer und einigen anderen fuhren wir am Donnerstag eine superschöne Tour, die aber auch zur längsten die ich bisher gemacht habe, wurde. Außerdem merkte ich meinen Trainingsrückstand sehr deutlich. Am Abend ließ ich mich dann auch noch überreden am Freitag abend beim City-Sprint in Kaprun zu starten. Freitag vormittag fuhren wir noch eine "kleine" Runde auf den Maiskogel, auf den am Samstag ein Uphill-Rennen stattfand. Bei der Abfahrt ging ich noch zweimal über den Lenker und fing mir eine deftige Prellung am Knöchel ein. Am Abend schied ich dann leider schon in der Vorrunde aus. Ines schaffte es bis ins Finale und kam dort hinter Maria Osl und Nina Homovec auf Rang 3. Am Samstag fuhren wir am nachmittag wieder Richtung Allgäu. Dort wartete dann eine sehr schlechte Nachricht auf mich: meine Oma war gestorben. Da ich meine Oma sehr mochte, ging mir das ziemlich nahe. So fuhr ich am Dienstag vormittag zu meiner Familie nach Dortmund.